Gießen | Knochenmarkspender gesucht: Blutbank der Gießener Uniklinik, Rotaract Club Gießen und der Verein Herzenswärme veranstalten kostenlose Typisierungsaktion am 22. und 24. November
Gießen, 15.November 2011. Für die 16-jährige Louisa aus Mittelhessen gibt es nicht viel zu überlegen, wenn man sie fragt, was ihr größter Herzenswunsch ist: sie wünscht sich, dass auch anderen Kindern geholfen werden kann, so wie ihr damals geholfen wurde. Im Jahr 2008 war Louisa an einer seltenen Blutkrebsart erkrankt und dringend auf eine Knochenmarkspende angewiesen. Durch eine Typisierungsaktion wurde für sie ein geeigneter Spender gefunden und sie konnte im Gießener Uniklinikum die lebensrettende Knochenmarkspende erhalten. Heute ist sie wieder völlig gesund und hat es sich zum Ziel gesetzt, anderen das zu ermöglichen, was ihr das Leben gerettet hat.
Der Verein Herzenswärme e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der durch ehrenamtliche Arbeit im Rhein-Main-Gebiet Herzenswünsche von Kindern erfüllt, die schwer krank, sozial benachteiligt oder hilfsbedürftig sind. Unter der organisatorischen Leitung des Rotaract Club Gießen und in
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Verein Herzenswärme (1)Typisierung (7)Rotaract (1)Knochenmarkspende (1)Blutbank (2)22. und 24. November (1) Zusammenarbeit mit der Blutbank des Gießener Uniklinikums plant der Verein Herzenswärme e.V. eine Typisierungsaktion, bei der er die Kosten für 300 Typisierungen tragen wird, um Louisas Wunsch zu erfüllen. Eine Typisierung kostet normalerweise 50€.
Rotaract ist ein weltweit vertretener Service Club für junge Leute zwischen 18 und 30 Jahren, der unter dem Motto "Lernen, Helfen, Feiern" jedem, der sich sozial engagieren möchte, die Möglichkeit gibt, neue Leute kennen zu lernen, vor Ort Bedürftigen zu helfen und von anderen zu lernen. Da liegt es auf der Hand, dass der Rotaract Club Gießen gerade im Jahr der Organspende mit anpacken möchte und die Organisation der Typisierung übernimmt.
Für die Registrierung als Knochenmarkspender kommen freiwillige Spender im Alter zwischen 18 und 55 Jahren in Frage, die nicht an einer chronischen Erkrankung leiden. Es werden zunächst zehn Milliliter Blut entnommen, um eine Gewebetypisierung vorzunehmen, der genetische Fingerabdruck wird dabei bestimmt. Anschließend werden die Gewebemerkmale unter einer anonymen Spendernummer an das Zentrale Knochenmarkspende-Register in Deutschland (ZKRD) weitergeleitet. Sobald man dort als Spender registriert ist, kann man weltweit als Spender ausgewählt werden. Sollte man als passender Spender in die Vorauswahl kommen, wird man erneut zu einer Blutuntersuchung gebeten, bei der die Gewebemerkmale genau verglichen und weitere Tests durchgeführt werden. Nur einer von sechs Spendern aus der Nachtestung kommt tatsächlich für die Spende in Frage. Anschließend wird man in ärztlichen Aufklärungsgesprächen gründlich auf die Knochenmarkentnahme vorbereitet. Aus dem Beckenkamm des Spenders werden dabei etwa fünf Prozent des Knochenmarks in Betäubung entnommen. Zur Spende wird man zwei Tage stationär aufgenommen und weitere fünf Tage arbeitsunfähig geschrieben, da an den Punktionsstellen mit Schmerzen zu rechnen ist. Der Eingriff ist jedoch gesundheitlich völlig unbedenklich. Wenn Spender und Empfänger es wünschen, kann zwei Jahre nach der Spende über Briefe ein persönlicher Kontakt hergestellt werden.
Für Dr. Sandra Wienzek-Lischka von der Blutbank des Gießener Uniklinikums ist es wichtig, dass die potentiellen Spender wissen, dass ihr genetischer Fingerabdruck anonymisiert in eine weltweite Datenbank eingestellt wird. Somit ist die mögliche Knochenmarksspende nicht nur für einen bestimmten Patienten gedacht, sondern für jeden Patienten, dessen seltene Merkmale mit dem Typisierten übereinstimmen. Für die Entnahme der Blutstammzellen gibt es heute zwei Möglichkeiten: Die Entnahme von einem bis anderthalb Liter Stammzellen aus dem Knochenmark des Beckenknochens in Vollnarkose und die heutzutage weitaus häufigere Methode, die periphere Blutstammzellspende. Dabei wird dem Spender für fünf Tage ein Wachstumsfaktor verabreicht, der einen Übergang der Stammzellen ins Blut bewirkt. Diese werden dann in einem dialyseähnlichen Verfahren entnommen. Hierbei wird das Blut des Spenders in einem ständigen Kreislauf aus einer Armvene durch einen Zellseperator geleitet und über die andere Armvene wieder zurückgeführt. Dieses Verfahren wird in der Gießener Blutbank innerhalb von drei bis vier Stunden ambulant durchgeführt.
Der Vorteil einer Typisierung in der Gießener Blutbank liegt damit klar auf der Hand: Eine eventuelle Stammzellentnahme würde dann eben auch in Gießen stattfinden, bei größeren Organisationen muss man auch schon mal eine weite Anreise zurücklegen.
Die kostenfreien Typisierungen werden an zwei Tagen stattfinden, am 22.11.2011 und am 24.11.2011 jeweils von 11:00 bis 15:00 Uhr an der großen Mensa, Otto-Behagel-Straße (Schiffenberger Tal) in Gießen. Außerhalb dieser Zeiten kann sich auch jeder in der Blutbank während einer Blutspende typisieren lassen.
Weitere Informationen
www.herzenswaerme.de
www.giessen.rotaract.de
http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_tra/12692.html
Kontakt
Dr. med. Dipl. biol. hum. Sandra Wienzek-Lischka
Fachärztin für Transfusionsmedizin
Stufenplanbeauftragte (§63a AMG)
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Zentrum für Transfusionsmedizin und Hämotherapie-ZTH
Langhansstr. 7
D-35392 Gießen
Tel. 0641 985 41524
Fax 0641 985 41509
http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_tra/12692.html