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Proteste gegen die „Jahrestagung Kerntechnik“ des Deutschen Atomforums - Club der atomaren Lügenbarone tagt in Stuttgart

Gießen | AtomkraftgegnerInnen des Aktionsbündnisses „Atomforum abschalten“ protestierten heute an der Stuttgarter Liederhalle gegen die dort stattfindende „Jahrestagung Kerntechnik“ des Deutschen Atomforums. Am Mittag nahmen sie die TagungsteilnehmerInnen mit Mitmach-Aktionen und Straßentheater in Empfang. Ab 18 Uhr startete eine Demonstration von der Liederhalle zum Schlossplatz, wo eine Kundgebung statt fand. Das Aktionsbündnis wird von zahlreichen Anti-Atom-Initiativen, darunter ROBIN WOOD, unterstützt.

Nach dem deutschen Teil-Atomausstieg sucht die Atomwirtschaft nun ihr Heil in einer „europäischen Energiestrategie“. „Der Club der atomaren Lügenbarone singt weiter ein Loblied auf die Atomenergie - trotz Tschernobyl, Fukushima, dem Desaster im Atommülllager Asse und einem fehlenden Endlager. Die Atomenergie ist am Ende, auch europaweit. Die erneuerbaren Energien stehen bereit und sind obendrein auch noch kostengünstiger“, sagt ROBIN WOOD-Energiereferent Dirk Seifert.

Vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche über ein neues Endlagersuchgesetz macht das Deutsche Atomforum - allen voran Präsident Ralf Güldner -
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zudem Lobbyarbeit mit dem Ziel, Gorleben als Endlager-Standort durchzusetzen. Als Gastredner bei der Jahrestagung wird Bruno Thomauske diese Linie unterstützen. Thomauske war von 2004 bis 2007 beim Atomkonzern Vattenfall für die Pannenmeiler Krümmel und Brunsbüttel zuständig. In dieser Zeit hatte er sich bereits festgelegt, schon jetzt könne der Nachweis erfolgen, dass der Standort Gorleben für hochradioaktive Abfälle geeignet sei. Inzwischen ist der Atomlobbyist als vermeintlich unabhängiger Gorleben-Gutachter im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) tätig.

Für das BMU wird Ministerialdirektor Gerald Hennenhöfer in Stuttgart sprechen. Hennenhöfer war Ende der neunziger Jahre beim Energieriesen Viag, heute E.on, tätig und unterzeichnete damals für den Konzern den so genannten Atomkonsens mit der rot-grünen Bundesregierung. Anschließend arbeitete er bis 2009 als Anwalt in der Kanzlei Redecker. Dort beriet er u.a. den damaligen Betreiber des Atommülllagers Asse. Danach holte ihn der inzwischen aus seinem Amt entlassene Bundesumweltminister Norbert Röttgen als Leiter der Reaktorsicherheit in sein Ministerium.

„Hierzulande sind immer noch neun Atomkraftwerke in Betrieb, und die Urananreicherungsanlage Gronau beliefert AKWs in aller Welt mit Brennstoff. Der Atommüll bedroht uns und unsere Kinder. Niemand weiß, wohin damit. Trotzdem sitzen hier jetzt in Stuttgart die Atom-Lobbyisten zusammen und überlegen, wie sich mit diesem Wahnsinn möglichst lange Geld verdienen lässt. Dagegen sind wir heute auf der Straße“, sagt Christina Albrecht, ROBIN WOOD-Aktivistin und Rednerin auf der heutigen Kundgebung. „Die weitere Produktion von Atommüll muss sofort gestoppt werden.“

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von:  Antje Amstein

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