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Wo Oliven und Lavendel blühen - Eine Fahrt durch die Provence (Teil 2: Gorge de l'Ardèche)

Der Pont d'Arc über der Ardèche.
Der Pont d'Arc über der Ardèche.
Gießen | Nach Besançon folgte eine weitere Übernachtung in Valence, jedoch wurde die Stadt aus Zeitgründen nicht besichtigt. Auch Valence soll ein nicht uninteressantes historisches Stadtzentrum besitzen. Aber an diesem Tag lag ein bedeutend schöneres Zwischenziel auf dem Weg zur angemieteten Ferienwohnung in Maubec, einem kleinen Dorf bei Cavallon, das wiederum in der geografischen Mitte zwischen Avignon und Aix-en-Provence zu verorten ist.
Valence liegt am rechten Ufer der Rhône und gehört zum Départment Drôme, das linke Ufer ist dem Départment Ardèche zuzuordnen und der Name verrät bereits, was im Folgenden zu erwarten ist.

Zwischen Valon-Pont-d’Arc und Saint-Martin-d’Ardèche hat sich der gleichnamige Fluss Ardèche über Jahrtausende durch das Gestein gefressen und eine einzigartige Schluchtenlandschaft geschaffen. Weitgehend parallel entlang dieses Naturerbes führt die D 290 auf einer Länge von rund 40 km mit einer Reihe von Parkmöglichkeiten. Oft wurden an diesen Stellen künstliche Balkone angelegt, um den Blick hinunter zur Ardèche mit den vielen Schleifen und Stromschnellen genießen zu können, teils dutzende Meter über dem Fluss.
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Es empfiehlt, sich die Fahrt von Norden nach Süden anzutreten, denn dann liegen die Parkplätze in Fahrtrichtung auf der rechten Seite. Zu dieser Jahreszeit (Ende Mai) sind die Straßen noch wunderbar frei und die Aussicht ist völlig ohne Gedränge und fremde Köpfe vor dem Objektiv genießbar. Im Sommer jedoch ist auf der teils engen Serpentinenstraße mit den oft recht kleinen Parkbuchten ein Verkehrschaos zu erwarten, wenn jeder einen geeigneten Platz sucht, Motorräder zu wilden Überholmanövern ansetzen und womöglich noch Kolonnen von Reisebussen den Weg versperren.

Beginnt die Fahrt also in Valon-Pont-d’Arc, folgt das Highlight auf dem Fuße, dem „Pont d‘Arc“. Dabei handelt es sich um einen großen steinernen Bogen, den die Ardèche einst umfloss und im Laufe der Zeit durch die Verschiebung des Flussbettes untertunnelt wurde. Mehrere Campingplätze laden vis-á-vis des Pont d’Arc zum Verweilen ein. Baden am Bogen ist auch erlaubt, es gibt dort jedoch weder Sandstrände noch eine ruhige Ecke, denn die Überzahl an Kanuten, die auf der Ardèche unterwegs sind, lassen das Idyll fast ganzjährig zur Massenattraktion werden. Auch die Strömung ist beim Baden nicht zu unterschätzen.
Interessant auf der weiteren Fahrt sind
An der Grenze von weißem und braunen Kalk sind Stalagniten und Stalagtiten zusammengestoßen.
An der Grenze von weißem und braunen Kalk sind Stalagniten und Stalagtiten zusammengestoßen.
auch Tropfsteinhöhlen, die direkt an oder nur unweit neben der D 290 liegen. Die Höhle bei Marzal wurde von uns besichtigt und besticht vor allem durch die Tiefe und der großen Menge an Stalagmiten und Stalaktiten, die hier zu finden sind. Nur eine kleine natürliche Öffnung verriet bei der Entdeckung die Existenz der steil nach unten abfallenden Höhle. Nur durch in die Verwerfung geschlagene Wendeltreppen ist die Haupthalle der Grotte erreichbar. Einst fielen damals heimische Tiere durch die Öffnung. Knochenfunde von Bären, Hirschen und Kleintieren belegen die tödlichen Missgeschicke. Einige Modelle sind in der Grotte rekonstruiert und werden mit den Stalakmiten und Stalaktiten, vereint mit etwas pathetischer Musik, durch ein schönes Lichtspiel in Szene gesetzt.
In anderen Höhlen sind Wandmalereien unserer Vorfahren entdeckt worden. Diese sind jedoch nicht für die Öffentlichkeit zugelassen.

Zurück auf der kurvigen Landstraße folgt man noch einige Kilometer dem Fluss, der der Region Ihren Namen gab. Im Sommer gibt er sich von oben fast geräuschlos, der nach einem starken Gewitter aber jederzeit binnen weniger Stunden den Pegel um mehrere Meter steigen lassen kann. Bei Saint-Martin-d’Ardèche flacht der Fels links und rechts des Flusses ab und die Landschaft ebnet sich wieder. Kurze Zeit später mündet die Ardèche in die Rhône.
Nach unzähligen Stopps entlang der D 290, mehreren Zurufen an andere Reisende wie „Ah, Sie auch wieder hier“, Berganfahrten und einer überdurchschnittlichen Getriebebeanspruchung insbesondere der Gänge 2, 3 und 4 näherten wir uns unserem Domizil für die kommenden sieben Tage. Von dort aus sollte täglich das weitere Umland erkundet werden.

A bientôt…

Der Pont d'Arc über der Ardèche.
1
An der Grenze von weißem und braunen Kalk sind Stalagniten und Stalagtiten zusammengestoßen.
Dorf bei Privas.
Serpentinen zur Schlucht der Ardèche.
In den fels gebaute Straße an der Ardèche.
Paddelparadies.
Pont d'Arc.
2
2
1
Kalksteingrotte von Marzal.
Hirschskelett, welches in die Schlucht gestürtzt ist.
3
Der Hund von Marzal.
4

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Kommentare zum Beitrag

Adelbert Fust
4.428
Adelbert Fust aus Gießen schrieb am 12.06.2012 um 23:49 Uhr
Sehr schöner Bericht, erinnert mich an meine Fahrten durch diese wunderschöne Gegend.
Peter Herold
14.290
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 07:55 Uhr
Immer wieder Hingucker die Berichte von Herrn Engelhart
Bernd Zeun
5.147
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 08:35 Uhr
Wieder mal ein klasse Bericht über eine tolle Gegend. Dort kann der Finger am Auslöser festwachsen, wenn man nicht aufpasst :-)
Ingrid Wittich
12.030
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 13.06.2012 um 10:44 Uhr
Anschaulicher Bericht über eine Gegend, die ich leider nicht kenne. Durch Sie aber jetzt kennenlernen werde. Danke!
Peter Herold
14.290
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 11:39 Uhr
Da wäre ich jetzt auch gerne, gesetzt den Fall, dort regnet es nicht auch so wie hier ;-(
Mathias Engelhart
5.038
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 11:54 Uhr
Nicht, dass ich hier jetzt irgendwas anheizen will, aber Sie wollten es ja wissen, Herr Herold ;)
http://www.wetter.com/frankreich/vallon_pont_d_arc/FR2970885.html
Peter Herold
14.290
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 12:08 Uhr
Ist das das Wetter?
Das Wetter in Vallon-Pont-d'Arc - In Vallon-Pont-d'Arc strahlt morgens die Sonne bei Werten von 10.6 bis zu 17°C. Mittags gibt es überwiegend blauen Himmel mit vereinzelten Wolken und die Höchstwerte liegen bei 21.5°C. Am Abend gibt es in Vallon-Pont-d'Arc keine Wolken und die Temperaturen liegen zwischen 14.1 und 19.4 Grad. In der Nacht gibt es keine Wolken und die Sterne sind klar zu erkennen und die Temperatur fällt auf 11.8°C. Der Wind weht schwach aus nördlicher Richtung mit Geschwindigkeiten bis zu 13 km/h.
Mathias Engelhart
5.038
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 12:48 Uhr
Ein Traum, nicht wahr?
Peter Herold
14.290
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 15:33 Uhr
Ja schon ;-(( hier nicht, eher Albtraum
Ingrid Wittich
12.030
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 13.06.2012 um 15:40 Uhr
Es bessert sich bis zum Wochenende.
Peter Herold
14.290
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 18:34 Uhr
Nur was die Temperaturen anbelangt. Ansonsten weiter Regen und Gewitterneigung. Gerade nachgeschaut ;-(
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Mathias Engelhart

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Mathias Engelhart
5.038
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