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Fiktive Erfolgsmeldung der Befürworter der Landesgartenschau

Gießen | Die ständigen Angriffen von Seiten der unverbesserlichen subversiven Kräften der so genannten Bürgerinitiative gegen die Landesgartenschau haben sich in den letzten Wochen zu wahrhaft hasserfüllten Angriffen auf die Planungen des nur als das Jahrhundertereignis zu nennenden Landesgartenschau 2014 gesteigert.

Dabei wurde auch nicht davor zurück geschreckt mit regulären Mitteln, wie den Gang vor Gerichten, ihre infamen Verleumdungskampagnen zu führen. Diesem verderblichen Treiben konnten wir nicht länger tatenlos zusehen

Heute, Freitag den 24.Februar 2012 ab 7.30 wird zurück geschossen … ähh werden die Bäume für die Baustellen der Landesgartenschau gefällt. (…) gez. Stadtverwaltung und Landesgartenschau GmbH

Ist so viel „Schwarzer Humor“ dem Ernst der Sache oder der Lage angebracht?

Ich denke ja, denn das gut einem Dutzend Landesgartenschaugegner konnte angesichts der fallenden Bäume sich nur in Sarkasmus retten, um die Wut und Trauer so hinnehmen zu können. Es ist schon hart und sehr, sehr bitter zu sehen, wie gesunde Bäume umgesägt werden. Aber der Mensch hat nicht nur Augen, sondern auch Ohren
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und das Geräusch der Motorsäge, des fallenden Baumes und dessen dumpfer Aufschlags wird mir sicher in der dann noch frischen Erinnerung in der kommenden Nacht den Schlaf erschweren. (Der Mensch hat auch eine Nase, aber in den „Genuss“ des Geruchs aus den Schnittflächen der gerade abgesägten Bäume bin ich nicht gekommen, denn die Baustelle war weiträumig abgesperrt.)

Was anderes als trockener Humor/Sarkasmus blieb den Gegnern der Fällungen auch nicht übrig. Spontane Aktionen, aus den momentanen Gefühlen heraus, wären zwar menschlich gesehen verständlich gewesen, aber wären bei starker Medienpräsens (und zwar nicht sichtbarer aber sicher im Hintergrund bereit stehenden Ordnungskräften) kontraproduktiv gewesen.

Nach 7.30 Uhr sammelten sich am Parkplatz der Th.-Litt-Schule die Gegner. Fällaktivitäten waren noch nicht zu beobachten. Gegen 8 Uhr kreischten irgendwo auf dem weitläufigen Gelände die ersten Motorsägen. Ein Gegner kam mit dem Auto vorbei; Start der auswärtigen Fällfirma nicht am Parkplatz, sondern an der Rollschuhbahn. Auf dem Weg dorthin hörten wir die Rotkirsche fallen und konnten sehen wie einer der drei anderen angekündigten Baumfällungen (nach Verkehrssicherheitsgesetz – nicht im Rahmen der Landesgartenschau) in der Regie des Gartenamtes vorgenommen wurde. Pick-up kam uns entgegen; zwei Leute stiegen aus, Fahrer sperrte den Durchgang, Arbeiter holte die Motorsäge von der Ladefläche und sägte den gekennzeichneten etwa 5 Meter vom Weg stehenden Baum um – ungelogen eine Sache von 3 bis 4 Minuten. Das Gartenamt hatte es offensichtlich eilig vollendete Tatsachen zu schaffen, denn diese umgesägten Bäume blieben erst einmal liegen.

An der Eichgärtenallee etwa in 100 Meter Sichtweite zu dem abgesperrten Areal „Schilfgürtel zur THM“ (Baustelle Plattform - dort bereiteten sich die Baumfäller vor) sammelten wir uns erneut. Auch eine kleine Abordnung der Stadt / Landesgartenschau GmbH (Baudezernentin, Geschäftsführer, mir Unbekannte und später ein stadtbekannter Grüner) war anwesend.

Um cirka 8.15 Uhr wurden dann im Schilfgürtel die ersten dünneren (aber wesentlich dicker als ein Finger) Bäume von zwei Arbeiter umgelegt. Weitere Arbeiter transportierten die Baumstücke und das Astwerk aus diesem Bereich.

Das war das Startzeichen für die anwesenden Medien: Wetzlarer Neue Zeitung, Radio FFH und Giessener Anzeiger. Die Dezernentin wurde gefilmt, wir wurden interviewt, der Berichterstatter machte sich Notizen. Ich fand das war eine unmögliche Situation da auf dem Präsentierteller zu sein. Ich kann jetzt besser die Gegner der Baumfällungen verstehen, die im Vorfeld sagten: Den Anblick fallender Bäume tue ich mir nicht an! Das sich sofort einstellende Gemisch von Gefühlen (etwas zwischen Trauer und Wut) das ist etwas ganz Privates, so etwas zerrt niemand gerne an die Öffentlichkeit.

Meine Einschätzung der momentanen Lage des Widerstandes gegen diese Landesgartenschau.

Nur ein paar Stichpunkte; nähere Einzelheiten sind dazu der aktuellen Presserklärung der Bürgerinitiative zu entnehmen.

Die organisierten Kritiker und Gegner in der Bürgerinitiative „Stoppt diese Landesgartenschau“ müssen besser, mehr und vor allen Dingen „jünger“ werden (und zwar recht bald). Das ist nicht nur innerhalb der Gruppe zu bewerkstelligen, sondern auch durch viele, viele Neuzugänge.

***Anfang des Werbeblockes***
wöchentliche Sitzung der Bürgerinitiative ab 19.45 h im Nordstadtzentrum, Reichenberger Str. 9
***Ende des Werbeblockes***

Der Protest ist mit den Baumfällungen nicht zu Ende. Wie genau er weiter geht, ist noch nicht festgelegt. Sicher ist aber, dass die Schiene „Bürgerbegehren/Bürgerentscheid“ * weiter verfolgt wird. Die Bürgerinitiative (BI) existiert und arbeitet weiter!

Natürlich sind die fallenden Bäume demotivierend, aber ein schlauer Mensch schrieb einmal: Ich habe eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg! Die BI wird meiner Einschätzung nach trotz oder gerade wegen der Baumfällungen größer und stärker.

Konkret: Morgen am Samstag ab 10 Uhr am Informationsstand auf dem Seltersweg vor dem Geschäft H&M (schräg gegenüber den Befürwortern der Landesgartenschau vor dem Geschäft Köhler) geht unser Kampf weiter.

* zweckgebunden Zuwendung Rechtsstreit Dietmar Jürgens Antilaga
Kto. – Nr. 89751426 BLZ 513 500 25 Sparkasse Giessen

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Kommentare zum Beitrag

Antje Amstein
5.046
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 24.02.2012 um 13:02 Uhr
Bäume werden in Gießen halt nicht gerne gesehen, alles abholzen ist hier die Devise! Die Natur wird sich rächen, vielleicht auch der Mensch!
Christian Momberger
7.974
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 24.02.2012 um 18:06 Uhr
Danke für Deinen guten Bericht/Artikel Martin. Klar wir kämpfen jetzt erst recht weiter! Und in der Tat Frau Amstein, für Baumfäll Gerda ist das Bäume Fällen ihr wohl liebstes Hobby. Oder wie ist Ihre Aussage am Ende der gestrigen Stadtverordnetenversammlung sonst zu verstehen. Die sie sagte wortwörtlich: "Wer eine Kettensäge hat, ist herzlich eingeladen morgen in die Wiseckaue zu kommen!" (vgl.: http://giessen-direkt.de/vorschlag/sagte-die-bg-wer-eine-kettensaege-hat-ist-herzlich-eingeladen-morgen-die-wiseckaue-zu-komm).
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von:  Martin Wagner

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