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Aktion Mensch fördert Zentrum selbstbestimmt Leben Gießen

Vorstand Uwe Paul Gaidzik und Erika Wolf unterzeichnen die Papiere für die Förderung durch die Aktion Mensch
Vorstand Uwe Paul Gaidzik und Erika Wolf unterzeichnen die Papiere für die Förderung durch die Aktion Mensch
Gießen | Gießen (pm). Vorstand und Geschäftsführung des vier Monate alten Zentrums selbstbestimmt Leben Gießen e.V. können von einen großen Erfolg beim Aufbau des Zentrums berichten. Wie die Aktion Mensch in den vergangenen Tage mitteilte, entschied das Kuratorium die Förderung des Zentrums zu bewilligen. Dabei geht es um die sogenannte Starthilfe-Förderung. Dabei werden neue Strukturen gefördert mit einem 80-Prozentigen Zuschuss für 1,5 Personalstellen. Für das Gießener Zentrum bedeutet dies für 2012 einen Zuschuss in Höhe von rund 41.000 Euro. Daneben wird die Kampagne „Behindere mich nicht“ mit einem Zuschuss von 4000 Euro gefördert. „Damit sind wir einen sehr großen Schritt bei unseren Aufbaubemühungen weitergekommen“, erklärt Geschäftsführer Alexander Busam.

Mit dem Geld kann jetzt die allgemeine Beratung für Menschen mit Behinderung dargestellt werden. Das besondere beim Zentrum in Gießen ist hier, dass nach der Beratungsmethode des „Peer Counseling“ beraten wird. Dabei werden die behinderten Klienten von selbst betroffenen BeraterInnen begleitet auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben. Maßgeblich bei der Beratung ist das Verhältnis zwischen Berater und Klient. Auf Augenhöhe wird versucht, die Lebenssituation zu verbessern. Dabei werden sämtliche Lebensbereiche abgedeckt, ob dies die Gesundheitsversorgung, die Wohn- oder Arbeitssituation oder die Situation in Schule und Studium ist.

Zudem muss klar sein, dass der Berater keine Patentrezepte präsentiert sondern dem Klienten hilft, selbst eigene Lösung für die selbstbestimmten Ziele, Wünsche und Bedürfnisse zu finden und diese zu realisieren. Dies entspricht dem Kern der Idee des Peer Counselings. „Wir wollen begleiten bei einem Prozess für mehr Teilhabe und Inklusion, nicht nur bei der Interessenvertretung, sondern auch bei der Beratung. Wir bevormunden nicht, wir sind nicht die besseren oder gescheiteren Menschen. Wir als Betroffene wissen selbst genau, was Ausgrenzung, Diskriminierung und Schikane bedeutet. Deshalb wissen wir auch wie ungemein wichtig schon der selbstbestimmte Prozess ist, sich aus schwierigen Situationen selbst zu befreien“, erklärt Busam.

Ab dem 1. Februar will das Zentrum wöchentlich mehrere offene Beratungssprechstunden anbieten. Durch eine Vereinbarung mit der Arbeitsloseninitiative Gießen kann dies auch schon zu Beginn des Jahres anlaufen. Das Zentrum kann dafür einen barrierefreien Raum nutzen. Falls nötig werden auch die Klienten zu Hause besucht.

Informationen über die genauen Sprechzeiten erhält man unter www.zsl-giessen.de oder per Email unter beratung@zsl-giessen.de. Bis auf weiteres gilt auch die bisherige Postanschrift (Zentrum selbstbestimmt Leben Gießen e.V., c/o Alexander Busam, Licher Straße 19a, 35394 Gießen). Natürlich versucht das Zentrum in den nächsten Wochen und Monaten ein eigenes Domizil zu organisieren. Allerdings benötigt das Zentrum für die Mietkosten eines eigenen Büros weitere Spenden, Zuwendungen und Förderungen.

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