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Sherlock Holmes ein Vorbild für Generationen von Detektiven

Gießen | Es sind nun 125 Jahre vergangen dass Sir Arthur Conan Doyle, ein britischer Arzt die Figur des legendären Detektivs Sherlock Holmes erfand. Er war, wie er später berichtete gelangweilt von den herkömmlichen Detektivgeschichten in denen meist per Zufall oder ganz ohne Erklärung der Fall gelöst wurde.
Sherlock Holmes aber sollte anders sein. Ein Detektiv der durch genaue Beobachtungen und Analyse seine Fälle löst und dem Lese seine Erkenntnisse auch erklärt. Auch Grundzüger der heutigen Forensik sollten zur Täter Überführung genutzt werden. In den ersten Skizzen hieß Holmes noch Sherrinford mit Vornamen und auch sein Partner, Mitbewohner und Chronist Dr. John H. Watson hatte noch einen anderen Namen. Die Wohnung des Duos aber war seither in der Baker Street 221b London.
Sherlock Holmes ist in den Romanen und Geschichten ein perfekter Beobachter und Meister der Deduktion. Charakterlich wird er als unterkühlt und rational beschrieben, er lässt sich nicht durch Emotionen oder Vermutungen leiten sondern bleibt stets bei den nüchternen Fakten. Offensichtlich verfügt er über einen hohen Grad an Bildung, neben vielen weitern Interessen studierte er Chemie. Einzig die Anatomie des Menschen sowie Politik bereiten ihm Schwierigkeiten. Allerdings kann er sich da der Hilfe seines Freundes Dr. Watson gewiss sein.
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Sherlock Holmes (3)Dr. Watson (1)Detektiv (2)
Das Bild das heute von Sherlock Holmes verbreitet ist beruht auf den Illustrationen von Sidney Paget. Beschrieben wird Homes als großer hagerer Mann von über 6 Fuß Körpergrößer, was ungefähr 1,83m entsprechen dürfte. Seine Haut ist blass, seine Augen Grau und er hat eine markante Nase die einem Geierschnabel ähneln soll. In den Illustrationen von Paget trägt Holmes den für ihn berühmten Deerstalker Hut und den Überwurfmantel. Ein ebenfalls bekanntes Kleidungsstück Holmes ist der rot-goldene Morgenmantel den er in den Abendstunden gerne trägt.
Seine Freizeit bestreitet Holmes mit seiner Violine oder dem rauchen seiner Pfeife. Der Tabak ist allerdings nicht Holmes einziges Laster. Er konsumiert darüber hinaus Kokain und Opium was man als dunkle Seite betrachten könnte.
Sein Freund und Kollege Dr. John H. Watson hat eine ähnliche Biographie wie der Autor Sir Arthur Conan Doyle. Er ist Arzt und hat in dieser Funktion dem Militär gedient. Eine Verwundung bedingt seine Rückkehr nach England wo er zusammen mit Sherlock Holmes in die Baker Street einzieht. Die Darstellung in den Verfilmungen unterscheidet sich sehr von jener in den Romanen und Geschichten. Ist er in den Filmen ein eher untersetzter älterer Herr der einen recht einfältigen Eindruck macht wird er von Doyle als athletisch und gebildet beschrieben. Auch ist er nicht viel älter als Holmes.
Insgesamt gibt es 4 Romane und 56 Kurz- Geschichten von Sherlock Holmes die in 2 Schaffensperioden entstanden sind. Der erste Roman erschien 1887 mit dem Titel „Eine Studie in Scharlachrot“ und war noch mäßig erfolgreich. Auch der folgende Roman „Im Zeichen der 4“ brachte noch nicht den erhofften Zuspruch der Leser. Die nachfolgenden Kurzgeschichten beginnend mit „Ein Skandal in Böhmen“ welche durch die Veröffentlichung im „Strand Magazine“ 1891 ein breiteres Publikum erreichten brachten den Durchbruch. Es folgten zunächst 12Kurzgeschichten die 1882 als Sammelband erschienen.
1893 erschienen 11 weiter Kurzgeschichten. Der letzte Fall des Sherlock Holmes sollte ein radikaler Schnitt sein. Doyle hatte genug von seinem Helden und ließ ihn in der Geschichte „Das letzte Problem“ sterben. Bei einem letzten Kampf mit seinem Erzfeind, dem genialen wie bösartigen Verbrecherkönig Professor James Moriarty stürzte er die Reichenbachfälle in der Schweiz hinab. Der Tod von Holmes führte zu großen Protesten und Leser taten mit Trauerfloren ihrem Unmut Kund.
Es sollte bis 1901 dauern bis Holmes erstmals wieder in Erscheinung trat. Doyle wurde durch eine ihm angetragene Legende inspiriert da er die zu Grunde liegende Geschichte als Ideal für Homlmes Empfand. Der Roman „Der Hund von Baskerville“ wurde als vorletzter Fall den Holmes und Watson vor den Ereignissen in der Schweiz zu lösen hatten beschrieben.
Der große Erfolg des Titels und ein großzügiges Honorar bewegten Doyle schließlich seinen Detektiv wiederzubeleben. 1903 begann die 2 Schaffensperiode des großen Detektivs. In der Geschichte „Das leere Haus“ wurde erklärt das Holmes nicht an den Reichenbachfällen umgekommen ist sondern Moriarty im letzten Augenblick entkommen konnte. So wurde auch bekannt dass er die japanische Kampfkunst beherrscht und auch im Kampf mit dem Spazierstock unterrichtet wurde. Er nutze darüber hinaus „seinen Tod“ um sich vor Moriartys Gefolgsmännern zu verstecken und erst im richtigen Moment zurückzukehren um das Syndikat zu zerschlagen.
Es folgten 12 weitere Geschichten sowie ein weiterer Roman. Ein Sammelband mit 8 Kurzgeschichten erschien 1917. Den endgültigen Abschluss der Holmes Geschichten bildete ein weiterer 12 Geschichten umfassender Sammelband unter dem Titel „ Das Bucher der Fälle“ 1927.
Gespielt haben die Geschichten und Romane im Victorianischen London. Viele Film und Fernsehadaptionen sind dabei sehr werkstreu. Allerdings ließ man Holmes auch zu Propagandazwecken im zweiten Weltkrieg ermitteln. Darsteller des Holmes waren unter anderem Basil Rathbone, Jeremy Brett und Peter Cushing. Die Filme mit Cushing und die Serie mit Brett gelten als besonders werkstreu. Zuletzt spielte Robert Downey Jr. die Rolle des Detektivs. Dieser Film hatte, wie einige anderen aber nicht mehr viel mit den Romanen und Heschichten von Doyle gemein und hat eine eigene Geschichte.
Auch Parodien und Hommagen an Holmes gibt es viele. Zum Beispiel den genialen Mäusedetektiv Basil aus dem Hause Disney oder eine Verfilmung mit Heinz Rühmann und Hans Albers mit dem Titel „Der Mann der Sherlock Holmes war“. Bemerkenswert ist auch der Film „Genie und Schnauze“. Hier spielt Ben Kingsley den Part des Watson welcher der geniale Detektiv ist und einen abgehalfterten Schauspieler engagiert um seinen Ruf zu bewahren. Die Rolle des Holmes wurde hier von Michael Caine verkörpert.
Die Figur des Dr. Gregory House aus der gleichnamigen TV Serie weist viele Parallelen zu Holmes auf. Beide bewohnen die Hausnummer 221b, House spielt Klavier zur Entspannung, Holmes Violine. House ist süchtig nach Schmerzmitteln und Holmes nach Kokain und Morphium. Watson ähnelt die Figur des Wilson und beide verfügen über den analytischen Verstand und die feine Beobachtungsgabe.
Neben Büchern und Filmen sind auch viele, zum Teil damals noch fürs Radio produzierte Hörspiele entstanden. Hier liehen unter anderem Peter Pasetti oder Christian Rhode Holmes ihre Stimmen. Auch Videospiele sind erschienen in denen man den Charakter des Holmes steuert und einen Fall lösen muss.
Heute noch erfreut sich Sherlock Holmes großer Beliebtheit und er ist sicherlich immer noch der größte aller Detektive. Auf die Spuren des Detektivs kann man sich in London begeben wo in der Baker Street 221b ein Museum eingerichtet ist.

Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
10.371
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 20.11.2011 um 09:24 Uhr
Herr Schmidt, Sie müssen ein großer Fan von ihm sein, dass Sie über soviel Expertenwissen darüber verfügen. Aber die Geschichten sind auch nicht schlecht.
Michael Beltz
6.920
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 20.11.2011 um 17:54 Uhr
Der Bursche hat mich schon in jungen Jahren begeistert. Nun gibt es eine Filmserie, der ich ichts abgewinnen kann. ielleicht bin ich zu alt für diese komischen Typen.
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freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Florian Schmidt

von:  Florian Schmidt

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Florian Schmidt
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