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Das Märchen von der Familie Gießen oder die Landesgartenschau und der Rettungsschirm

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Das Märchen von der Familie Gießen oder die Landesgartenschau und der Rettungsschirm

Es war einmal eine Familie namens Gießen. Sie bestand aus Vater und Mutter und vielen Kindern. Der Vater hieß mit Vornamen Oberbürgermeister, einfach nur „OB“. Der Vorname seiner Frau war Bürgermeisterin, einfach nur „B“.
Die Familie verdiente nicht schlecht. Sie hatte im Jahr 36.000,-- Euro netto zur Verfügung. Allerdings gab Sie im Jahr ca. 38.000,-- Euro aus. Schon blöd. Aber für die Familie Gießen kein Problem. Es gab ja noch die liebe und hilfsbereite Bank Hessen. Und für diesen „guten Kunden“ wurde schnell eine Lösung gefunden. Und schon wurde ein Dispo von 12.000,-- Euro eingeräumt. Herr OB und Frau B bedankten sich für diese feine und unkomplizierte Hilfe. Es war so einfach. Und die Familie Gießen hatte keine Probleme mehr.

Ja aber dann ging es weiter. Es sollte für die Familie investiert werden. Die Familie Bad Wildungen leistete sich ein neues Auto. Allerdings natürlich mehr PS und eine bessere Ausstattung als das Auto der Familie Bad Wildungen sollte es schon haben. Und natürlich sollte auch noch ein Haus angeschafft werden. Schließlich hatte die Familie Bad Nauheim sich erst auch eins gekauft.

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Also auf ins Autohaus. Oh was für ein schöner Wagen. Und so preiswert. Nur 24.000,-- Euro. Und dann noch der vom Autohändler eingeräumte Familienrabatt von 6.000,-- Euro. Da musste die Familie Gießen kaufen. So eine Chance kommt so schnell nicht wieder. Und der Verkäufer war doch auch so nett. Und dann der klasse Zins: nur 2,5% nominal.

Und nun das neue Haus. Nur 180.000,-- Euro. Und schließlich braucht ja jedes Kind der Familie ein eigenes Schlaf- und Wohnzimmer. Und dann die Förderung KFW-Darlehn, Wohnriester-förderung etc.. Insgesamt 30.000,-- Euro. Einfach toll. Da muss man doch zugreifen. Sonst wäre man doch blöd. Eine solche Chance kommt bestimmt so schnell nicht wieder. Und alsbald wurde ein Termin mit der Hausbank vereinbart.

In der Bank angekommen ging Herr OB zunächst zum EC-Automaten. Sein neues Stahlross brauchte doch mehr Benzin als vorher. Aber was sein Auto auch alles hatte und konnte: Klima, 175 PS und, und, und. Ja da muss man doch Gas geben. Also Pin eingeben und Betrag nur 100,-- Euro. Und, und, und… Der blöde Automat gibt das Geld nicht raus. Er sagt nur: „Tschüss!!!“ Der OB kam leicht ins Grübeln und erzählte dieses schreckliche Erlebnis umgehend seiner lieben Frau B. Diese schlug sofort vor, mit dem hilfsbereiten Banker, ein Bruder des freundlichen Autoverkäufers, einen Termin zu vereinbaren.

Und siehe da. Das Haus wurde finanziert und der Dispo gleich mitfinanziert. Ach was war der aber auch wieder so nett. Die Familie zog in Ihr schönes Haus. Und der hässliche Garten. Abgerissen. Neu angelegt. Einfach nachfinanziert. Überhaupt kein Problem.

Aber irgendetwas bereitete Herrn OB Kummer und Sorgen. Es flatterten immer mehr Rechnungen und Mahnungen und sogar Mahn- und Vollstreckungsbefehle ins Haus. Die Familie Gießen war zahlungsunfähig. Da konnte nur dieser verflixte Teufel dran schuld sein. Das war der Familie Gießen sofort klar.

Es blieb nur noch eins. Herr OB rief in seiner großen Not bei RTL an. Und die schickten Peter Zwegert. Er rechnete und rechnete. Aber wie er auch rechnete. Es kam einfach immer das gleiche Ergebnis heraus. Die Familie Gießen muss die Privatinsolvenz beantragen.

Gesagt getan. Die Familie Gießen zog aus ihrem schönen Haus. Die Bank ersteigerte es günstig und verkaufte und finanzierte es weiter. Was für ein toller Gewinn. Der nette Banker bekam einen tollen Bonus.

Die Familie Gießen lebt jetzt unter dem Rettungsschirm. Es ist ein wenig zugig und auch sehr unbequem.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so zahlen sie noch heute. Und wenn sie längst gestorben sind, so zahlen ihre Enkel weiter.

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Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
10.363
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 22.03.2012 um 08:15 Uhr
... und der neue Besitzer des neu finanzierten Hauses hat sicher wiederum von dem netten Banker einen Anschlußkredit aufnehemen müssen, um aus dem ehemaligen Gartenstück wieder einen natürlichen Garten zu machen.

Kompliment Herr Lepere, das haben Sie aber sehr schön erzählt.
Arnd Lepère
592
Arnd Lepère aus Gießen schrieb am 22.03.2012 um 16:57 Uhr
Ja Frau Hofmann-Scharf, diesen Teil vom Märchen habe ich ganz vergessen. Vielen Dank für Ihren Hinweis.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Arnd Lepère

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Interessensgebiet: Gießen
Arnd Lepère
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