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Ein sonniger Samstag in Lollar

Gießen | Das Wetter ist wohlgesonnen, als sich am späten Vormittag eine große Anzahl Menschen am Lollarer Bahnhof trifft um deutlich zu machen, dass sie Gesicht zeigen wollen gegen Hass und Menschenverachtung.

Nach einer einführenden Kundgebung geht es dann los - kreuz und quer durch Lollar. Die Stimmung ist gut, die Anwohner treten neugierig auf ihre Balkons und an ihre Fenster und immer wieder ertönt per Lautsprecherwagen die Stimme, die den Anwohnern kundtut aus welchem Grunde die bunte Menschenschar an diesem Samstag durch Lollar strebt.

"Für einen konsequenten Antifaschismus", spricht der Mensch am Mikrophon des Lautsprecherwagens und liest vor was er darunter versteht. Und in der Tat sind Menschenverachtung, Hass und Gewalt keine Lösung für irgendein Problem. Sie sind nichts was man als "Meinung" akzeptieren müsste - nichts was in eine Gesellschaft gehört in der man mit seinen Lieben menschenwürdig leben will.

Schön wenn man durch einen Gang bei herrlichem Wetter durch die Stadt Lollar dazu beitragen kann, dass diese Zusammenhänge den Menschen zu Bewusstsein kommen. Schön wenn man potentiellen Opfern von Nazigewalt vermitteln kann, dass sie nicht alleine sind. Schön wenn man auf diesem Wege mit anderen Menschen eine wichtige Gemeinsamkeit feststellen kann.

Das sollte öfter geschehen - nicht bloß in Lollar, sondern überall.

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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 14.04.2012 um 15:56 Uhr
Danke Dir Thorsten für Deinen Bericht über die heutige Antifa-Demo. War echt gut die Aktion heute. Und in der Tat, sehr viele Bewohner schauten neugierig aus den Fenstern oder standen an den Hoftoren und nahmen auch interessiert das verteilte Flugblatt zur Demo entgegen.
Peter Herold
14.242
Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.04.2012 um 17:17 Uhr
Ein hervorragender Beitrag. Für jeden verständlich in seiner Aussage.
Thorsten Lux
799
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 15.04.2012 um 00:16 Uhr
Sven Käs
253
Sven Käs aus Lollar schrieb am 15.04.2012 um 20:19 Uhr
Tach zusammen, ich finde es unglaublich wichtig und richtig, sich gegen jede Form von Extremismus zu engagieren, in so fern halte ich die Demo für sinnvoll. Ein bisschen kommt es mir aber vor, als wenn gegen einen Flughafenausbau an einem Ort protestiert wird, wo gar kein Flughafen steht. Man sollte nämlich mal eins ganz klar betonen: Lollar ist kein Neonazi-verseuchter Ort, das Zeigen die Wahlen, das zeigt sich auch wenn man in Lollar lebt. Die Schmierereien, die es ja in einigen Orten des Landkreises gab, sind meiner Ansicht nach nicht durch eine "Nazi-Gang" aus Lollar gemacht worden, ich tippe mal auf eine Bande Halbstarker, die sonstwo aus dem Landkreis kommen. Lollar ist und bleibt ein Ort, wo viele Nationen zusammen wohnen und das klappt soweit sehr gut!
Christian Momberger
7.975
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 15.04.2012 um 20:29 Uhr
Hallo Herr Käse, es mag ja sein, dass das Zusammenleben im Kernort Lollar gut funktioniert, aber im Lumdatal als solches gibt es schon ernsthafte Probleme mit (jungen) Menschen rechter Gesinnung (vgl. die Info des Bündnis gegen Rechts im Vorfeld der Demo unter http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/63479/freie-kameradschaft-im-lumdatal-zusammenhaenge-mit-den-nazischmierereien/ und dem Aufruf zur Demo unter http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/64465/antifaschistisch-denken-handeln-leben-das-problem-heisst-rassismus/). Und ich denke die Demo wurde bewusst in Lollar gemacht, weil es da viele Migranten gibt, denen man eben zeigen wollte ihr seid nicht allein, denn wir sind solidarisch mit Euch. Außerdem ging es bei der Demo nicht nur um die Nazi-Schmiereien, sondern auch um das ganz alltägliche Problem des Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft heraus.

Und wenn sie glauben, das waren nur ein paar Halbstarke, die ein rechte Parolen gesprüht haben, dann halte ich da ehrlich gesagt für eine Verharmlosung der realen Zustände. Man sollte nicht warten, bis es zu spät ist, sondern schon vorher aufklären, waren und die erste Anzeichen bekämpfen. Denn Faschismus und Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Sven Käs
253
Sven Käs aus Lollar schrieb am 15.04.2012 um 22:14 Uhr
Hallo Herr Mombärcher,
vielleicht ist manches, was ich äußere für Sie "Käse", trotzdem heiße ich Käs:-) Ich bin ja vollkommen einverstanden mit ihren Argumenten, auch das Argument der Solidarität ist grundsätzlich klasse. Ich halte es aber trotzdem für sinnvoller da zu demonstrieren oder was zu machen, wo auch ein Problem besteht, aber gut, Ansichtssache.
Ob die Migranten, als Solidaritätsempfänger, und Einwohner (als Aufzuklärende?) die Aktion wie Sie verstanden haben, also dass hier gegen ein Weltbild und für Solidarität demonstriert wurde; ich weiß es nicht, an der Stelle von der ich die Demo genossen habe, hörte ich nur die üblichen Antifa-Parolen, es kam mir persönlich eher wie eine nicht gut besuchte Demo von weitestgehend "weit links von der Mitte"-Demonstranten vor, aber gut, wahrscheinlich haben es alle anderen Zuschauer so wie Sie verstanden.

Ganz nebenbei: Eine echte "Solidaritätsbekundung" in Lollar müsste ja eigentlich von Lollarern maßgeblich kommen und nicht von einer Gruppe (Antifa R4), die mit Lollar ja nicht die Bohne zu tun hat. Und ob die Antifa als eine vom Verfassungsschutz beobachtete Organisation der allerbeste Werbeträger ist um so ein Thema in die Mitte der Gesellschaft zu platzieren und den Normalbürger von irgendwas zu überzeugen; also ich glaub's jetzt nicht...

Der Punkt mit der unterstellten Verharmlosung meinerseits, dass sehe ich ehrlich gesagt entspannt. Auch als ich jung war gab es hier und da ein paar "Nazi's", die gibt es heute auch, die wird es sehr wahrscheinlich auch morgen geben und die Antifa wird das auch nicht verhindern. In der Regel sind Skins doch "Hohlbirnen", die ihr Leben nicht im Griff haben, alles unbefriedigend finden, i.d.R. zu viel saufen und gerne als Gruppe den dicken Max machen. Ich erkenne daraus keine ernsthafte Gefahr für unser Land und kann da jetzt ihren Fatalismus ("nicht warten bis es zu spät ist") nicht ganz in der Realität abgebildet sehen.
115
Simone Ott aus Gießen schrieb am 16.04.2012 um 08:30 Uhr
Sehr schön beschrieben! :-)
Sonniger Antifaschismus gehört in jeden Alltag!
Aber: keine Sonne für Nazis! ;-)
Michael Beltz
2.730
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 16.04.2012 um 10:44 Uhr
Ich denke nur an den Ruf der SPD Ende 20iger/Anfang 30iger: Die werden schon abwirtschaften!. Deshalb besser rechtzeitig warnen, agieren und reagieren.
Peter Herold
14.242
Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.04.2012 um 11:55 Uhr
Wehret den Anfängen
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Thorsten Lux

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