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Ägyptische Christen im arabischen Frühling – "Open Doors"

Dr. Daniel Ottenberg, Internationales Team bei "Open Doors"
Dr. Daniel Ottenberg, Internationales Team bei "Open Doors"
Gießen | Am Mittwoch den 14. Dezember berichtete Dr. Daniel Ottenberg an der Freien Theologischen Hochschule über die aktuelle Lage der Christenverfolgung in Ägypten und gab einen Einblick in die Arbeit von „Open Doors“. Ottenberg arbeitete bei der Hilfsorganisation, die sich um die Lage verfolgter Christen kümmert, zwei Jahre im Bereich Menschenrechte und ist seit drei Monaten im internationalen Dienst tätig.

Der arabische Frühling bringt wohl Gutes wie auch Schlechtes nach Ägypten. Ottenberg: „Was an dieser Revolution sensationell war: Die Christen waren beteiligt.“ Sie hätten zusammen mit den Muslimen auf dem Tahrir-Platz demonstriert. Das habe es in diesem muslimischen Land noch nie gegeben. Freitags hätten die Muslime, die sich vorher niedergeworfen hätten zum Gebet, einen Ring gebildet, um die Christen vor Soldaten zu schützen. Sonntags wäre es andersherum gewesen. Allerdings sei das nach dem Abgang Mubaraks wieder anders gewesen.

Nach Ottenbergs Beobachtungen werden die Christen mittlerweile in den Demonstrationen wieder vermehrt an den Rand gedrängt. Das Eintreten für eigene Rechte an der Seite von Muslimen koste wieder Opfer. Das zeige auch der 9. Oktober diesen Jahres, an dem 27 Christen bei einer Demonstration in Kairo ums Leben gekommen sein sollen.

Die Kirchen in Ägypten stehen Ottenbergs Bericht zufolge unter Polizeischutz. Was zum einen eine staatliche Sicherheit biete, sei zum anderen eine Überwachung der Kirchen. Eine ägyptische Christin habe gesagt: „Wir Christen gehen immer an der Wand entlang.“ Christen müssten in Ägypten aufpassen, dass sie bloß nicht auffallen, anecken oder irgendjemandem einen Anlass geben, sie zu beschuldigen, zu belästigen, zu demütigen oder vor die Gerichte zu schleppen.

Ottenberg berichtete außerdem, dass es trotz aller Widerstände viele lebendige Gemeinden in Ägypten gäbe. Die Kirchen seien am Sonntag voll. Immer wieder sollen Muslime durch Träume und Visionen zum Glauben an Jesus Christus gekommen sein, obwohl dieser Glaubenswechsel in Ägypten ungemütliche Konsequenzen nach sich ziehe.

Nach Darlegung von Ottenberg, möchte Open Doors christliche Gemeinden in Ländern mit Christenverfolgung stärken. Dazu gehören Seelsorge an traumatisierten Kindern und Erwachsenen sowie Einsätze in Zufluchtsländern für konvertierte Christen. Das Werk wolle zudem die freie Welt über Christenverfolgung informieren und das Bewusstsein für die Not dieser Menschen stärken.

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