Allgäuer Spezialitäten auf dem Hessentag 2012 in Wetzlar
Gießen | Wetzlar | Auf dem Hessentag gibt es nicht nur hessisches zu sehen, hören, essen und trinken. Auch "Spezialitäten" aus anderen Regionen Deutschlands und der Welt werden auf Hessens größtem Volksfest angeboten. Hier mal etwas für alle Allgäu-Fans. ;-)
Da ich mich ja als "Doppel-Staatsbürger" (Kempten und Gießen) fühle:
Klappern (und das Abklappern solcher Veranstaltungen wie Hessentag) gehört natürlich für fremdenverkehrsintensive Gebiete zum Handwerk. Man kann es sich auf keinen Fall leisten, nach einer Saison rückläufige Gästezahlen in der Zeitung zu lesen. Und man macht auch Druck auf die für die Verkehrsinfrastruktur Verantwortlichen: Man kann seit zwei Jahren nun vierspurig bis Sonthofen Autofahren. Mit dem Ergebnis, daß an jedem schönen Wochenende die Gegend zwischen Sonthofen und Oberstdorf in "ruhendem Verkehr", nämlich Stau, ersäuft. Wintersportmäßig versucht man das Unmögliche, nämlich mit den Tourismuszentren in den Zentralalpen in Österreich, Schweiz,Frankreich und Alto Adige konkurrieren zu wollen. Schneekanonen mit ihren zugehörigen künstlichen Wasserspeichern sind eine Selbstverständlichkeit. Ein Naturschutzgebiet um das Riedbergerhorn soll geknackt werden, um eine gipfelüberschreitende Verbindungsbahn zwischen Grasgehren am Riedbergpass und Balderschwang bauen zu können.
Im Kleinwalsertal wollen die Tourismusindustriestrategen eine talüberspannende Seilbahn zwischen den Gipfeln von Hohem Ifen und Walmendinger Horn bauen. Es gibt schon seit etwa zwei Jahren heftige Diskussionen, da auch Teile der fremdenverkehrsabhängigen Bevölkerung das mittlerweile als Irrweg ansieht. Dennoch stimmte der Gemeinderat im Frühjahr knapp für die Pläne. Nun wurden aber die Bedingungen zur Einleitung einer Volksabstimmung erfüllt und eine solche muß durchgeführt werden. Volksabstimmung heißt es in diesem Fall, da das Kleinwalsertal bekanntlich zu Österreich gehört, aber deutsches Zollanschlußgebiet ist und gemeinhin zum Allgäu gerechnet wird und auch in die hiesige Fremdenverkehrswirtschaft eingebunden ist. Der Hauptnutznießer sämtlicher Lifte und Seilbahnen im Allgäu und Kleinwalsertal ist im übrigen das Allgäuer Überlandwerk in Kempten, das überall Mehrheitsgesellschafter ist, und somit die Energiewirtschaft.
Jeder, der im Allgäu mit offenen Augen lebt oder sich regelmäßig dort zum Naturgenuß einfindet, bekommt die Grenzen des Wachstums hautnah zu spüren. Den Hessentagsbesuchern Kässpätzle servieren und Alphorn vorzublasen, nichts dagegen. Aber Werbung für den Tourismus wird allmählich zu einem Schuß in den Ofen.
Ich bin quasi Halballgäuer und kann es gut verstehen. Bin ab und zu in der Nähe von Lauben, Frickenhausen in Egg OT Inneberg. Meine Mutter stammt aus Frickenhausen(Lauben und dort besuchte ich auch die ersten beiden Klassen der Volksschule. War erst ganz vor kurzem wieder dort.
Ja, ein "gschudierter" Geograph hat eben seine hart erarbeiteten Positionen.
Und was anderes nebenbei: Zu diesem beitrag werden 15 bzw. nach diesem wohl 16 Kommentare oben avisiert. Ich nehme mal an, daß es sich nicht um Zensur handelt: nobody ist eben perfekt.
ABSOLUT KEINERLEI Zensuren bitte,
Herr Momberger hat meine Bemerkung sicher verstanden -
als kritischer Nett-Bürgerreporter, und "das ist gut so" :-))))
Ich versuche solche Korrekturhinweise, wenn sie schon sein müssen ;-) dem Autor direkt mitzuteilen. Macht sich besser ;-))
;-) gerade beim Aufruf meiner alten Mitteilungen sehe ich was da vorher stand. Eventuell wollte Herr Momberger einfach schreiben "Der´Allgäuer Spezialitäten Stand"
Nur mal so zur Klarstellung :
meine Randbemerkung zu "der Allgäu" war lediglich eine kleine Retourkutsche für den guten Herrn Momberger,
es liegt mir fern, hier Korrektur zu lesen!!!!!
Und um zu den Kässpätzle auch noch vom Baum der Erkenntnis zu pflücken:
"Kässchpätzle" kommt aus dem württembergisch-schwäbischen Sprachraum. "Kässchpatze" - das e ein wenig als Zwischenlaut zum a gesprochen - heißt es mehr im nördlichen Allgäu und im verstädterten Allgäuer Dialekt. Im südlichen Allgäu spricht man im ursprünglichen Dialekt von "Käsknöpfla", wobei das ö etwas in Richtung e gesprochen wird, und das a am Schluß ebenfalls. Das findet man so natürlich kaum auf einer Speisekarte, da es für "Ausländer" unverständlich und daher umsatzmindernd wäre.
In dem Schwank von den "Sieben Schwaben", die mit dem großen Spieß gegen einen Hasen vorgehen gibt es daher auch einen "Knöpfleschwab".
Also nach Bekunden meiner Schwester die bei Lauben lebt und auch nach meinem Gefühl, wären Krautspätzle oder Krautschupfnudeln eher allgäuerisch, als die von mir -Württemberger - so gern verzehrten Kässpätzle.
Danke für die interessante Infos an die beiden Herren.
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!
Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!
Zum zehnten Mal gaben Studierende, Mitarbeiter und Freunde der Freien...
Dieser Beitrag als Banner
Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.
Banner im Format 160x300
Um diesen Beitrag als Banner auf Ihre eigene Homepage einzubinden, kopieren Sie einfach folgenden Link und fügen Sie diesen Code in Ihrer Homepage ein.