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Die Friedenskonferenz von Yei. Wunden heilen. Gewalt beenden.

Die Teilnehmer der Friedenskonferenz ziehen in die Kirche ein
Die Teilnehmer der Friedenskonferenz ziehen in die Kirche ein
Gießen | Mit einem Gottesdienst und einer Abendmahlsfeier begann heute am 1. April 2012 auf dem Gelände der Evangelical Presbyterian Church in Yei, Südsudan, eine denkwürdige Konferenz. Drei Tage lang werden Vertreter der tief miteinander verfeindeten Stämme der Murle, Lou Nuer und Dinka Bor miteinander reden, beten – und hoffentlich zu einem Friedensvertrag miteinander kommen.
In den letzten sechs Monaten eskalierten die Kämpfe insbesondere zwischen den Murle und Luo Nuer in Jonglei State. Man spricht von mehr als 3.000 Toten, unzähligen Verwundeten und ungefähr 300.000 Binnenflüchtlingen als Resultat dieser Kämpfe. Ein Ende ist nicht abzusehen – Blutvergießen fordert neues Blutvergießen, das ist hier die Kultur.
Da diese Stämme ausschließlich von Rinderzucht leben und sich gegenseitig die Weidegründe und Wasserstellen streitig machen, gibt es immer wieder Anlass für blutige Raubzüge. Dabei werden nicht nur die Rinderherden gestohlen und Menschen umgebracht, sondern auch Frauen und Kinder entführt und Dörfer niedergebrannt. Alle bisherigen Versuche, dem ein Ende zu machen, sind gescheitert.
Unter Federführung der World
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Evangelical Alliance*, dem weltweiten Zusammenschluss evangelikaler Christen, findet nun diese Friedenskonferenz in Yei statt, die sich von anderen Versammlungen dieser Art deutlich unterscheidet: Es werden die einfachen Menschen mit einbezogen, also diejenigen, die von Gewalt und Totschlag direkt betroffen waren oder sind. Hier sitzen nicht nur Minister und Bischöfe beisammen, sondern auch Bürgermeister, Lehrer, Pastoren und Leute ohne Amt und Würden - „from the grassroots“, wie man hier auf Englisch zu sagen pflegt.
Normalerweise gehen solche Veranstaltungen über die Menschen hinweg, die es eigentlich betrifft. Während die Konflikte an der Basis weiterkochen, sitzen feinbetuchte Beamte in klimatisierten Hotels, verfassen wohlformulierte Absichtserklärungen und haben mit den betroffenen Menschen nicht viel zu tun.
Natürlich kann niemand sagen, ob diese Konferenz in Yei einen Durchbruch bringen und die Spirale der Gewalt in Jonglei State beenden wird. Aber wir erhoffen ihn und wissen, dass auch viele Menschen rund um den Globus dafür beten. Was nach Yei auf jeden Fall passieren wird: Die Leute von den „Graswurzeln“ werden in ihren Familien und Clans davon berichten. Was hier geschehen wird an Versöhnung und beginnender innerer Heilung, kommt unter die Leute. In einer auf Erzählen ausgerichteten Gesellschaft sollte das auf jeden Fall kein Problem sein - denn hier nehmen Informationen, ob gute oder schlechte, einen ähnlichen Verlauf wie die Buschfeuer.


* „World Evangelical Alliance“ (WEA) ist der weltweit größte Zusammenschluss von Kirchen und Gemeinden aus 129 Nationen und 100 internationalen Organisationen. Sie repräsentiert über 600 Millionen Christen. Im Internet findet man WEA unter http://www.worldea.org/

Die Teilnehmer der Friedenskonferenz ziehen in die Kirche ein
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Im Gottesdienst
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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
14.289
Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.04.2012 um 14:35 Uhr
Ich kann der Versammlung nur viel Erfolg und ein gutes Ende für alle Beteiligten wünschen.
Ullrich Drechsel
1.637
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 01.04.2012 um 17:24 Uhr
Herzlichen Dank und herzliche Grüße zurück! Soeben ist der 1. Teil der Konferenz zu Ende gegangen, jetzt formieren sich kleine Gruppen, in denen der Konfliktstoff und denkbare Lösungen "aufbereitet" werden sollen. Morgen gehts mit den Ergebnissen dann ins Plenum. Sehr spannend - auch für uns, die wir eine solche Konferenz erstmalig miterleben können.
Peter Herold
14.289
Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.04.2012 um 18:02 Uhr
Ich nehme an Sie berichten darüber weiter. Danke.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Ullrich Drechsel

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Interessensgebiet: Gießen
Ullrich Drechsel
1.637
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