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Kritiker der Landesgartenschau veranstalteten Kundgebung

Gießen | Am heutigen Samstag, 3. Dezember 2011 hatten die Kritiker der Landesgartenschau
zu einer Kundgebung auf dem Platz vor dem Gießener Rathaus aufgerufen.

Trotz des regnerischen Wetters konnte Moderator Peter Zerche etwa 100 Teilnehmer begrüßen.

In mehreren Redebeiträgen wurden die Kritikpunkte hervorgehoben:
Die Schulden der Stadt Gießen liegen laut Haushaltsplan zurzeit bei 234,6 Millionen €. Die Zinslast pro Jahr beträgt ca. 250 Tausend €. Dazu kommen noch die Kassenkredite bis zu 80 Millionen € und deren Zinsen.
Die Kosten der Landesgartenschau werden den derzeitigen Schuldenstand wesentlich ansteigen lassen. Für die Investitionen sind 21,4 Millionen und für die Durchführung weitere 11 Millionen € beschlossen.
360 Bäume und 2.100 qm² Gehölzfläche sollen vorwiegend den Zielen der Landesgartenschau geopfert werden.
Für das Palmencafé am Neuen Teich werden Teile des Schilfgürtels zerstört und es muss die alte, riesige Weide gefällt werden.
Durch die enorme Verschuldung werden Gebühren angehoben, die von den Bürgern dieser Stadt aufgebracht werden müssen.
Wichtige städtebauliche Bauprojekte wie Sanierung Bahnhofsvorplatz und Konrad-Adenauer-Brücke, aber auch die weitere Sanierung der Schulen werden nur teilweise durchgeführt oder auf unbestimmte Zeit wegen der Landesgartenschau verschoben.

Mehr über...
Die Redner
Beate Allmenröder, Schulpfarrerin und Lehrerin an einer Berufsschule in Gießen
Maximilian Georg, Schulsprecher der Herderschule
Dietmar Jürgens, Diplom-Biologe
Dr. Ulf Immelt, Organisationssekretär, DGB Mittelhessen und
Elke Koch-Michel, Stadtverordnete, Bürgerliste Gießen
gingen noch einmal im Detail auf die einzelnen Kritikpunkte ein und machten die Zusammenhänge zwischen den nur teilweise durchgeführten bzw. zurückgestellten Infrastrukturmaßnahmen wie z. Bsp. Ausbau des Bahnhofsvorplatzes, Sanierung der Konrad-Adenauer-Brücke, Sanierung von Schulgebäuden und weiteren öffentlichen Einrichtungen und den Investitionen der Landesgartenschau sowie die Folgen und Auswirkungen der Eingriffe in das Ökosystem der Wieseckaue deutlich.
Die Veranstaltung wurde von einem Kamerateam des Hessischen Rundfunks begleitet.nahmen wie z. Bsp. Ausbau des Bahnhofsvorplatzes, Sanierung der Konrad-Adenauer-Br

1
Trotz widriger Witterungsbedingungen haben sich viele Bürger die kritischen Redebeiträge angehört und...
...  auch mit Plakaten und Transparenten ihren Unmut bekundet.
Zeichen des Protestes; Moderator Peter Zerche
Beate Allmenröder, Schulpfarrerin und Lehrerin an einer Berufsschule in Gießen
Maximilian Georg, Schulsprecher der Herderschule (im Vordergrund am Megafon: Michael Janitzki, einer der Mitinitiatoren)
Elke Koch-Michel, Stadtverordnete, Bürgerliste
Dr. Ulf Immelt, Organisationssekretär, DGB Mittelhessen
Stimmen aus dem Volk...
...ohne Kommentar...

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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
11.236
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 03.12.2011 um 16:15 Uhr
Danke für den Bericht. In der Tat echt blöd, dass das Wetter so schlecht war. Aber dennoch waren einige gekommen und das war und ist gut. Es waren kurze und gute Reden, die gehalten werden. Der Protest muss weitergehen um dafür zu sorgen, dass die LaGa 2014 - ein geldfressendes, Schulden erzeugendes aber sonst nichts bringendes Monstrum - gestoppt wird.
Christian Momberger
11.236
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 03.12.2011 um 17:21 Uhr
Klar, es hätten mehr sein können/müssen. Aber ich denke es lag schon auch am Wetter. Und ich bin mir auch nicht sicher, wie groß und breit in der gesamten (!) Bevölkerung die Aktion bekannt war. Ob wirklich jeder Gegner der LaGa davon wusste.
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 03.12.2011 um 17:30 Uhr
Ja, die Resonanz hätte besser sein können. Nach der Auftaktveranstaltung in der Kongresshallen-Gaststätte war mit größerem Zuspruch zu rechnen. Aber viele waren - auch bedingt durch die Adventszeit - anderweitig eingespannt.
Und ich denke die relativ kurze Vorbereitungszeit und die Veröffentlichung in der Lokalpresse am Freitag war sicher auch etwas kurzfristig...
Michael Beltz
7.644
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 03.12.2011 um 18:25 Uhr
Meine Einschätzung ist insgesamt positiv. Widrige Bedingungen sind bereits von Christian und Uli genannt.
Gut fand ich die Auswahl der Redner, eben nicht nur "Berufspolitiker" die sich profilieren wollen, sondern Vertreter unterschiedlicher Richtungen. Auch die Spannbreite der Reden war vorhanden, ohne Gegeneinander zu erzeugen.
Von "eine Gartenschau ist doch recht schön" bis zur vollständigen Ablehnung einer solchen die Natur zerstörenden und die Schulden erweiternden Mammutveranstaltung.
Das Motto "Stoppt die Landesgartenschau", worauf wir uns am letzten Mittwoch geeinigt haben, halte ich für gut, eben weil es die ganze Bandbreite der Protestierenden und ihre zum Teil unterschiedliche Interessenlage berücksichtigt.
Auf der Mitgliederversammlung der DKP am Donnerstag haben wir uns nochmal mit deutlicher Mehrheit (etwa 80 %) dafür ausgesprochen, diese LaGa abzulehnen und alles zu unterstützen, was im Bündnis getan wird.
Stefan Walther
4.659
Stefan Walther aus Linden schrieb am 03.12.2011 um 22:23 Uhr
Sicher Rüdiger, das kann und soll man auch darstellen. Aber das geschieht nunmal nicht von heute auf morgen, dazu bedarf es sehr viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit! Darauf kommt es jetzt an. Wir müssen die Menschen davon überzeugen, dass sie selbst aktiv werden müssen damit sich etwas ändert. Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben, da gehört Vertrauen dazu, da muss Verantwortung und Aufgaben in viele Hände gelegt werden....Nur ein ganz kleines Beispiel: ich habe einige Info-Zettel zu den anstehenden Terminen heute verteilt, da hat mir eine Frau die Hälfte abgenommen und gesagt: "Warum wollen Sie die denn alleine verteilen, geben Sie mal her..."
Über die Mobilisierung muss man natürlich auch nachdenken, man kann alles verbessern. So habe ich mich gefragt, wieso spricht da ein Schulsprecher (was sehr gut war!), aber darüber hinaus sieht man keine Schüler bei der Kundgebung, da muss doch was falsch gelaufen sein?
Da spricht der Kollege Immelt vom DGB, nur von der Gewerkschaft, von den Kollegen aus den Betrieben ...war (außer denen, die auch so gekommen wären) auch nicht viel zu sehen.
Sehr gut, dass die Kundgebung geprägt war vom Bild der Bürgerinnen und Bürger, der Bandbreite der Redner, und wie Michael schon feststellte, vom gemeinsamen Nenner "Stoppt die Landesgartenschau!"
Alles muss immer von allen Seiten betrachtet und untersucht werden, gutes beibehalten (und verbessern), weniger gutes abgestellt werden.

Es gibt keinerlei Grund pessimistisch zu sein!
Peter Lenz
526
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 04.12.2011 um 00:21 Uhr
Sicher lehnen viele die geplante Landesgartenschau ab, aber sie wollen auch nicht gleichzeitig mit den "Linken" in einen Topf geworfen werden.
Diese alles erdrückende Rechthaberei ist nicht jederman Sache, aber darüber werden die "Kampfgenossen" bestimmt nicht nachdenken.
Man hat ja das Wetter, das Schuld ist.
Stefan Walther
4.659
Stefan Walther aus Linden schrieb am 04.12.2011 um 09:51 Uhr
Wissen Sie Herr Lenz, dass dies nur noch nervt!?
Gehen Sie doch mal lieber auf Inhalte und Argumente ein, als dass Sie hier Ihr Lieblingsspielchen "Hetze gegen alles was links von der CDU ist" zu betreiben.
Falls Sie das noch nicht wussten, wir helfen Ihnen gerne weiter, es geht hier um ein breites, überparteiliches Bündnis, das Sagen haben die Bürgerinnen und Bürger. Und die haben, im Gegensatz zu Ihrer Voreingenommenheit, keinerlei Berührungsängste, egal um wen, und um welche Organisation oder welche Partei es sich handelt.
Die einzige Frage, die die Landesgartenschau - Kritiker interessiert ist: "Wer will sich mit uns für die Absage, die Verhinderung, der LaGa einsetzen". Und da ist jeder willkommen, darauf können Sie sich verlassen, und über Spaltung, darüber reden wir nicht einmal, das überlassen wir den immer panischer werdenden Befürwortern der LaGa! :-))
Michael Beltz
7.644
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 04.12.2011 um 11:02 Uhr
Herr Lenz, ich bedaure, dass Sie wohl am Samstag nicht dabei waren. Da hätten Sie viele Gießener gesehen, die z.T., wie sie sagten, noch nie auf einer Demo oder Kundgebung waren.
Die Menschen merken selbst, wie sie unter anderem durch Wahlversprechen belogen werden. Da wurde von Transparenz und Bürgerwillen geschrieben - "allein mir fehlt der Glaube" (Goethe, Faust)
Ich selbst bin ein Linker und will niemanden in meinen Tppf geschmissen haben. Wir werden auch weiterhin im GIEßENER ECHO argumentiern und die Menschen werden unsere Ausagen überprüfen und selber nachdenken. - - -
Das schlechte Wetter übrigens, und das war allgemeine Erkenntnis, wurde von Frau Weigel-Greilich bestellt.
Peter Lenz
526
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 04.12.2011 um 11:12 Uhr
Sie wissen garnichts? Sie GLAUBEN, aber das heißt eben NICHTS wissen. Sie wissen weder wogegen, noch wofür ich bin und das nervt Sie sicher, gut so.
Hören Sie einfach auf, alles und jeden einordnen zu müssen und was noch schlimmer ist BEKEHREN zu wollen.
In diese wunde Stelle wird man immer wieder den Finger legen!
Und das ist auch gut so.
Das kann sein Herr Beltz, aber so viele Gießener waren es wohl doch nicht, selbst wenn welche dabei waren die noch nie auf einer Demo o.ä. gewesen sind. Es ist völlig legitim, dass Gruppen auf Misstände aufmerksam machen können und sollen, aber gleich zu glauben den breiten Bürgerwillen zu vertreten ist absurd.
Also scheint Frau Weigel-Greilich gute Kontakte nach oben zu haben ;-), oder bessere als ihre Kontrahenden.
Christian Momberger
11.236
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 04.12.2011 um 18:38 Uhr
Hier der Link zu dem Beitrag der Hessenschau. Dort heißt es explizit:
"Die Gießener Bürger, Demonstrationsneulige der Ihre Stadt am Herzen liegt."
http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?key=standard_document_43302896&jmpage=1&type=v&rubrik=5300&jm=1&mediakey=fs%2Fhessenschau%2F20111203_1930_wutbuerger

Soviel zu dem Thema, dass nur die "Linken" hier demonstrieren. ;-)
Martin Wagner
2.622
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 04.12.2011 um 18:54 Uhr
Nur ein Argument, dass die Kritik an der Landesgartenschau nicht alleine "aus der linken Ecke kommt". (Was ich ausdrücklich befürworte!)

An dem vorbereitenden Donnerstag im Kongressrestaurantkeller war die Diskussion trotz des nicht optimalen Raum stark zielgerichtet. Obwohl der Einladerkreis in der Mehrheit aus stadtbekannten Linken bestand "konnten diese sich bremsen" und hatten NICHT von sich aus Organisations- oder Aktionsformen vorgegeben.

Also keinesfalls der Versuch Lieschen Müller oder Karl Napp für die linke Sache "einzuspannen". Eher das Gegenteil war der Fall. Ältere Bürger wurden nach einiger Zeit etwas nervös und haben ganz gezielt etwa in der Richtung argumentiert: Wir sind doch Alle informiert, was können wir jetzt eigentlich (noch) unternehmen ....!

Etwas erstaunt war ich, dass neben dem ins Auge springenden Naturschutzargument nicht eine Wortmeldung gegen den immer wieder von den einzelnen Rednern herausgestellten Zusammenhang: ... Giessen ist quasi Pleite - wir brauchen das Geld für Schulen, Verkehrsstruktur .... gekommen ist.

Mir zeigt sich darin ein grosses Misstrauen gegenüber der im Moment herrschenden Politik, welche einfach nicht zur Kenntnis nehmen will, dass irgendwann "Ende der Fahnenstange ist!"

In diesem Zusammenhang fand ich die eher nebenbei gemachte Randbemerkung sehr zutreffends: Wenn ein Bürger droht Pleite zu gehen, dann muss er auch sparen ....!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Uli Kraft

von:  Uli Kraft

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