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15. April 2012 in Buchenwald: 67. Jahrestag der Selbstbefreiung

Aufruf der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis e.V. zum 67. Jahrestag der Selbstbefreiung - Seite 1
Aufruf der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis e.V. zum 67. Jahrestag der Selbstbefreiung - Seite 1
Gießen | öffentlicher Aufruf der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis e.V

In Erinnerung an das Leiden der Opfer und den Kampf der Häftlinge für eine Gesellschaft ohne Faschismus und Krieg treten wir heute ein

# für ein sofortiges Verbot von NPD und anderen faschistischen Organisationen!
# gegen Naziterror und geheimdienstliche Verstrickungen!


Seit Jahrzehnten haben die überlebenden Häftlinge von Buchenwald ihre Stimme erhoben gegen die Gefahren des Neofaschismus und dessen rassistischen Gewalt. Die Morde der faschistischen NSU und die jahrelange ungehinderte Freizügigkeit der Mörder machen zudem deutlich: Der geheimdienstliche „Verfassungsschutz“ verhindert weder Verbrechen der Nazis, noch schützt er die in Deutschland von faschistischen Organisationen immer wieder mit rassistischer Propaganda und zügelloser Gewalt angegriffenen Menschen. Darüber hinaus ist nicht mehr auszuschließen, dass V-Leute und Beamte des „Verfassungsschutzes“ direkt in Straftaten verstrickt sind, diese zumindest dulden oder verschweigen.

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der
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Selbstbefreiung (2)NPD-Verbot (3)Lagergemeinschaft Buchenwald/Dora (1)KZ Buchenwald (4)Konzentrationslager (6)Jahrestag (4)Gedenktag (10)Gedenkstätte (6)Buchenwald (11)Antifaschismus (68)
Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ Wer dieses politische Vermächtnis der Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald heute als alltägliche Herausforderung für sich selbst und für die Verteidigung demokratischer Rechte versteht, der vertraut nicht (ausschließlich) auf die „Selbstheilungskräfte“ des Staates und seiner Organe, sondern stellt sich mit anderen quer, wenn Nazis die Straßen für sich gewinnen wollen; klärt auf, wenn sie mit fremdenfeindlicher, rassistischer Propaganda die Köpfe der Menschen „vernebeln“ möchten; mischt sich ein, wenn sie Mitbürger/innen demütigen und attackieren.

Zivilcourage und Mut zum antifaschistischen Bekenntnis sowie Engagement - damit werden die Nazis dauerhaft ihrer Freizügigkeit beraubt und in die Schranken gewiesen, werden staatliche Organe und Gerichte nachhaltig zum konsequenten Handeln gegen die Faschisten motiviert, werden gesellschaftliche Verhältnisse geschaffen, in denen für Fremdenhass, Rassismus und Faschismus kein Platz mehr ist. Dazu kann jede/r persönlich einen aktiven Beitrag leisten: durch die Unterstützung regionaler Bündnisse gegen Rechts und gegen Naziaufmärsche, die Forderung nach einem sofortigen Verbot der NPD und aller anderen faschistischen Organisationen sowie die uneingeschränkte Solidarität mit jenen, die den ständigen Verleumdungen und Überfällen der Nazis ausgesetzt sind.

Aufruf der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis e.V. zum 67. Jahrestag der Selbstbefreiung - Seite 2
Aufruf der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis e.V. zum 67. Jahrestag der Selbstbefreiung - Seite 2
Das Gedenken der Opfer der faschistischen Verfolgung in den faschistischen Haftstätten und des heutigen neofaschistischen Terrors sind für uns Verpflichtung zum politischen Handeln. Denn

„Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!“

Veranstaltungen am 15. April 2012 in Buchenwald

10.30 Uhr
3. Treffen der Nachkommen von Überlebenden, Familienangehörigen und Freunden der Buchenwalder
Ort: Kinosaal
Zudem werden geführte Rundgänge, die insbesondere die Perspektive der ehemaligen Häftlinge des Lagers nachzeichnen, durch AntifaschistInnen angeboten.

13.00 Uhr
Gedenkveranstaltung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos zum 67. Jahrestag der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald
Ort: auf dem ehemaligen Appellplatz

Anschließend: Gedenkgang zum Glockenturm

Impressum:
Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora / Freundeskreis e.V.
Telefon 069/5970524
Internet: www.kz-buchenwald.de
E-Mail: lag-buch@muenster.org
Spendenkonto 752290-602 ! Postbank Frankfurt ! BLZ 500 100 60
Verantwortlich: Horst Gobrecht

Aufruf der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis e.V. zum 67. Jahrestag der Selbstbefreiung - Seite 1
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Kommentare zum Beitrag

Michael Beltz
6.899
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 13.02.2012 um 10:22 Uhr
Sehr gut Christian , dass Du diesen wichtigen Teil notwendiger Erinnerung deutscher Geschichte dargestellt hast. Deshalb auch wichtig, weil mit der von Rechts angeleiteten Geschichtsfälschung (Geschichtsrevisionismus) der Versuch gestartet wurde, die Selbstbefreiung als Märchen darzustellen. Den Herrschenden gefällt nicht, dass hier Kommunisten, Sozialdemokraten und andere zu den Befreiern gehörten.
Kurt Schumacher, der in Buchenwald ebenso eingesperrt war wie der Kommunist Emil Carlebach, hat dann später seinen ehemaligen Kampfgefährten als Faschisten beschimpft. Dem schlossen sich Trotzkisten aus Wien an. Kurt Schumacher wurde folglich Vorsitzender der SPD.
Peter Herold
26.300
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.02.2012 um 16:21 Uhr
Ich gaube vielen Gießner ist es nicht bekannt, dass in der Licher Straße auf dem Gelände der heutigen VITOS-Klinik in den letzten Kriegsjahren des 2. Weltkrieges ein Außenkommando des KZ Buchenwald auf dem Gelände der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Gießen angesiedelt war.
Dies nur in Ergänzung des obigen Beitrags.

Ich empfehle hier im Internet den nachstehenden Suchbegriff einzugeben, in dem u.a. auf die dortige Dauerausstellung „Vom Wert des Menschen. Die Geschichte der Heil- und Pfleganstalt Gießen 1911 bis 1945“ hingewiesen wird und aus dem der Hinweis auf Buchenwald stammt. Ich selber habe vor einigen Jahren an einer Führung teilgenommen, die vom zwischenzeitlich verstorbenen Pfarrer Frank Pötter ermöglicht wurde. Die Ausstellung ist sehenswert für alle diejenigen, die sich über die traurige und unrühmliche Geschichte der HuP insbesondere während des 3. Reiches informieren wollen..

Suchbegriff:
"Vom Wert des Menschen. Die Geschichte der Heil- und
Pflegeanstalt Gießen 1911 bis 1945“

weitere aktuelle Hinweise:

http://www.gedenkstaettenforum.de
Christian Momberger
10.949
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 13.02.2012 um 18:20 Uhr
Nichts zu danken Michael. Und Christine Du hast völlig recht, das darf nicht vergessen werden. Daher danke für Eure guten und ergänzenden Kommentare zu diesem aktuellen und wichtigen Thema! :-)
Ilse Toth
34.886
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 18.02.2012 um 17:54 Uhr
Möge es uns allen gelingen, dass sich diese Greueltaten nie mehr wiederholen!
236
Thomas Knecht aus Gießen schrieb am 02.03.2012 um 23:36 Uhr
Der Schwur von Buchenwald

Am 19. April 1945 kamen im befreiten Konzentrationslager Buchenwald 21.000 Männer und Knaben zu einer Trauerkundgebung zusammen und legten den Schwur von Buchenwald ab, der in französischer, russischer, polnischer, englischer und deutscher Sprache vorgetragen wurde.

Kameraden!

Wir Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und seinen Aussenkommandos von der Nazibestie und ihrer Helfershelfer ermordeten

51.000 Gefangenen!
51.000 erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet - abgespritzt -
51.000 Väter, Brüder - Söhne starben einen qualvollen Tod, weil sie Kämpfer gegen das faschistische Mordregime waren.
51.000 Mütter und Frauen und hunderttausende Kinder klagen an!

Wir lebend gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialitäten sahen in ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen.

Wenn uns eins am Leben hielt, dann war es der Gedanke:

Es kommt der Tag der Rache!

Heute sind wir frei!

Wir danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen.

Wir gedenken an dieser Stelle des grossen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue demokratische, friedliche Welt,

F. D. Roosevelt.

Ehre seinem Andenken!

Wir Buchenwalder,

Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, - Slovaken und Deutsche, Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslaven und Ungarn

kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen Verbrecher, für unsere eigene Befreiung.
Uns beseelte eine Idee: Unsere Sache ist gerecht -
Der Sieg muß unser sein!

Wir führten in vielen Sprachen den gleichen, harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende.
Noch wehen Hitlerfahnen!
Noch leben die Mörder unserer Kameraden!
Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum!

Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Apellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens:

Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.

Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.

Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und sprecht mir nach:

W I R S C H W Ö R E N !
Christian Momberger
10.949
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 03.03.2012 um 00:01 Uhr
Danke für das vollständige Einstellen des Schwurs der Häftlinge des KZ von Buchenwald.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Christian Momberger

von:  Christian Momberger

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