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Studie der Goethe Uni generiert Spendenzufluss für Theater Altes Hallenbad Friedberg

von Marc Rohdeam 13.01.20121298 mal gelesenkein Kommentar
Leonie Gerhards erklärte Marc Rohde die Hintergründe zu ihrer Studie
Leonie Gerhards erklärte Marc Rohde die Hintergründe zu ihrer Studie
Gießen | Da staunten die Hallenbadfreunde in Friedberg nicht schlecht, als ihnen kürzlich ein Spendeneingang im mittleren dreistelligen Bereich von einem ihnen unbekannten Auftraggeber ins Auge fiel. Als Verwendungszweck war lediglich „Spende – Onlinestudie Uni Frankfurt“ angegeben. Schnell ließ sich die Verantwortliche Leonie Gerhards ausfindig machen. Sie arbeitet an der Goethe Universität Frankfurt im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften / Fachbereich Management und Mikroökonomie unter der Leitung von Professor Dr. Michael Kosfeld und erklärt den Zusammenhang wie folgt:

„Die Studie ist Teil meiner Dissertation und befasst sich mit der Frage, ob Mitarbeiter neben monetären Anreizen auch durch die Mission eines Unternehmens motiviert werden können und diese beiden Arten von Motivationsanreizen substituierbar, also gegeneinander austauschbar sind.
Um diese Frage zu beantworten habe ich verschiedene Studien durchgeführt. Zunächst lud ich die Mitarbeiter eines humanitären Hilfswerks ein, an einer Studie teilzunehmen. Die Teilnehmer übernahmen darin die Rolle eines Arbeitnehmers und trafen Entscheidungen über ihre
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Leistungsbereitstellung für ihren Arbeitgeber. Die Arbeitnehmer fällten ihre Entscheidungen in verschiedenen Situationen: In einer Situation generierte ihre Leistungsentscheidung zugleich eine Spende an das Projekt Theater Altes Hallenbad, in einer anderen Situation generierten Sie mit ihrer Entscheidung eine Spende an das humanitäres Hilfswerk, für das sie hauptberuflich arbeiteten. Um für die Teilnehmer der Studie tatsächlich monetäre Anreize zu setzen, beeinflussten ihre Entscheidungen auch ihre eigene Auszahlung sowie die eines zugeordneten Arbeitgebers. Diese Studie bildet die Realität zwar nur recht abstrakt ab, erlaubt es aber einzelne Teilaspekte aus dem wahren Leben detaillierter anzuschauen und genauer zu verstehen. Diese Methodik wird auch experimentelle Wirtschaftsforschung genannt.
Das gefundene Hauptresultat ist, dass die Angestellten durch die Missionen beider Organisationen, für die sie eine Spende generieren, motiviert werden eine höhere Leistung zu wählen: Sie verzichten sogar selbst auf einen Teil ihres Gewinns, um höhere Spenden zu generieren. Dieser Effekt ist in der Theater Altes Hallenbad-Situation schon klar zu erkennen, tritt allerdings noch stärker in der Situation mit dem humanitären Hilfswerk zu Tage. Die gesamte Studie wiederholte ich danach noch ein zweites Mal mit Studenten, die beruflich weder dem Hilfswerk noch dem Theater Altes Hallenbad nahe stehen. Die Ergebnisse der ersten Studie konnten auch mit diesem Teilnehmer-Pool repliziert werden. Monetäre Anreize und das Wissen für einen guten Zweck zu arbeiten, scheinen also substituierbar zu sein.
Das Theater Altes Hallenbad wählte ich als Spendenempfänger aus, da das humanitäre Hilfswerk ebenfalls in der Region nahe Friedberg angesiedelt ist. Somit erwartete ich, dass die Mitarbeiter des Hilfswerks allein schon aus einem Gefühl der Heimatverbundenheit für dieses Projekt interessierten“

„Es ist immer wieder toll, unerwartete Hilfen für die Rettung des Alten Hallenbads zu erhalten.“ so Marc Rohde, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Theater Altes Hallenbad gGmbH. „Gerade Menschen von Außerhalb, die auf unser Projekt aufmerksam werden, bestätigen uns in der Annahme dass unser bürgerschaftliches Engagement eine gewisse überregionale Strahlkraft ausübt.“ So erfuhr Leonie Gerhards zum Beispiel über das Internet von den Hallenbadfreunden in Friedberg und fand die Initiative sofort unterstützenswert.

www.theater-altes-hallenbad.de

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