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Meine erste Bergtour allein - Bilder aus dem Wetterstein

Früher Aufbruch - Basislager in München
Früher Aufbruch - Basislager in München
Gießen | Keine Angst, kein großer Text. Die Bilder sprechen für sich.
Am 24. September 1997 nachdem am Abend vorher ein Besuch auf der Wies'n stattgefunden hatte, geht es ganz früh los in Richtung Garmisch-Partenkirchen, zu einer Bergwanderung von Schloss Elmau aus hinauf zum Jagdschloss Ludwig II. auf dem Schachen. Ich hatte einieg Zeit vorher im Fernsehen darüber einen Beitrag gesehen und da wollte ich unbedingt hin. Es sollte eine zweitägige Tour werden, also hatte ich vorher dort ange-rufen und eine Übernachtung reservieren lassen.
Um kurz nach 8 Uhr verlasse ich mein Auto auf einem Parkplatz in der Nähe von Schloss Elmau und mache mich auf den Weg nach oben. Es sind nur wenige Wanderer unterwegs, es ist schon recht warm und das Atmen fällt schwer. Es geht teilweise durch den Wald, da ist es etwas schattig und plötzlich tut sich nach rechts ein herrlicher Ausblick auf die Alpspitz auf.
Kurze Zeit später öffnet sich ein weiter Blick, diesmal hinauf zum Schachen und zum Jagdschloss. Dann bin ich oben. In 2 1/2 Stunden habe ich en Aufstieg geschafft. Es ist so gegen 12 Uhr, das Schloss wird zur Besichtigung erst ab
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Schachen (1)Meilerhütte (1)Ludwig II. (2)Bergwandern (16)Berge (56)Alpspitz (2)
14 Uhr geöffnet, Abendessen gibt es ab 18 Uhr. Da hätte ich ja Zeit noch was zu unternehmen. Die Hüttenwirtin meint so in 1 1/2 Stunden könnte ich den Aufstieg zur Meilerhütte schaffen. Der Weg sei leicht zu gehen, er wurde früher von Mulis gegangen, die die Hütte versorgt hätten. Jetzt erledigt dies ein Versorgungslift.
Also mache ich mich auf den Weg, der anfangs leicht zu gehen ist, dann aber steiler wird. Das Atmen fällt wieder schwer, so kann ich beim Verschnaufen immer wieder den Blick hinunter ins Tal richten. Ich kann bis Partenkirchen und dahinter nach Farchant schauen. Dann erblicke ich vor mir auf einem etwas flacheren Stück ein Bergkreuz. Es steht auf der Frauenalpe etwa auf 2.100 m und weiter oben kann ich die Meilerhütte erkennen, die sich wie ein Adlerhorst an die Felsen schmiegt. Hinter dem Bergkreuz ist die Partenkirchner Dreitorspitz zu sehen. 2.637 / 2.627 und 2.605 Meter hoch. Dann 2 Stunden nach dem Abmarsch am Schachen bin ich oben. Eine kleine Rast ist jetzt notwendig, Zeit habe ich ja noch genug. Eine Apfelschorle und ein Bienenstich den ich mir bei der jungen Wirtin bestelle, kommen gerade recht. Nebenbei unterhalte ich mich mit ihr und sie erzählt, dass sie nur im Sommer hier oben ist. Im Winter ist die Hütte zu. Langweilig werde es nicht, denn es kommen immer wieder Wanderer, die zum Teil auch hier oben übernachten.
Beim Aufstieg von Elmau aus ein Blick zur Alpspitze
Beim Aufstieg von Elmau aus ein Blick zur Alpspitze
Langsam wird es nun aber doch Zeit für den Abstieg. Dieser geht schnell vonstatten und kurz nach 16 Uhr bin ich wieder unten beim Schachen angekommen.
Am anderen Tag schaue ich mir das Jagdschloss von innen an. Wirklich sehenswert, was König Ludwig sich hat einfallen lassen. Dann mache ich mich an den Abstieg, wobei ich nicht den Auf-stiegsweg nehme. Ich will zum Schachensee, von dem bei der Schlossführung erzählt wurde, dass dort König Ludwig immer sein morgendliches Bad genomen hätte. Also ein See für sich allein als Badewanne!
Der Abstieg ist nicht ganz leicht zu gehen. Sehr steil, manchmal mit Handlauf gesichert geht es den so genannten Kälbersteig hinunter. Meine Stiefel sind für solche steilen Wege nicht geeignet. Ich rutsche darin mit den Zehen ganz nach vor, es tut weh und als ich nachschaue, sehe ich Blasen die bluten.
Dann endlich bin ich am Parkplatz beim Auto angekommen. Hier ziehe ich mir ein frisches, trockenes Hemd an und fahre zu der Gaststätte, die ich bei meiner Herfahrt gesehen habe, setze mich dort in den Biergarten, bestelle einen Brotzeitteller und ein Radler und stärke mich für die Heimfahrt. Zwei schöne, erlebnisreiche Tage liegen hinter mir. Es ist der Anfang einiger schöner weiterer Touren.

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Beim Aufstieg von Elmau aus ein Blick zur Alpspitze
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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
14.681
Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.06.2012 um 15:47 Uhr
Ja mancher packt es halt erst im Alter und dann bis 2003 etwa 40.000 Höhenmeter. Mit 63 kam dann das Moped dazu.
von 1980 bis 2002 noch 29 Segeltörns und ein 3-tägiges Praxisseminar auf der MS Hamburg, insgesamt 9.428 Seemeilen
Jetzt ist es aber bedeutend ruhiger geworden. Erst 15.000 km seit 2003 mit dem Moped gefahren.
Ingrid Wittich
12.200
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 02.06.2012 um 18:46 Uhr
Sehr schöne Bergbilder, Peter. Zehen, die beim Abstieg in nicht ganz passenden Schuhen nach vorne rutschen - das kenne ich auch. Wir haben vor vielen Jahren die Samaria-Schlucht auf Kreta durchwandert. Noch nach Wochen war eine große Zehe blau.
Peter Herold
14.681
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.06.2012 um 12:50 Uhr
Ich habe mir dann an Heiligabend 1997, also im gleichen Jahr noch, ein paar richtige Bergstiefel gekauft. Die wurden im Fachgeschäft sorgfältig ausgesucht. Die hatten dort eine schiefe Ebene und da konnten man ausprobieren, ob die Schuhe sitzen und man nicht nach vorn rutscht.
Dabei fand eine gute Beratung statt. Die Verkäuferin riet mir dazu, ein paar Socken/Kniestrümpfe zu kaufen, die unten im Fußbereich dick gestrickt, flauschig waren und dann die Schuhe lieber eine Größe größer zu wählen. Es passt heute noch. Geht doch nichts über ein Fachgeschäft mit kompetenter Beratung.
Peter Herold
14.681
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.06.2012 um 18:39 Uhr
Nicht in München, in Gießen ;-) ??
Peter Herold
14.681
Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.06.2012 um 15:33 Uhr
Eventuell eher, dass die meisten im Verkauf nicht mehr kompetente Berater sind. Die meisten joben doch nur noch als Teilzeit oder 400 Euro
Ingrid Wittich
12.200
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 04.06.2012 um 16:09 Uhr
Kompetente Beratung für Bergschuhe darf man vielleicht in Mittelhessen nicht erwarten, weil hier schlicht und einfach die Berge fehlen.
Peter Herold
14.681
Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.06.2012 um 18:08 Uhr
LIebe Ingrid, warum nicht. Eine meiner Schwestern und meine 1. Frau waren gelernte Schuhverkäuferinnen, so wurden sie zumindest damals bezeichnet. Sie konnten kompetent beraten, insbesondere meine Frau die nach ihrer Ausbildung u. a. in einem Sportgeschäft gearbeitet hat.
Leider trifft man heute in den Kaufhäusern, Ihre FRau Herr Sauter anscheinend ausgenommen, fast keine beratenden VerkäuiferInnen mehr. Leider, aber "Geiz ist geil" lässt sowas heute nicht mehr zu.
Bernd Zeun
5.223
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 04.06.2012 um 20:34 Uhr
Bergwandern ist toll, schöne Tour, Peter. Ich habe leider nur einmal eine Fernwanderung durch die Dolomiten gemacht und das ist auch schon über dreißig Jahre her.
Peter Herold
14.681
Peter Herold aus Gießen schrieb am 04.06.2012 um 20:52 Uhr
Ja Bernd, wir sind nicht mehr die jüngsten, aber gut sich an schöne Tage erinnern zu können.
Mathias Engelhart
5.040
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 06:58 Uhr
Hört sich nach einer spannenden Tour an und lädt zum nachmachen ein, muss ich mir mal merken!
Peter Herold
14.681
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 07:40 Uhr
Bis zum Schachenhaus ein Spaziergang, dann etwas anspruchsvoller. Übernachtung auf dem Schachen am besten vorher anrufen. Aber der Besuch lohnt sich. Im Sommer, bis Anfang/Mitte September am besten fragen, ist dort die Alpine Außenstelle des Botanischen Gartens München mit Pflanzen au aller Welt. Dort werden Sie sicher einige Bekannte von Ihren Reisen treffen. Ich sage schon mal "Berg Heil"
Peter Herold
14.681
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 08:36 Uhr
Also der Spaziergang zun Schachen würde sich lohnen, allein wegen Ludwigs Spuren und dem Alpingarten sowie der Aussicht auf Zug-, ALp- und sonstige Spitzen.
Mathias Engelhart
5.040
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 13.06.2012 um 09:02 Uhr
Der Text hat auf jeden Fall dazu angeregt. In meiner aktuellen Serie wird in der übernächsten Folge auch ein Wandertag vorgestellt, allerdings im Petit Luberon in der Provence. Mehr sei noch nicht verraten.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Peter Herold

von:  Peter Herold

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Peter Herold
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