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Eine grüne Märchenstunde: Unilevers Nachhaltigkeitsbilanz

Gießen | ROBIN WOOD kritisiert Informationspolitik des Konzerns und fordert Verzicht auf Raubbau-Palmöl

Die Umweltorganisation ROBIN WOOD kritisiert, dass Unilever mit seiner jetzt vorgelegten Bilanz seines „Nachhaltigkeitsprogramms“ seinen KundInnen Öko-Märchen auftischt. Darin erweckt der Konzern den Eindruck, er mache große Fortschritte bei der Beschaffung von nachhaltigem Palmöl. Tatsächlich aber verwendet Unilever weiterhin in großem Stil Palmöl aus Raubbau für seine Produkte wie Rama, Becel und Sanella. ROBIN WOOD fordert Unilever auf, seine KundInnen umfassend und glaubhaft über die Herkunft seiner Rohstoffe zu informieren und auf den Bezug von Palmöl aus Raubbau zu verzichten.

Ein wichtiger Lieferant von Unilever ist der Palmöl-Konzern Wilmar. Wilmar betreibt in Indonesien auf Hunderttausenden Hektar Palmöl-Monokulturen. Wilmar schreckt auch vor Brandrodungen und dem Einsatz von Gewalt gegen die lokale Bevölkerung nicht zurück, die sich gegen den Landraub wehrt.
(http://www.robinwood.de/Sungai-Beruang.725.0.html)

Weil in Indonesien
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bereits großflächig der artenreiche Regenwald kahlgeschlagen wurde und die Flächen verteilt sind, setzt Wilmar seinen Zerstörungsfeldzug inzwischen in Afrika fort. Eine von Friends of the Earth International jetzt veröffentlichte Studie belegt, dass Wilmar auch in Uganda in Landraub verwickelt ist. („Land, life and justice“, http://www.foei.org/en/resources/publications/pdfs/2012/land-life-justice/view)

Diese Fakten verschweigt Unilever in seinem sogenannten Nachhaltigkeitsprogramm. Stattdessen spart der Konzern nicht mit Eigenlob für seine Strategie. Die weist nach Ansicht von ROBIN WOOD jedoch entscheidende Fehler auf:

1. Unilever setzt auf das industrie-dominierte Zertifizierungssystem des RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil). Der RSPO erlaubt Kahlschläge von Wäldern und den Einsatz hochgiftiger Totalherbizide. Auch Raubbau-Konzerne wie Wilmar sind Mitglieder beim RSPO. Unilever selbst führt den Vorsitz. Der RSPO bietet aus Sicht von indonesischen UmweltschützerInnen und ROBIN WOOD keinerlei Garantie für Nachhaltigkeit.

2. Unilever verspricht viel – und ändert seine Versprechen nach Bedarf dann auch wieder. Bislang lautete die Selbstverpflichtung, 100 Prozent des weltweit verwendeten Palmöls würden bis 2015 zertifiziert sein. Dieses Datum hat der Konzern jetzt kassiert und die Frist bis ins Jahr 2020 verlängert.

3. Unilever möchte weiter wachsen. Damit ist der Konzern nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Durch die gesteigerte Nachfrage werden sich die Palmölplantagen weiter in Naturräume fressen und Kleinbauern verdrängen.

„Unilever muss sich von seinem Lieferanten Wilmar trennen, um einen ersten glaubwürdigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zu machen“, fordert Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent bei ROBIN WOOD.

Kommentare zum Beitrag

Michael Beltz
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Michael Beltz aus Gießen schrieb am 29.04.2012 um 16:47 Uhr
Wie andere Konzerne setzt Unilever auf Monokultur und raubt den Einheimischen den Boden für Anbau von Nahrungsmitteln bei gleichzeitiger Zerstörung der Umwelt.
Da die meisten Menschen der Manipulation durch die gleichgeschalteten Medien im Auftrag des Kapitals unterliegen, ist es immer wieder begrüßenswert, wenn ROBIN WOOD derartige Schweinereien an den Tag bringt.
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Antje Amstein
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http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_bettina_speiser-1073-55118.html ...

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