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Bee Gee-Sänger Robin Gibb dem Krebs erlegen - DGVS empfiehlt regelmäßige Darmkrebs-Vorsorge

Gießen | Im fortgeschrittenen Stadium ist Darmkrebs ein unbesiegbarer Gegner: Nach langjährigem Kampf ist Bee Gee-Sänger Robin Gibb am 20. Mai 2012 im Alter von 62 Jahren der tödlichen Krankheit erlegen. Angesichts des tragischen Todes des Musikers ruft die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) erneut zur Darmkrebsvorsorge auf. Aktuelle Studienergebnisse untermauern, dass sich vor allem ältere Menschen durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wirksam vor Darmkrebs schützen können, so die Fachgesellschaft. Derzeit gehen noch zu wenig Menschen zur Darmspiegelung, warnt die DGVS.

„Wird eine Darmkrebserkrankung erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, stehen die Chancen schlecht, diese zu überleben“, erklärt DGVS Präsident Professor Dr. med. Markus Lerch, Direktor der Klinik für Innere Medizin A am Universitätsklinikum Greifswald. Im Gegensatz dazu könne ein Tumor im Frühstadium noch vollständig entfernt werden. „Anschließend besteht praktisch keine Gefahr mehr für den Patienten“, erklärt Lerch. Werden die Gewebswucherungen erkannt, bevor sie zu einem bösartigen Tumor entarten, könne der Krankheit sogar vorgebeugt werden. Die Darmspiegelung sei die wirksamste und sicherste Methode, um Darmpolypen aufzuspüren und zu entfernen, noch bevor sie entarten, betont der Experte.

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Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein nationales Vorsorgeprogramm – wie es in Deutschland seit zehn Jahren besteht – die Erkrankungs- und Todeszahlen von Dickdarmkrebs im großen Maßstab senken kann: Bei jeder fünften Darmspiegelung im Rahmen eines Screenings finden Ärzte bei ihren Patienten sogenannte Adenome, berichten Wissenschaftler um Professor Dr. med. Wolff Schmiegel, Leiter der Medizinischen Universitätsklinik am Knappschaftskrankenhaus an der Ruhr-Universität Bochum, in einer Online-Vorabveröffentlichung der Fachzeitschrift „Gastroenterology“. Diese gutartigen Gewebewucherungen stellen eine besondere Form von Darmpolypen dar und können sich in bösartige Tumoren verwandeln. „Allerdings wird aus der Studie auch deutlich, dass nur jeder sechste Bundesbürger die Darmspiegelung als Vorsorgeleistung in Anspruch nimmt“, stellt Lerch fest. Diese Quote gelte es zu erhöhen.

Die Forscher analysierten die Daten von rund 2,8 Millionen Menschen. Diese hatten im Rahmen des Darmkrebs-Vorsorgeprogramms zwischen 2003 und 2008 eine Darmspiegelung vornehmen lassen. Bei etwa jedem vierten Mann und bei jeder sechsten Frau entdeckten die untersuchenden Ärzte ein Adenom. Interessanterweise wurden bei Patienten, die von Fachärzten für Gastroenterologie endoskopiert wurden, im Schnitt drei Prozent mehr Adenome entdeckt. Dies lässt sich möglicherweise auf die bessere endoskopische Weiterbildung dieser Spezialisten im Vergleich zu anderen Fachdisziplinen zurückführen. Bei einem von 100 Patienten entdeckten die Ärzte ein bereits entartetes Krebsgeschwür. Die meisten Tumoren befanden sich glücklicherweise noch im Frühstadium und waren damit gut behandelbar. Insgesamt hatten 15,5 Prozent der teilnahmeberechtigten Männer und 17,2 Prozent der Frauen die Möglichkeit einer Darmspiegelung in Anspruch genommen.

Bei der Darmspiegelung führt der Gastroenterologe ein Endoskop – ein schlauchförmiges Instrument mit einer Minikamera am Ende – durch den Darm des Patienten, und sieht gleichzeitig den Befund auf einem hochauflösenden Fernsehmonitor. Er untersucht damit die Schleimhaut des Darmes. Während der Darmspiegelung kann der Arzt mit zangen- oder schlingenförmigen Instrumenten auch Gewebeproben entnehmen und Darmpolypen entfernen.

In Deutschland erkranken jährlich rund 70 000 Menschen an Darmkrebs. Etwa 26 000 sterben jedes Jahr an den Folgen eines Dickdarmtumors. Damit ist Darmkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland. Alle Versicherten ab dem 55. Lebensjahr können im Rahmen der Darmkrebs-Vorsorge auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen eine Darmspiegelung vornehmen lassen und – wenn die Untersuchung ohne pathologischen Befund bleibt – diese nach zehn Jahren wiederholen. Menschen, die auf eine Darmspiegelung verzichten, können alternativ alle zwei Jahre einen Stuhltest, den sogenannten Okkultbluttest, machen. Weist der Test Blut im Stuhl nach, veranlasst der Arzt eine Darmspiegelung. Den Bluttest können Patienten bereits ab einem Alter von 50 Jahren als Kassenleistung in Anspruch nehmen. Statistisch gesehen steigt das Darmkrebsrisiko ab diesem Alter deutlich an und jeder 16. Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens an Darmkrebs.

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