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2930 Menschen wollen Josha helfen - großer Erfolg bei Typisierungsaktion

von Redaktion GZam 13.02.20121453 mal gelesen1 Kommentar
Fünf Milliliter Blut reichen aus, um sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Für den zweijährigen Josha muss ein Spender gefunden werden. Foto: Helga Peter
Fünf Milliliter Blut reichen aus, um sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Für den zweijährigen Josha muss ein Spender gefunden werden. Foto: Helga Peter
Gießen | Jeder Nadelstich geht unter die Haut, und mit jedem steigt die Chance, für den zweijährigen Josha einen geeigneten Stammzellenspender zu finden. 2 930  Menschen wollen ihm helfen.

von Helga Peter

Eisemroth. Es ist ein strahlender Wintersonntag, an dem Tausende Menschen in Siegbach einen Spaziergang unternehmen. Auf dem ersten Blick sieht es ganz danach aus, auf den zweiten ist die Ernsthaftigkeit zu erkennen, die Tausende Menschen antreibt, zum Siegbacher Bürgerhaus zu kommen. In der angrenzen Schulturnhalle findet eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) statt. Im Vertrauen, einen geeigneten Stammzellenspender für den an Leukämie erkrankten zweijährigen Josha Haferkamp aus dem Siegbacher Ortsteil Oberndof zu finden, lassen sich 2 930 Menschen fünf Milliliter Blut abnehmen und werden in der DKMS registriert.
Initiatoren der Typisierungsaktion sind die Siegbacher Bürgerinnen Kerstin Sommer, Silvia Wüstenhöfer und Conny Schmidt.

In den Herbstferien erfuhr Sommer, dass Josha an Leukämie erkrankt ist. Zunächst habe es so ausgesehen, als ob
Joshas Schwester
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Typisierung (7)Josha (1)DKMS (5)
Lilli als Spenderin infrage komme. Dann habe sie erfahren, dass die Mutter des Jungen, mit der sie befreundet ist, über das soziale Netzwerk „Facebook“ einen Stammzellenspender für ihr Kind sucht, berichtet Sommer. Sie habe mit Silvia Wüstenhöfer und Conny Schmidt engagierte Frauen gewinnen können und auch Siegbachs Bürgermeister Berndt Happel mit ins Boot geholt, um zu helfen.
Die Initiatorinnen sind schließlich überwältigt von dem spontanen Einsatz der heimischen Ärzte Dr. Rohrbach (Mittenaar), Dr. Michelbacher (Siegbach), Dr. Beck (Bischoffen), Dr. Falkenstein (Oberndorf) und Dr. Hinterlang (Bad Endbach), die sich mit zahlreichen Krankenschwestern, Arzthelferinnen und weit mehr als 200 Personen an der Aktion beteiligen. Unterstützt wird die Typisierungsaktion von Vereinen, Stiftungen und Spendensammlungen. Bereits vor der Aktion gingen 13 000 Euro an Spenden ein, am Aktionstag sind weitere 30 200 Euro hinzugekommen.
Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Typisierung stehen die Spendenwilligen in Zweierreihen vor der Turnhalle, auf dem Pausenhof und bis weit vor dem Gebäude an, um zunächst ihre Daten erfassen zu lassen. Dann wird kontrolliert, ob eine freiwillige Spende erfolgen kann, erst danach wird das Blut abgenommen.

Josha wartet dringend auf einen geeigneten Spender. Foto: Thorsten Richter
Josha wartet dringend auf einen geeigneten Spender. Foto: Thorsten Richter
„Das Blut steht im Vordergrund“, sagt Sommer, die mit einem Ergebnis der Auswertungen, die in einem Speziallabor der DKMS in Dresden erfolgen, in etwa sechs bis acht Wochen rechnet. Auch Wolfgang Schuster, Landrat des Lahn-Dill-Kreises, und Siegbachs Bürgermeister Berndt Happel lassen sich an einer der 26 Stationen typisieren. Bei Spendern mit „schlechten“ Venen wird ein Abstrich der Wangenschleimhaut vorgenommen.

In der DKMS mit Sitz in Tübingen sind bisher 2,6 Millionen Menschen als mögliche Stammzellenspender registriert. Das berichtet Rabea Korthoff, Aktionsleiterin der DKMS (Köln). Lars Gauck aus Lixfeld ist einer, der bereits helfen konnte. Vor etwa 28 Monaten spendete er Stammzellen an eine etwa 50-jährige Engländerin. „Die Spende ist für die Empfängerin erfolgreich und für mich als Spender problemlos verlaufen“, sagt er.
Eine Typisierungsaktion ist teuer, denn jede Typisierung kostet 50 Euro, aber es gibt viele Unterstützer. Der Vorsitzende des Vereins „Menschen für Kinder“ (Braunfels) übergibt mit Vorstandsmitgliedern 1 000 Euro an die Initiatorinnen, wenige Minuten später spendet der Gladenbacher Klaus Reschny weitere 1 000 Euro aus der Stiftung seines Vaters. Nele Schäfer, Schülerin der Mittelpunktschule Hartenrod, überreicht 800 Euro aus einer Schulsammlung. Am Ende der Aktion beläuft sich die Spendensumme auf insgesamt 43 300 Euro.

Die Hilfsbereitschaft überwältigt Siegbachs Bürgermeister Happel. „Diese Solidarität macht Mut“, sagt er. Die Siegbacherinnen Birgit Martin und Simone Schicker berührte das Schicksal des kleinen Josha so sehr, dass sie sich spontan typisieren ließen. Es sei wichtig zu helfen – vor allem dann, wenn man vielleicht ein Leben retten kann, sagen sie.
Heimische Betriebe sponserten rund 2 000 Mittagessen. Außerdem hatten die Landfrauen ein Kuchenbüfett aufgebaut. Im Foyer des Bürgerhauses gab es eine große Tombola, deren Erlös ebenfalls in die Aktion einfließt.

Die DKMS hat ein Spendenkonto für Josha eingerichtet, um die Labor- und Verwaltungskosten von 50 Euro pro Spender finanzieren zu können. Weiter Informationen gibt‘s im Internet unter www.aktion-josha.de.vu oder www.beten-fuer-josha.blog.com

Fünf Milliliter Blut reichen aus, um sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Für den zweijährigen Josha muss ein Spender gefunden werden. Foto: Helga Peter
Fünf Milliliter Blut... 
Josha wartet dringend auf einen geeigneten Spender. Foto: Thorsten Richter
Josha wartet dringend... 

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Kommentare zum Beitrag

Christine Weber
2.511
Christine Weber aus Mücke schrieb am 18.02.2012 um 13:51 Uhr
Hoffentlich finden sich die richtigen Spender für den kleinen Kerl. Er ist so ein hübsches Kind. 2 Jahre alt - er hat soch sein ganzes Leben noch vor sich.
Hallo Lieber Leser
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