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Peking eine diffizile Ausreise

Gießen | 1994 mußte ich zu einer sehr kurzen doch wichtigen Besprechung nach Peking (Keine Sorge, ich war bereits in Hongkong, hatte also eine recht kurze Anreise)
Angekommen abends 21.30 Gespräch am nächsten morgen Rückreise ab Peking dann um 14.30 Das wäre fast schief gelaufen.
Die chinesischen Vertreter der Ausreisebehörde wollten einfach nicht verstehen, dass ich so kurz in Peking war, da mußte doch wohl etwas nicht stimmen.
also nahm man mir erst mal den Pass weg und nahm mich zur Seite. Dort begann eine Befragung, warum, wieso, weshalb, mit wem und so weiter. Um mich herum standen 5 Uniformierte, die
nun wirklich nicht friedlich aussahen. Am Anfang war ich so
stolz (kann man wohl so sagen) und antwortete in der Landessprache, ich meine schlecht und recht, aber es reichte. Bis ich dann vorgab kaum noch etwas zu verstehen. Zwei Mädchen kamen zum Dometschen Deren Englisch war viel schlechter als mein Chinesisch. Die Uniformierten hatten das wohl auch eingesehen und die Mädchen wieder weg geschickt.
Dann ging das weiter mit der Fragerei. Ich hatte noch nicht eingecheckt und grosse Sorge, den Flug nach Hongkong zu verpassen, was ich denen auch sehr laut klar machte. Ich meine wirklich sehr laut. In meinem Koffer war Medizin gegen
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starke Schmerzen von Gichtanfällen. Es war ein neues Mittel.
Die wollten wissen, was das ist, habe ich ihnen erklärt, dann haute einer mit der Medizin ab. Zwischendurch immer wieder meine Bemerkungen, dass ich zum Flugzeug muß.
Dann kam der eine wieder mit meiner Medizin. Blöderweise war es eben ein neues Mittel, was bei denen noch nicht auf der Liste stand. Konsequenz. Man wollte die Tabletten einbehalten.
Ich habe sie dem Mann einfach aus der Hand gerissen und behalten, was Komplikationen verursachte. Mein Flugzeug sah ich ohne mich abfliege. Die Zahl der Uniformierten um mich hatte sich inzwischen auf 9 erhöht, auch höhere Ränge waren dabei. Ich hatte einfach nur Wut im Bauch und Angst den Flug nicht mehr zu bekommen.
Da, wie ein Wunder, kam der meist Dekorierte auf mich zu, nahm meinen Koffer und meinen Pass, brachte mich zum Einchecken, was eigentlich nicht mehr offiziell möglich war, da es schon zu spät war. Aber er machte es möglich und brachte mich dann meinen Koffer tragend zum Flieger, den ich immer noch mit Wut im Bauch, aber dann doch glücklich bestieg.
Bis heute weiss ich nicht, was endlich die Wende herbei gebracht hat. Ich werde es nie erfahren, Jedenfalls bin ich diesem Mann noch heute dankbar, nicht weil er mir den Koffer getragen hat, sondern weil er wohl ganz offensichtlich allein entschieden hatte mich fliegen zu lassen.

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von:  manfred mengewein

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manfred mengewein
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