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Eisheilige Nacht: Vier Bands rocken die Hessenhalle

Gießen | Weihnachtstouren haben bei den Mittelalterfolk-Rockern von Subway to Sally eine lange Tradition. Auch in Gießen schätzt man die Besuche der Potsdamer seit einigen Jahren als festen Höhepunkt kurz vor den Feiertagen. Am 17. Dezember ist das Septett mit der „Eisheiligen Nacht“ in der Gießener Hessenhalle zu Gast. Dieses Mal bieten die Potsdamer allerdings nicht nur Solo-Konzert mit Supportact, sondern bringen erstmals ein Festival der Superlative mit insgesamt vier Bands nach Gießen.

Subway to Sally wären nicht sie selbst, wenn sie sich nicht immer wieder Neues einfallen ließen. Und so kam die Idee auf, die festivalfreie Zeit mit einem eigenen kleinen Festival zu überbrücken, man lädt sich eng befreundete Bands ein und lässt es vor den besinnlichen Weihnachtstagen noch einmal richtig krachen. 2009 richteten Subway to Sally erstmals ein eigenes Festival in ihrer Heimatstadt Potsdam aus. Das kam so gut an, dass im Jahr darauf gleich vier Festivals daraus wurden. Bei der Eisheiligen Nacht in Gießen sind also neben den Gastgebern die Speedfolker von Fiddler’s Green, die harten Jungs von Megaherz sowie die Klassik-Folk-Rocker von Letzte Instanz dabei.

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Die Mittelalterfolk-Rocker von Subway to Sally selbst haben neben altbekannten und bewährten Hits auch ihr im September erschienenes Album „Schwarz in Schwarz“ im Gepäck. Der Titel stellt dabei mehr eine komplette Geisteshaltung dar als etwa eine Hommage an AC/DCs Kultalbum „Back in Black“, wie Mancher vermuten könnte. Für Gothics und Metaller ist Schwarz seit jeher das Farbsymbol, das sie vom Mainstream absetzt. Mit seiner härteren Gangart knüpft „Schwarz in Schwarz“ an die metal- und gothicgeprägten Alben „Engelskrieger“ und „Nord Nord Ost“ an.

„Schwarz in Schwarz“ ist dabei der Soundtrack zu einem imaginären Film, den die Musiker sich vorgaben - voller Anspielungen auf ihr Oeuvre und die Geschichte der Band, die sich hier selbst zitiert, in komplexen Songstrukturen austobt und ihre Ansätze neu auf den Punkt bringt.

Ja, auf diesem Album ist oft die Rede von Schwarz: Himmel, Meere und Aussichten sind düster, die Welt um uns stürzt ein. Da sind private Höllen, durch die wir gehen, wie in „Mir allein“, einer beklemmend realistischen Kidnapping-Moritat. Da sind Paradiese, durch die man uns peitscht und Orte, „Wo Rosen Blüh’n“, an denen nach uns nichts mehr wächst. Da sind Gesellschaften
am Rande des Kollaps‘ wie in „Schlagt die Glocken“, wo eine von allen guten Geistern verlassene Menschheit auf Zeichen und Wunder hofft. Sänger Eric Fish, der begnadete Interpret und Rollenspieler, schlüpft in all diese Texte wie in einen Handschuh.

Seit mehr als 20 Jahren auf der Bühne

Fiddler’s Green feierten 2010 ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum, und eines ist unbestritten: Die Jungs rocken! Wer einmal die schweißtreibende Show der Erlanger, die auszogen, um mit dem drögen Image der Folkmusik aufzuräumen, kommt davon nicht mehr los. „Fiddler’s Green“ heißt Abfeiern, heißt Tanzen und Party, getreu dem Band-Motto: „Folk’s not dead!“ Klar, dass sie dieses Motto auch auf dem aktuellen Album „Wall of Folk“ präsentieren. In Gießen machten „Fiddler's Green“ im April bereits als Vorgruppe von „In Extremo“ von sich Reden.

Die Münchner Band Megaherz ist derzeit mit ihrem Remix- und Remakealbum „Loblieder“ auf Tour. Die Band wird in einem Atemzug mit Gruppen wie „Rammstein“ oder „Oomph!“ genannt und der Stilrichtung „Neue Deutsche Härte“ zugeordnet. Für „Loblieder“ arbeitete man mit berühmten Künstlern der Gothicszene wie den „Krupps“ oder „Covenant“ zusammen. Bei ihrer gnadenlosen Liveshow rocken „Megaherz“ die Bühne - für Liebhaber des gepflegten Schädelnickens und einer gehörigen Portion ungezogenen Scharfsinns haben sie jedenfalls immer die passende Antwort.

Die Brachialromantiker von Letzte Instanz sind aus der deutschen Gothic- und Dark- Rockszene nicht mehr wegzudenken. 2010 brachte die Band aus Bayern, Berlin und Sachsen ihr Album „Heilig“, den zweiten Teil einer angekündigten Trilogie, auf den Markt. „Heilig“ ist schnell, direkt und brachial und lässt doch genügend Raum für romantische Zwischentöne. Die Texte in dem melodieverliebten Gothic-Rock drehen sich bei „Letzte Instanz“ um Liebe, Hoffnung, Aufbruch - eben um die ganz großen Gefühle.

Beginn der „Eisheiligen Nacht“ am 17. Dezember ist um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Der Vorverkauf mit Tickets zum Preis von 30 Euro ist bereits eröffnet. Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.dtt-konzerte.de.

 
 

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