Gießen | Am Dienstag, den 29. Mai, gegen 13 Uhr, wurde eine 84-jährige Frankfurterin auf in der Kelkheimer Straße, vor ihrem Wohnhaus, von einem ihr unbekannten Mann angesprochen. Dieser wies sich mit einem bestickten Stoffstück, ähnlich dem Ärmelabzeichen der Dienstuniform, als "Polizist" aus. Als "Kriminalbeamter" sei es seine Aufgabe, sie darauf aufmerksam zu machen, dass es in der letzten Zeit in der näheren Umgebung mehrere Diebstähle aus Wohnungen
gegeben habe, bei denen die Täter mit Nachschlüssel in die Anwesen gelangt seien. In Abwesenheit der Wohnungsinhaber habe man dann verschiedene Wertgegenstände, vor allem jedoch Bargeld, aus den Wohnungen geholt. Mittlerweile hatte sich der Unbekannte bei der Geschädigten erfolgreich Vertrauen aufgebaut, weswegen diese ihn in ihre Wohnung mitnahm. Der "Kriminalbeamte" nahm im Wohnzimmer Platz
während die 84-Jährige aus dem Schlafzimmer eine Handtasche mit 12000 Euro Bargeld holte, um dies nachzuzählen. In einem unbeobachteten Moment muss es dem Täter dann gelungen sein, die Handtasche an sich zu nehmen. Er verabschiedete sich noch höflich und
verließ dann die Wohnung. Neben dem Bargeld befand sich noch eine EC-Karte in der schwarzen Handtasche.
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Der Täter wird beschrieben als 45 bis 50 Jahre alt und etwa 1,75 Meter groß. Er sprach akzentfreies Deutsch und war von seiner Erscheinung Mitteleuropäer. Er trug eine helle Jacke und später, beim Verlassen der Wohnung eine Brille mit blauem Rahmen.
Sicherheitstipps der Polizei für Seniorinnen und Senioren
Diebe und Betrüger an der Haustür
Schauspielerisch begabte Diebe und Betrüger versuchen, unter einem Vorwand Zutritt zu Ihrer Wohnung zu erlangen. Sie bitten um Hilfe oder um eine Gefälligkeit oder behaupten ganz einfach, Sie zu kennen.
In Frankfurt am Main wurden im Jahr 2010 etwa 200 dieser Fälle angezeigt, die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Etliche Täter täuschen auch Notlagen vor und geben sich hilflos, oftmals wollen Frauen mit Kindern Ihr Herz rühren und Sie mitleidig stimmen. Nicht selten treten die Täter auch in folgenden Rollen auf:
- Polizeibeamte oder Gerichtsvollzieher - Mitarbeiter der
Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerke - Heizkostenableser - Berater der Krankenkasse oder der Rentenversicherung
Um nicht auf diese Maschen hereinzufallen, sollten Sie folgende Ratschläge beherzigen:
- Vergewissern Sie sich vor dem Öffnen, wer zu Ihnen will. Schauen Sie durch den Türspion oder aus dem Fenster, benutzen Sie die Türsprechanlage.
- Öffnen Sie die Tür immer nur mit vorgelegter Türsperre.
- Lassen Sie niemals Fremde in Ihre Wohnung.
- Überlegen Sie sich Folgendes, wenn Fremde an der Tür von ihrer Not erzählen:
Warum wenden sich diese Leute nicht an eine Apotheke, eine
Gaststätte oder ein Geschäft, sondern gerade an mich?
- Seien Sie misstrauisch bei Anrufern, deren Stimme Sie nicht
erkennen. Lassen Sie sich den vollständigen Namen, die Adresse und Telefonnummer geben, unter der Sie zurückrufen können. Echte Verwandte oder Bekannte werden dafür Verständnis aufbringen.
- Übergeben Sie niemals Geld an Personen, die Sie nicht kennen.
- Nur wenn Sie alleine sind, haben Trickdiebe leichtes Spiel mit Ihnen. Versuchen Sie, bei unbekannten Besuchern einen Nachbarn hinzuzubitten oder bestellen Sie den Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
- Bieten Sie bei einer angeblichen Notlage an, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte (Glas Wasser, Schreibzeug) hinauszureichen. Lassen Sie dabei stets Ihre Tür durch eine Türsperre gesichert.
- Lassen Sie nur Handwerker ein, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt wurden.
- Fordern sie von angeblichen Amtspersonen einen Dienstausweis. Rufen Sie im Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Lassen Sie dabei die Tür versperrt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus.
- Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher auch energisch: Sprechen Sie laut mit ihnen oder rufen Sie um Hilfe!