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Gießener Friedensaktivisten beim Frankfurter Ostermarsch

Der Demozug von Eschersheim zum Römer
Der Demozug von Eschersheim zum Römer
Gießen | Nachdem am Ostersamstag eine Aktion auf dem Gießener Kirchenplatz stattfand (hierzu siehe dieser Link) fuhren heute einige Gießener Friedensaktivisten gemeinsam zum Ostermarsch nach Frankfurt.

Treffpunkt war um 09.30 Uhr am Gießener Bahnhof. Von dort ging es mit dem Regional-Express und der S-Bahn zum Weißen Stein in Frankfurt-Eschersheim. Hier startete dann um 11.30 Uhr einer der Demonstrationszüge zum Römerberg. Im Laufe der 6,5 km langen Wegstrecke von Eschersheim zur Frankfurter Innenstadt reihten sich immer wieder Leute in den Demonstrationszug ein. Auch von Offenbach, Frankfurt-Rödelheim, Frankfurt-Niederrad und Darmstadt starteten Sternmärsche zum Römerberg, auf dem um 13.00 Uhr dann die Abschlusskundgebung des Frankfurter Ostermarsches stattfand. Das Motto lautete in diesem Jahr:"Die Wahrheit stirbt schon vor dem Krieg - Kriegsvorbereitungen und Kriege stoppen !"

Redner der Kundgebung waren Dr. Ursula Schoen (Dekanin des Ev. Dekanat Frankfurt Mitte-Ost), Thomas Schwoerer (DFG-VK, "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel"), Shula Keshet (Sozialproteste Tel Aviv, Israel) und Matthias Jochheim (Vorsitzender IPPNW Deutschland). Sie forderten u. a.
* die Zurückdrängung von Rüstung und Militär,
* ein striktes internationales Gewaltverbot,
* eine Welt ohne Atomwaffen,
* ein Verbot aller Waffenexporte,
* Abrüstung statt Sozialabbau,
* ein Ende aller Auslandseinsätze der Bundeswehr, sowie
* soziale Gerechtigkeit, Demokratie und ökologische Vernunft. In seinem Redebeitrag nannte Thomas Schwoerer auch die Namen der Rüstungsschmieden und Kriegsprofiteure in und um Frankfurt. Shula Keshet aus Tel Aviv (Israel) berichtete über die großen Sozialproteste welche im vergangen Jahr in Israel stattfanden.

Das Kulturprogramm der Veranstaltung wurde von der niederländischen Musikgruppe Bots gestaltetet, welche den, aufgrund des nasskalten Wetters und des politischen und sozialen Klimas in Deutschland und der Welt leicht fröstelnden
Der Demozug von Eschersheim zum Römer
Der Demozug von Eschersheim zum Römer
Menschen auf dem Römerberg mit ihren bekannten Liedern ordentlich einheizte. Zu nach wie vor hoch aktuellen Liedern wie "Das weiche Wasser bricht den Stein" - einer der Hymnen der Friedensbewegung in den 1980ern - oder "Aufstehn" tanzten und sangen die Menschen vor der Bühne kräftig mit. Das sicherlich bekannteste Lied der Gruppe Bots ist wohl "Was wollen wir trinken" was auch heute noch auf vielen Parties und Kirmesveranstaltungen gespielt wird.

Nach Ende der Veranstaltung ging es vom Frankfurter Hauptbahnhof aus wieder mit dem Zug zurück nach Gießen.

Den Aufruf zum Frankfurter Ostermarsch kann man übrigens hier im vollständigen Wortlaut zum (nach)lesen finden.

Der Demozug von Eschersheim zum Römer
Der Demozug von... 
Der Demozug von Eschersheim zum Römer
Der Demozug von... 
<a href="http://www.aufschrei-waffenhandel.de/">"Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel"</a>
Demonstrationsplakat
Demonstrationsplakat 
Die Abschlusskundgebung auf dem Römerberg
Die Abschlusskundgebung... 
Shula Keshet aus Tel Aviv (Israel) berichtete über die großen Sozialproteste im vergangenen Jahr
Shula Keshet aus Tel... 
Die Gruppe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bots">Bots</a>
Die Gruppe
Die Gruppe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bots">Bots</a>
Die Gruppe

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Kommentare zum Beitrag

236
Thomas Knecht aus Gießen schrieb am 10.04.2012 um 00:36 Uhr
Dazu fällt mir nur eins ein: Bundeswehr(macht) wegtreten! Nord Atlantische Terror Organisation zerschlagen!
Martin Wagner
2.723
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 10.04.2012 um 07:47 Uhr
Christian, das nenne ich schnell ... kaum aus Frankfurt zurück ... an den Computer ... und schon können (hoffentlich viele) Interessenten, welche verhindert waren, Details nachlesen ... Danke
Birgit Hofmann-Scharf
10.363
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 10.04.2012 um 09:06 Uhr
Ihr könnt stolz auf Euch und darauf sein,
Shula Keshet erlebt zu haben.
Eine Frau, die den Krieg auch als Diskriminierung aller Frauen ansieht !!!
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 10.04.2012 um 09:51 Uhr
Ich denke, viele Menschen haben noch nicht begriffen, wie groß die Kriegsgefahr ist. Goethe hat schon mal gesagt, wenn sie sich in fernen Ländern schlagen, interessiert das hier nicht (ich muss mal das Zitat heraussuchen).
Dein Einsatz ,Christian, ist lobenswert.
Jutta Skroch
13.723
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 10.04.2012 um 13:16 Uhr
Hallo Christian,
danke für den Bericht. Für mich ist das nichts mehr, aber ich bewundere jeden, der mitmacht.

Hallo Michael,
ich war schon mal neugierig, hier das Zitat:

Nichts Besseres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten weit, in der Türkei, die Völker aufeinander schlagen.

Martin war in der Hessenschau von gestern ganz kurz zu sehen.
H. Peter Herold
29.207
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.04.2012 um 16:47 Uhr
Danke Herr Momberger für den Beitrag zumal nach Meldungen die Anzahl der Teilnehmer bei Ostermärschen weiter abnehmend ist. Wahrscheinlich waren die Tanzen, die Nichtteilnehmer ;-(
Stefan Walther
4.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 10.04.2012 um 17:47 Uhr
Ja, der Martin, immer vorne weg :-)), auwei, was ich mir jetzt wieder anhören muss, er ist nämlich einer, der sich NIE in den Vordergrund drängt!

Prima Bericht Christian. Nun Jutta, es gibt auch viele, die nicht mehr mitmarschieren ( können ) und trotzdem zur Kundgebung auf den Römer kommen. Neben den Reden waren es allein schon die Bots wehrt!
Vielleicht nächstes Jahr?

In der örtlichen Tagespresse ist auch je ein Bericht von der Samstagsaktion der Gießener Friedensaktivisten zu lesen...
Christian Momberger
11.293
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 10.04.2012 um 18:58 Uhr
Danke für das Lob und Eure guten Kommentare und richtigen Worte. Michael Du hast völlig recht mit dem was Du schreibst.

In der Tat Jutta, Du hättest - wie Stefan schreibt - auch nur zur Kundgebung am Römer kommen können. Es hätte Dich bestimmt auch wer von Gießen mitgenommen, den einige sind auch mit dem PKW direkt zum Römer gefahren. Und die Bots waren es allemal wert!

> In der örtlichen Tagespresse ist auch je ein Bericht von der Samstagsaktion der Gießener Friedensaktivisten zu lesen...

Stefan, stand da heute schon was drin?

Leider Herr Herold, war die Teilnahme in diesem Jahr nicht so groß, aber es wird hoffentlich auch wieder bessere Jahre geben.

Von wem stammt den das Gedicht, Gisela?
H. Peter Herold
29.207
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.04.2012 um 19:04 Uhr
http://www.hermann-hesse.de/files/pdfs/de_religion.pdf
Ist glaube ich ihr Lieblinsdichter, nicht war Gisela!
Christian Momberger
11.293
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 10.04.2012 um 19:14 Uhr
Danke für den Link.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 12.04.2012 um 12:32 Uhr
Schön, Gisela, dass Du die Reime von Goethe gefunden hast.
Sicher ist es bedauerlich, dass die Zahl der Teilnehmer in Frankfurt relativ gering war. Zu berücksichtigen ist, dass ca. 200 Menschen am gleichen Tag in Marburg waren, um gegen ein "Denkmal" zur Kriegsverherrlichung (1914 - 1918) zu protestieren.
Richtig ist dennoch, dass wir zu wenige waren. Die Kriegsgefahr wird unterschätzt.
Gisela, war das Thomas Mann?
Stefan Walther
4.888
Stefan Walther aus Linden schrieb am 12.04.2012 um 19:05 Uhr
Hallo Gisela, die Frage ist wichtig, warum waren es weniger Teilnehmer beim Ostermarsch ( aber immerhin laut Veranstalter ca. 1.500 in Frankfurt bei der Kundgebung ) ? Liegt es daran, dass auch hier mittlerweile gegen alle etablierten Parteien und deren Politik auf die Straße gegangen werden muss? Gerade die Grünen - früher bezeichneten sie sich selbst als "Friedenspartei" - haben mit den Friedensaktivisten und der Friedensbewegung schon lange nichts mehr gemein. Politisches Desinteresse wäre mir als Erklärung zu einfach, eher schon, dass es kaum gelingt die Menschen über die derzeitigen Kriege, ihre Ursachen und Auswirkungen aufzuklären und sie für den aktiven Protest zu motivieren. Ich war damals zu jung.... aber wenn ich mir mal wieder die Bilder und Reportagen von den Protesten gegen den Vietnam-Krieg anschaue, dann frage ich mich schon manchmal "wieso geht gerade die Jugend, die Schüler, Studenten und Azubis, nicht auf die Straße und protestiert, immerhin geht es heute sogar um Kriege, die Deutschland wieder führt...!"
Vielleicht ist es auch Resignation "wir können doch nichts ändern...", aber auch damit finde ich mich nicht ab, ich denke lieber darüber nach = was machen wir - die "Alten" - falsch, dass in dieser Beziehung nicht viel mehr passiert?
Es gibt auf jeden Fall noch viel zu tun! Und aufgeben, nee, das kommt nicht in Frage!
Christian Momberger
11.293
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 15.04.2012 um 22:03 Uhr
Hallo Zusammen,

dann will ich auch mal noch was dazu sagen:

> Liegt es daran, dass auch hier mittlerweile gegen alle etablierten Parteien und deren Politik auf die Straße gegangen werden muss? Gerade die Grünen - früher bezeichneten sie sich selbst als "Friedenspartei" - haben mit den Friedensaktivisten und der Friedensbewegung schon lange nichts mehr gemein.

Das ist sicherlich ein großer Punkt. Man hat es doch 1999 und 2003 gesehen. Wie viele Bürger und auch Intellektuelle haben 1999 gegen den unter rot-grüner Regierung geführten Kosovo-Krieg protestiert? Und wie viele hunderttausend waren im Frühjahr 2003, als sogar Schröder und Fischer - zu mindestens nach außen hin - sich gegen den Irak-Krieg ausgesprochen haben.

> Politisches Desinteresse wäre mir als Erklärung zu einfach, eher schon, dass es kaum gelingt die Menschen über die derzeitigen Kriege, ihre Ursachen und Auswirkungen aufzuklären und sie für den aktiven Protest zu motivieren.

Ich denke auch da hast Du recht.

> Ich war damals zu jung.... aber wenn ich mir mal wieder die Bilder und Reportagen von den Protesten gegen den Vietnam-Krieg anschaue, dann frage ich mich schon manchmal "wieso geht gerade die Jugend, die Schüler, Studenten und Azubis, nicht auf die Straße und protestiert, immerhin geht es heute sogar um Kriege, die Deutschland wieder führt...!"

Naja, die denke die Zeit und die Gesellschaft ist eine andere. Und die Medien sind es auch. Und die Macht der Medienmanipulation ist heute eher größer as damals.

> Vielleicht ist es auch Resignation "wir können doch nichts ändern...",

Die hat es sicherlich bei einigen die vor 1990 politisch aktiv waren und jetzt müde sind oder eben sich von der Sache abgewandt haben.

> aber auch damit finde ich mich nicht ab, ich denke lieber darüber nach = was machen wir - die "Alten" - falsch, dass in dieser Beziehung nicht viel mehr passiert?

Gute Frage, warum es nicht gelingt die Jugend zu mobilisieren. Ich weiß es nicht.

> Es gibt auf jeden Fall noch viel zu tun!

Absolut! Und daher stimme ich auch Gisela zu, wir sollten nicht aufgeben zu kämpfen.
H. Peter Herold
29.207
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.04.2012 um 11:47 Uhr
oder wie beim Judo machen. Siegen durch nachgeben?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Christian Momberger

von:  Christian Momberger

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