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Rettet das Forum Librorum - Studenten kämpfen für ihre Buchhandlung

Medizinstudentin Anja Ecke übergibt dem Mitarbeiter Bastian Busch die gesammelten Unterschriften zum Erhalt der Buchhandlung
Medizinstudentin Anja Ecke übergibt dem Mitarbeiter Bastian Busch die gesammelten Unterschriften zum Erhalt der Buchhandlung
Gießen | Gießen (pd.) Im Herbst 1994 eröffnete in der Frankfurter Straße in Gießen die schwa-medico Buchhandlung. Zunächst als Versandbuchhandlung mit Produkten aus den Bereichen Akupunktur, Naturheilverfahren und fernöstlicher Medizin. Nur kurze Zeit später wurde auf Grund der großen Nachfrage und der Nähe zur medizinischen Fakultät der Justus-Liebig-Universität Gießen das Sortiment um Fachbücher aus den Bereichen Human-, Zahn- und Veterinärmedizin erweitert.

Die „Medizinische Buchhandlung - Forum Librorum schwa-medico“ ist seitdem jedem Medizinstudenten in Gießen bekannt.

Die Mitarbeiter der Buchhandlung Carmen Bohnacker (ehemalige Mitarbeiterin), Bastian Busch und Ulf Lorenz (ehemaliger Mitarbeiter) kennen viele ihrer Kunden sehr gut und nehmen sich gern Zeit für eine ausführliche Beratung. Zum stöbern lädt zudem die heimische Atmosphäre und die zu jeder Zeit bereitstehenden Heißgetränke und Süßigkeiten ein.

Der vor kurzer Zeit öffentlich gewordene Entschluss der Geschäftsführung das Forum Librorum zu schließen, traf bei den Studenten auf Unverständnis, Enttäuschung und Protest. In einer ersten Aktion sammelten einige Studenten deshalb unter dem Motto: „Rettet das Forum Librorum“ Unterschriften gegen die Schließung ihrer Buchhandlung. In nur wenigen Stunden an einem Abend trugen sie 337 Unterschriften zum Erhalt der Medizinischen Buchhandlung zusammen und übergaben diese an Bastian Busch (siehe Foto).

Während der Unterschriftensammlung kamen die Initiatoren mit den anderen Studenten ins Gespräch. Viele fragten nach den Gründen der Schließung und ob man schon wüsste, was für ein Geschäft dann in den Räumlichkeiten eröffnen soll. Auf die Information, dass die schwa-medico GmbH plant nach der Schließung der Buchhandlung ein Geschäft für Elektrofahrräder zu eröffnen, reagierten die meisten Studenten mit Unverständnis. „Bücher sind viel cooler als Elektrofahrräder.“ oder „Was nutzen uns Fahrräder um gute Ärzte zu werden?“ hörten die Initiatoren beim sammeln der Unterschriften sehr häufig.

Doch nicht nur als Medizinische Buchhandlung gehört das Forum Librorum für die meisten Medizinstudenten zu ihrem Gießener Stadtbild dazu, sondern auch als großer Unterstützer für viele studentische Veranstaltungen.
Schon seit viele Jahren unterstützt die Buchhandlung in der Studieneinführungswoche die sogenannten Ersti-Mentoren bei der Buchvorstellung für die Erst-Semester und tritt als Sponsor für Veranstaltungen wie die Anatomie-Party, den MedCup, den Medizinerball und viele weitere auf. Auch den studentischen Förderverein für die drei medizinischen Fachbereiche der Justus-Liebig-Universität: „FHZV Gießen e.V.“ hat die Medizinische Buchhandlung bisher durch einen jährlichen Förderbeitrag unterstützt.
Mit der Schließung des Forum Librorums würde für die Studenten also mehr als „nur“ eine Buchhandlung verschwinden.

Deshalb hoffen viele Studenten, trotz der umfangreichen Möglichkeiten Bücher im Internet zu bestellen oder sich E-Books einfach runterzuladen, dass ihre Buchhandlung am Ende vielleicht doch bestehen bleibt.

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.261
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 21.04.2012 um 18:01 Uhr
Geschäft für Elektrofahrräder ? Gute Idee wenn man nuir nach dem Geld schielt und sich seiner hier gewachsenen Aufgabe, Studenten mit passender Literatur zu versorgen entziehen will.

Finde ich einfach nur Schade ;-(
Christian Momberger
11.211
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 21.04.2012 um 19:09 Uhr
Absolut Herr Herold! Daher wünsche ich den kämpfenden Studierenden viele Erfolg! Es kann einfach nicht sein, dass alles dem Maximalprofit untergeordnet wird.
H. Peter Herold
28.261
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.04.2012 um 11:16 Uhr
Aber er hat recht. Die Gefahren der E-Bikes werden unterschätzt und freiwillig setzt doch fast keiner beim Radfahren einen Helm auf. Dabei sollten wir doch unseren Kopf, als wichtigen Körperteil, besonders schützen.
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