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„Die Toscana-Therapie“ im Musenkeller Gießen

von Michael Stuhram 06.11.20112060 mal gelesen2 Kommentare
Gießen | Ein 70er-Jahre-Stoff in die heutige Zeit transferiert, geht das? Der Autor Robert Gernhardt hat zwar das Humorverständnis einer ganzen Generation wesentlich mitgeprägt, aber ist er auch heute noch aktuell?

Ein Bildungsbürgerpaar versucht in einem Ferienhaus in der Toskana einen ruhigen Urlaub zu verbringen, aber das ist nicht ganz so einfach: Ein etwas exzentrischer Schriftsteller (wortgewaltig: Michael Müller) nistet sich bei den beiden ein, der Hausherr will spontan mal vorbeikommen, und allerlei willkommene und unwillkommene Gäste schneien herein. Das Haus ist nicht in dem Zustand, in dem es sein sollte, und der Bauer, der das Grundstück bewirtschaftet, legt schon am frühen Morgen einen bemerkenswerten (und lärmintensiven) Fleiß an den Tag.

Klar, dass sich unter diesen Umständen eine echte Entspannung nicht einstellen kann. Das Ehepaar zankt sich nach Kräften, wobei vor allem Annette Filippi durch ihre Darstellung der desillusionierten, stets katzenhaft-abwehrbereiten Ehefrau überzeugt. Ihr Partner Dominik Müller gibt den total überspannten Ehemann, der penetrant klugschwätzerisch daherkommt, mit so viel Schwung, dass man sich wünscht, er würde von ihr mal richtig durchgerüttelt werden.

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Nicht genug des Unbehagens: Dominik Heinrichs taucht als versponnener Fotograf auf, der auf dem Gelände seine scheingenialen Bildideen umsetzen möchte. Leider schwebt er so sehr in seinem eigenen Bilderkosmos, dass er an seiner bezaubernden, aber scheinbar etwas naiven Begleiterin (Hanna Weller) kein Interesse zeigt. Die macht sich nun in aller Unschuld daran, die männlichen Mitglieder des Ensembles mit ihren Reizen gründlich aufzumischen.

Wie das alles schließlich ausgeht, soll eine Überraschung bleiben, aber um die Frage vom Anfang zu beantworten: Ja, das Stück ist nach wie vor aktuell, denn die Zeiten mögen sich geändert haben – die Menschen haben es nicht.

Dem Ensemble rund um den Regisseur Guy Sagnes ist es gelungen, uns einen höchst vergnüglichen Abend mit einem überraschenden Schlussgag zu schenken.

Michael Stuhr

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Kommentare zum Beitrag

Tim Gross
545
Tim Gross aus Gießen schrieb am 07.11.2011 um 10:53 Uhr
Sehr interessanter Text. Wann und wo zu sehen?
13
Michael Stuhr aus Gießen schrieb am 07.11.2011 um 19:04 Uhr
Einfach mal "Musenkeller" googeln. Das Stück läuft noch bis Anfang Dezember, glaube ich.
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von:  Michael Stuhr

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Interessensgebiet: Gießen
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