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Urabstimmung umsonst - Universitätskommission tritt studentischen Willen mit Füßen

Gießen | Die Hochschulgruppen an der JLU Gießen nehmen mit tiefer Bestürzung und Enttäuschung zur Kenntnis, dass die Senatskommission Studiengänge am 14.12.2011 den studentischen Antrag zur Ausklammerung von Modulnoten im Abschlusszeugnis von modularisierten Studiengängen abgelehnt hat. In einer studentischen Urabstimmung im Januar 2011 sprachen sich über 76% der an der Wahl teilnehmenden Studierenden für eine fachbereichsübergreifende Regelung aus, die festlegt, dass 1/3 aller Modulnoten, die im Laufe des Studiums erworben werden, aus der Endnotenberechnung ausgeklammert werden können. Dies ist bereits in zwei Studiengängen möglich.
Trotz des großen Entgegenkommens seitens der Studierenden gegenüber der Universitätsleitung bei der Ausarbeitung einer allgemeingültigen Regelung, der laut Aussage der Rechtsabteilung keine juristischen Argumente entgegen stehen, sprach sich die Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder der Senatskommission, in der u.a. ProfessorInnen, StudiendekanInnen, die erste Vize-Präsidentin und studentische VertreterInnen sitzen, wegen vermeintlich zu hohem Arbeitsaufwand gegen den gesamten Entwurf aus. Nur die studentischen Mitglieder, die eine Minderheit in diesem Gremium bilden, stimmten für den Entwurf. Damit kann der Antrag auf absehbare Zeit nicht mehr im Senat behandelt werden.
„Wieder einmal wurde der Wille der Studierenden, die über 90% der Mitglieder an der Universität ausmachen, gänzlich ignoriert. Mit dieser Entscheidung zeigt sich zum wiederholten Mal, dass offenbar kein Interesse besteht, die Versprechungen, die in der Vergangenheit gegenüber den Studierenden geäußert wurden, in die Tat umzusetzen.“ so Daniel Holzhacker, studentischer Vertreter in der Senatskommission. Während des Bildungsstreiks 2009 zeigten sowohl große Teile der ProfessorInnenschaft als auch das Präsidium Bereitschaft, die Prüfungsbelastungen der Studierenden zu reduzieren. Die Umsetzung der Urabstimmung wäre hierbei ein großer Schritt gewesen. Stattdessen wurden Reformprozesse in den einzelnen Fachbereichen, die zu einer Entlastung der Studierenden geführt hätten, durch die Ablehnung auf höchster Ebene blockiert.
Die hochschulpolitischen Listen erkennen an, dass die Fachbereiche im Nachgang des Streiks den Studierenden z.T. entgegengekommen sind, indem Prüfungsformen flexibilisiert wurden. Ein wirklicher Reformprozess, der der Verschulung von Studiengängen und übermäßiger Prüfungsbelastung entgegensteht, ist zu unserem Bedauern nicht eingetreten.
In diesem Zusammenhang klingt die Äußerung der Vize-Präsidentin, dass die einzelnen Fachbereiche auf freiwilliger Basis, in einem frei zu wählenden Zeitraum überprüfen sollen, ob diese in ihren Studiengängen mehr Module ohne Noten und lediglich mit „bestanden“ bewerten“ können, wie eine Verhöhnung der Studierendenschaft. Der Hinweis der studentischen Mitglieder, dass eine solche Regelung den Studierenden keine Wahlmöglichkeit bezüglich der in die Endnote eingehenden Module eröffnet, wurde ignoriert. Die aktuelle universitätsinterne Zulassungsbeschränkung mit der Note 2,6 zu Masterstudiengängen macht es vielen Bachelor-AbsolventInnen unmöglich, einen Master in Gießen abzulegen.
Trotz dieses niederschlagenden Ergebnisses werden sich unsere Hochschulgruppen weiterhin für die Verbesserung der Studienbedingungen einsetzen und auch die Modulausklammerung nicht als gescheitertes Projekt ansehen.

Dies ist eine gemeinsame Mitteilung der Hochschulgruppen:
UniGrün; Juso Hochschulgruppe; Unsere Uni.; Brennpunkt Uni; Liberale Hochschulgruppe; Piraten-Hochschulgruppe; Demokratische Linke; Die Linke.SDS

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