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Trekking in Nepal Teil 6 - ...und es ward Licht

Träger, ca. 85 kg
Träger, ca. 85 kg
Gießen | 7. Tag von Jagat (1300 m) nach Dharapani (1850 m).
Jeden Morgen geschah das Gleiche wie immer auf dieser Reise. Govinda benutzte dazu das Wort „wake up call“. Und überhaupt fanden wir seine Art wie er nach jedem Frühstück das Meeting leitete, amüsant, auch wenn er nichts dafür konnte. Die Wegbeschreibung klang beispielsweise wie folgt: „Ladies & Gentlemen, today the way is very easy. Sometimes it’s… steep, but not too steep. And sometimes it’s… flat“. Diesen Spruch kann man auf die folgenden Wochen übertragen mit der Ausnahme, das steep zu extreme steep und flat zu down wird. Fragen auf dem Weg unsererseits, wie weit es den noch bis zum Ziel sei wurden grundsätzlich in Zeiteinheiten beantwortet. Entfernungen in unserem Sinne kennen die Leute in den Bergen Asiens kaum. Der Weg durch die Berge ist so beschwerlich und lange, dass man mit Kilometern nichts anfangen kann. Nicht selten braucht man für fünf Kilometer mehr als drei Stunden, da beschränkt man sich gleich lieber auf die Zeit.
Um 8 Uhr, nach dem Frühstück, traten wir aus der Lodge und wir rieben uns zunächst die Augen. Einige sicher auch noch vor Müdigkeit
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doch die Meisten aus Erstaunen. Die Regenzeit war vorbei! Der Himmel leuchtete in einem stahlblau, als hätte nochmal jemand schnell mit einem Fensterleder drüber gewischt. Endlich haben wir wirklich ein Auge für die Landschaft, voher, als es Bindfäden regnete, liefen wir Stunde um Stunde mit gesenktem Haupt, den Blick in den Matsch und die Pfützen, durch den Monsun. Nun kann es losgehen. Jagat liegt auf 1300m und die heutige Tagesetappe sollte 7 ½ Stunden dauern, genug Zeit um die Fotolinsen auf Betriebstemperatur zu bringen. Die zu überwindende Höhendifferenz beträgt heute 560 Meter, eine erste Messlatte, die einigen heute viel Energie kosten wird.
Auf dem Trek werden wir von einer Sensation zur nächsten geleitet. Jeder Wasserfall ist schöner als der vorangegangene, jede Gesteinsformation skurriler und jeder Träger hatte mehr Gepäck auf dem Rücken als der Letzte. Rekordverdächtig war ein kleiner Mann, kaum 1,60m groß, der auf Nachfrage 88kg durch den Himalaya schleppte. Dies mag mehr als das 1,5-fache seines eigenen Gewichts gewesen sein. Auch heute halten wir uns beständig am Marsyandi River, der tosend, durch die heftigen Niederschläge, durch die Schlucht donnert. An einigen Stellen frisst er sich durch das Gestein, als wäre
Morgens vor der Lodge, endlich Sonne!
Morgens vor der Lodge, endlich Sonne!
es Sandstein, meistens handelte sich jedoch um felsenfesten Gneis. Gneis entsteht durch hohen Druck. Dieses Gestein ist sehr hart und entstand in diesem Gebiet so: Die indische Platte schiebt sich kontinuierlich in die eurasische, dadurch ist der Himalaya entstanden (nebenbei eines der jüngsten Gebirge der Welt). Dadurch wird im inneren so viel Druck aufgebaut, dass das Gestein im wahrsten Sinne durchgeknetet wird und so eine sehr dichte, schwere Masse entsteht.
Das Mittagessen erkämpfen wir uns heute hart. Unsere Raststation liegt am Ende einer Treppe, die 100 Höhenmeter überbrückt. Bei diesem Wetter eine schweiß treibende Angelegenheit. Vorbei an Gabions (Moos und Farn bedeckte Felsen die durch herablaufendes Wasser gespeist werden) und durch einen Bambushain erreichen wir den Ort Tal zum Lunch. Das Wort „Tal“ hat keine deutschen Wurzeln, es bedeutet auf Nepali soviel wie „See“. Der Ort liegt ebenerdig zum Marsyandi River, oft wird dieser Ort überschwemmt. Vielleicht stammt aus dieser Gegebenheit der Name des Ortes. Diese Pause wurde wohl zur längsten des gesamten Treks. Ein Kommilitone hat seine Bänder im Knöchel testen wollen, was mit einem wohl nicht vergleichbaren Schmerz endete. Das Glück ist heute aber auf unserer Seite.
Fantastische Wasserfälle
Fantastische Wasserfälle
Unter einer französischen Reisegruppe die gerade aus der Lodge kommt in der wir gerade zu Mittag essen wollen, ist eine Ärztin. Nach einem Superschmerzmittel konnte es Gott sei Dank weiter gehen, zwar wohl etwas bewusstseinserweitert, wie mein Freund meinte, aber auch das kann man hier gerne in Kauf nehmen.
Nach einem langen Tag, kommen wir nach Einbruch der Dunkelheit in Dharapani an. Wir liegen nun wieder im Zeitplan, denn am Vortag mussten wir die Etappe des Regens wegen unfreiwillig verkürzen. Die Anstrengung hat sich also gelohnt. Um halb neun, mehr oder weniger gestärkt von einer kalten Dusche, Fried Rice und Tomatensuppe lagen alle in ihren Betten. So ist er, der Trekkeralltag: Laufen, Essen, Schlafen.
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/5902/trekking-in-nepal-teil-7-qtoday-very-steepq/

Träger, ca. 85 kg 2
Träger, ca. 85 kg 
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Fantastische Wasserfälle
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Landwirt
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von:  Mathias Engelhart

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Mathias Engelhart
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