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Atommüll-Schiff bei Münster blockiert Protest gegen ungelöste Atommüllentsorgung

Gießen | Gestern haben AktivistInnen von ROBIN WOOD und Initiativen aus dem Münsterland die Weiterfahrt eines Binnenschiffes mit Atommüll aus dem AKW Obrigheim für mehrere Stunden blockiert. Über dem Dortmund-Ems-Kanal seilten sie sich in Münster an der Kanalbrücke an der Wolbecker Straße ab. „Vermeiden statt verschieben“ forderten sie auf dem Transparent.

Die Aktion begann am Pfingstmontag gegen 17 Uhr und endete um 23 Uhr. Die weitere Route des Schiffes mit seiner radioaktiven Fracht geht nun weiter an Hannover und Magdeburg vorbei über Polen nach Lubmin. Die Route und weitere Infos finden Sie hier: www.robinwood.de/energie.

Mit der Aktion wollen die AktivistInnen auf die ungelöste Atommüllentsorgung aufmerksam machen. Die „Edo“ ist von Obrigheim auf dem Weg zum Atommüllzwischenlager Nord bei Lubmin. Seine Fracht besteht aus radioaktiv verstrahlen Pumpen und Dampferzeugerteilen aus dem vor Jahren stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim. In Lubmin sollen die radioaktiven Teile zerlegt werden.

Das 1999 in Betrieb genommene Atommülllager Lubmin war ehemals dafür vorgesehen, ausschließlich Atommüll aus Ostdeutschland aufzunehmen. Aufgrund des Entsorgungsnotstandes wird jedoch inzwischen immer mehr bundesdeutscher Atommüll in die Nähe des Ostseebades transportiert.

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„Mit unserer Aktion wollen wir ein Zeichen gegen diesen geheimen, gefährlichen Atommülltourismus durch Deutschland und Polen setzen. Dass Atomkraftwerke zurückgebaut werden, finden wir grundsätzlich richtig. Wie in diesem Zusammenhang mit dem Müll umgegangen wird, ist aber fahrlässig und kriminell. Es wird durch den Transport suggeriert, es gäbe eine Lösung für diesen Müll, dem ist aber nicht so“, erklärt Kurt.

Die Gegend rund um Münster ist von besonders vielen Atomtransporten betroffen. In der Nähe steht die Uranfabrik Gronau, die per Bahn und LKW mit radioaktivem Uran versorgt und in der enorme Mengen von Atommüll anfallen. Erst vor wenigen Wochen hatten Anti-Atom-AktivistInnen für mehrere Stunden einen Atommüllzug bei Münster für mehrere Stunden blockiert. (http://www.robinwood.de/wordpress/blog/aktion/2012/05/uranzug-blockiert-aktionstour-uranfabrik-gronau-abschaltet-startet/)

In der Uranfabrik Gronau wird trotz des vermeintlichen Atomausstiegs der Brennstoff für jedes zehnte Atomkraftwerk in der Welt hergestellt. Der Betrieb der Uranfabrik ist bis heute – anders als bei den Atomkraftwerken – nicht befristet! ROBIN WOOD hat deshalb einen Unterschriften-Aktion für die Abschaltung der Anlage in Gronau gestartet: www.robinwood.de/uran.

ROBIN WOOD-Aktivistin Cécile: „Von Atomausstieg kann nicht die Rede sein, solange Atomanlagen wie die Urananreicherungsanlage in Gronau bei Münster weiter laufen und Müll produzieren. Das ist der Grund, warum wir hier demonstrieren.“

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von:  Antje Amstein

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Antje Amstein
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