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Neue Bildungsideen beflügeln

Das Netzwerk Bildung Mittelhessen mit den niederländischen Gastgebern vor dem Regionalen Ausbildungszentrum „Rijn Ijssel“ in Arnheim
Das Netzwerk Bildung Mittelhessen mit den niederländischen Gastgebern vor dem Regionalen Ausbildungszentrum „Rijn Ijssel“ in Arnheim
Gießen | Um sich neue Impulse für die tägliche Arbeit zu holen, besuchte eine Delegation des Netzwerks Bildung Mittelhessen unter dem Dach des mittelhessischen Regionalmanagements kürzlich Bildungsinstitutionen in den Niederlanden. Regionalmanager Jens Ihle resümiert: „Wir haben viel Neues gesehen und erkannten gleichzeitig, dass die Herausforderungen in unserem Nachbarland sehr ähnlich sind.“ Der Impuls für die zweitägige Exkursion kam von CITO, dem „Centraal Instituut voor Toetsontwikkeling“ (Zentrales Institut für Test-Entwicklung) mit Standorten in den Niederlanden, den USA, der Türkei und Deutschland. Der deutsche Geschäftsführer Menno Boontje ist mit der Niederlassung in Marburg Mitglied des Regionalmanagementvereins und des Netzwerks Bildung und lud an den Stammsitz nach Arnheim, der Hauptstadt der niederländischen Provinz Gelderland.
Zehn Mitglieder des Netzwerks Bildung mit seinem Leiter Dr. Martin Pott warfen den Blick über den Tellerrand, auch um mögliche potentielle Partner für intereuropäische Förderprojekte zu gewinnen. Ihle: „Wir hatten einen intensiven Austausch in den Niederlanden über die passende Beschulung für alle Kinder und Jugendliche. Der effektivere Dialog der Wirtschaft mit den Ausbildungsstätten sowie die Stärkung regionaler Zusammenarbeit über Netzwerke stehen auch dort an. Ziel ist eine Berufsorientierung, die Schülern und Studierenden eine realistische Vorschau auf ihre Möglichkeiten gibt.“
Auf dem Programm standen der Austausch mit niederländischen Vertretern der beruflichen Bildung im regionalen Berufsbildungszentrum „Rijn Ijssel“ und eine Besichtigung des CITO-Standortes. Das ehemals staatliche Bildungs-Institut CITO wurde 1968 gegründet und 1999 privatisiert. Geschäftsführer Jan Wiegers erläuterte: „Wir entwickeln und übernehmen gesetzliche Aufgaben wie Abschlussprüfungen, bieten Beratung und überprüfen Bildungsqualität durch Monitoring.“ Als eines der weltweit führenden Testentwicklungsinstitute ist CITO Mitglied im PISA-Konsortium und mit 600 Mitarbeitern als Bildungsholding international aufgestellt. Wiegers: „Wir arbeiten als Think Tank und erwirtschaften keine Gewinne, denn die Überschüsse werden in Bildungsforschung investiert.“
Am zweiten Tag besuchte die Gruppe das Regionale Ausbildungszentrum (Regionaal opleidingencentrum) ROC Rijn Ijssel. Dort erklärte der Ausbildungsdirektor des Berufsbildungszentrum Wouter Groothedde, dass er für 14.000 Studierende zuständig sei, davon 9.000 in der Vollschule, 3.500 Azubis im Dualen System und 1.500 Weiterbildungsteilnehmer.
Mark Samuel von der „Platform Onderwijs en Arbeidsmarkt“ (POA) stelte die „Liemers Platform“ vor: Die POA-Initiative vernetzt regionale Bildungsinstitutionen mit den Unternehmen und sorgt so für positive Impulse am Arbeitsmarkt: hier sind Themen wie die Vermittlung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik verankert, ein Logistik-Netzwerk und ein Programm gegen Analphabetismus.
Letzter Referent war Ronald Cieraad von der Handelskammer Arnheim. Er berichtete über die Veränderungen in den niederländischen Kammern, EU-Projekte mit Grenz-Regionen und die Aufgaben im beruflichen Bildungssystem.
Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass ein Austausch zwischen den europäischen Regionen vor dem Hintergrund ähnlicher Fragestellungen sinnvoll und wichtig ist. Netzwerkleiter Dr. Martin Pott von der Handwerkskammer Wiesbaden fasste die Exkursion zusammen: „Die Bildungsregion Gelderland hat sich uns von ihrer besten Seite gezeigt. Viele Denkanstöße haben wir mitgenommen, um auch in Mittelhessen künftig Bildungsarbeit besser zu vernetzen. Die Niederlande haben früh auf die großen bildungspolitischen Herausforderungen seit der PISA-Studie reagiert, aber auch arbeitsmarktpolitisch klare Akzente in der Qualifikation von arbeitsuchenden Jugendlichen und von Langzeitarbeitslosen gesetzt. Hier wurden tragfähige regionale Netzwerke der Bildungsträger und der Sozialverwaltung aufgebaut. Die jetzt geknüpften Kontakte, z.B. zum großen Berufsbildungszentrum in Arnheim, können wir für unsere Region fruchtbar machen.“

„Mittelhessen – wir wachsen zusammen!“ – dies ist das Motto von MitteHessen e. V., dem Regionalmanagement für Mittelhessen. Das Profil der Region wird durch Projekte in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Innovation geschärft. Der Verein bildet einen Schulterschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und besteht seit dem Jahr 2003. Zurzeit ziehen über 90 Städte, Landkreise, Kammern, Hochschulen und Unternehmen unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten Dr. Lars Witteck bei MitteHessen an einem Strang.
Weitere Informationen im Internet: http://www.region-mittelhessen.de/

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