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Volker Bouffier gewinnt Duell gegen Thorsten Schäfer-Gümbel

von Sabine Glinkeam 20.01.20091769 mal gelesen1 Kommentar
Grund zur Freude bei den Liberalen: Andreas Becker, Andrea Kaup und Wolfgang Greilich.
Grund zur Freude bei den Liberalen: Andreas Becker, Andrea Kaup und Wolfgang Greilich.
Gießen | Ziemlich "schwarz" sah, wer am Sonntagabend bei Bekanntgabe der Ergebnisse der Landtagswahl auf die Hessenkarte schaute. Abgesehen von Nordhessen sah es dort ziemlich dunkel aus. Doch ein Wahlkreis in Mittelhessen hielt der Eroberung durch die CDU stand. Tatsächlich ist der Wahlkreis 18 (Gießen I) einer der acht von 55 in Hessen, in denen die SPD das Direktmandat gewonnen hat. Der Sozialdemokrat Gerhard Merz siegte dort mit 38,5 Prozent. Er schlug den CDU-Bewerber Klaus-Peter Möller, der 33,5 Prozent der Stimmen bekam. Auch bei den Zweistimmen lag die SPD in diesem Wahlkreis - entgegen dem hessischen Gesamttrend - mit 29,9 Prozent knapp vor der CDU mit 29,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,0 Prozent.
Der hessische Innenminister Volker Bouffier darf jedoch Innenminister bleiben. In seinem Wahlkreis (19 - Gießen II) gewann der Christdemokrat das Direktmandat zum dritten Mal in Folge gegen seinen Herausforderer, den SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel, mit 42,6 Prozent der Stimmen. Dieser erreichte 35,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen kam die CDU auf 34,9 Prozent, die SPD auf 27,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,3 Prozent.
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Wolfgang Greilich (6)Wahlparty (2)SPD (561)Landtagswahl (63)Gerhard Merz (71)FDP (446)CDU (589)Andrea Kaup (1)
Im Wahlkreis 18 erreichte Hiltrud Hofmann (Grüne) 10,6 Prozent der Stimmen, Wolfgang Greilich von der FDP kam auf 11,3 Prozent. Alexander Richter (die Linke) konnte 4,9 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, der unabhängige Kandidat Peter Klis (Bürgerbewegung WIR) 1,1 Prozent. Bei den Zweitstimmen sieht es im Wahlkreis 18 bei den kleinen Parteien folgendermaßen aus: Die Grünen kamen auf 14,3 Prozent, die FDP auf 16,2 Prozent und die Linken auf 6,2 Prozent.
Im Wahlkreis 19 erreichte Direktkandidatin Andrea Kaup (FDP) 10,5 Prozent der Stimmen, Dr. Christiane Schmahl (Grüne) 7,5 Prozent und Michael Feuster (Linke) 3,9 Prozent. Die Zweitstimmen bei den kleineren Parteien verteilen sich auf 15,9 Prozent für die FDP, 11,4 Prozent für die Grünen sowie 4,6 Prozent für die Linken.
Auch in den beiden Gießener Wahlkreisen zeichnet sich der Landestrend ab: Die SPD büßte in beiden Bereichen viele Wählerstimmen, zumeist im zweistelligen Bereich, ein. Die CDU verliert oder gewinnt nur leicht. Die klaren Sieger sind auch hier die FDP und die Grünen, die in allen Orten ordentlich zulegten. Im Wahlkreis 18 gewannen die Grünen sogar 7,8 Prozent. Dennoch steht die SPD in den beiden mittelhessischen Wahlkreisen
Wahlsieger FDP und Grüne: Wolfgang Greilich und Hiltrud Hofmann.
Wahlsieger FDP und Grüne: Wolfgang Greilich und Hiltrud Hofmann.
besser da, als in den meisten anderen Gebieten Hessens. Immerhin sanken die Sozialdemokraten hier nirgends unter die 20-Prozent-Marke, wurden auch nicht von den Liberalen überholt. In einigen Orten konnten die "Roten" auch die 30-Prozent-Marke noch knacken, etwa in Rabenau oder Wettenberg. Dennoch gingen auch tendenziell eher sozialdemokratisch geprägte Gemeinden wie Wettenberg, Heuchelheim oder Biebertal an die CDU. Wahre "CDU-Hochburgen" zeigten sich besonders im Südkreis in Pohlheim (hier besonders Watzenborn-Steinberg und Holzheim), Langgöns, Linden sowie im Ostkreis in Laubach.
Verlierer der Wahl ist eindeutig Thorsten Schäfer-Gümbel, der nicht nur gegen Roland Koch als Spitzenkandidat verloren hat, sondern auch in seinem eigenen Wahlkreis erneut nicht das Direktmandat gewann. Noch nicht einmal in Lich und Schäfer-Gümbels Wohnort Birklar, in dem er am Mittag noch selbst zur Wahl gegangen war, lagen die Sozialdemokraten vorne. Gerhard Merz gab in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk an, der Wahlkreis 19 sei schwerer zu gewinnen als der Wahlkreis 18. Dies hänge mit der Struktur der beiden Wahlkreise zusammen.
Im benachbarten Wahlkreis 17 (Lahn-Dill II), zu dem die Gemeinde Lahnau zählt, gewann Hans-Jürgen Irmer von der CDU das Direktmandat mit 42,4 Prozent der Stimmen. In Lahnau büßte die SPD satte 14,4 Prozent ein. Im Vogelsbergkreis (Wahlkreis 20) zieht Kurt Wiegel von der CDU mit 41,5 Prozent in den Landtag ein. Die Gemeinde Mücke gehört zu diesem Wahlkreis.
In Gießen verfolgten zahlreiche Parteivertreter und fast alle Direktkandidaten die Bekanntgabe der Ergebnisse aus den Wahlkreisen und den einzelnen Städten und Gemeinden via Leinwand im Netanyasaal im Alten Schloss.
Hessenweit sieht das Wahlergebnis folgendermaßen aus: 37,2 Prozent für die CDU, 23,7 Prozent für die SPD, die FDP klettert auf 16,2 Prozent, die Grünen auf 13,7 Prozent. Die Linken erreichen 5,4 Prozent und ziehen allen Prognosen zum Trotz doch wieder mit sechs Sitzen in den hessischen Landtag ein.

Grund zur Freude bei den Liberalen: Andreas Becker, Andrea Kaup und Wolfgang Greilich.
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Skeptische Blicke von Gerhard Merz.
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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.097
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 21.01.2009 um 17:35 Uhr
Schade, dass in der Druckausgabe nicht auch der tolle Sieg von Herrn Merz SPD erwähnt wurde. Der war doch sensationeller, als der von Bouffier! Hätte auch ein Foto verdient.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Sabine Glinke

von:  Sabine Glinke

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Interessensgebiet: Wettenberg
Sabine Glinke
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