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Ökologische Abwertung der Wieseckaue durch die Landesgartenschau

Gießen | Der am Samstag den 29.10.2011 von DIE LINKE. Fraktion im Gießener Stadtparlament organisierte kritische Rundgang durch die Wieseckaue war ein Erfolg. Gut 30 Interessierte wurden von dem Diplombiologen Dietmar Jürgens durch die Wieseckaue geführt. Dietmar Jürgens kartiert seit 1999 die Vogelwelt am Neuen Teich und Schwanenteich.
Herr Jürgens äußerte sich entsetzt über die geplanten Lichtungen der Uferbereiche, die geplanten Uferzugänge durch Holzstege, Sitzgelegenheiten und näher am Ufer verlaufende Wege und vor allem über das geplante Palmencafe am Ufer des Neuen Teiches. Der Störradius der Vögel wird so erhöht. Bisher werden die Vögel durch Uferpflanzen geschützt und die BesucherInnen auf den laufen auf den Wegen mit genügend Abstand zum Ufer. Das wird sich durch die Landesgartenschau ändern und vermutlich werden dann wesentlich weniger Vögel in der Wieseckaue brüten.

Auch BefürworterInnen der Landesgartenschau nahmen an dem Rundgang Teil. Es bleibt zu hoffen, dass der Rundgang nicht einfach spurlos an ihnen vorbei ging, sondern das dieser auch bei ihnen eine gewisse Wirkung entfalten konnte. Schließlich handelte es sich bei einem der Befürworter um ein Mitglied einer ursprünglich ökologischen Partei.

Zum Schluss des Rundganges stand noch ein Abstecher zum Sportverein Blau Weiß Gießen auf dem Plan. Helmut Appel sprach an diese Stelle einige Worte. Er war Teil der Verhandlungsgruppe, die eine möglichst verträgliche Lösung für den Verein ausgehandelt hat. Der mehrfach für Jugendintegrationsarbeit ausgezeichnete Verein bleibt langfristig an der Ringallee. Allerdings erfolgt durch die über zwei Jahre dauernde Umsiedlung des Vereines ein Bruch, den es zu mindern gilt, zum Beispiel durch Busshuttle von der Nordstadt zum neuen Standort.

Als Fazit des Rundgangs steht, dass die Landesgartenschau 2014 eine deutliche ökologische Abwertung des Areals in der Wieseckaue bedeutet und nicht wie bei Landesgartenschauen vorgesehen, eigentlich eine Aufwertung. Auch sind sich die TeilnehmerInnen einig, dass es weitere Informationsveranstaltungen über und Protestaktionen gegen die Landesgartenschau 2014 geben muss.

Jonas Ahlgrimm hält für DIE LINKE. Fraktion fest, dass nun neben den finanziellen und damit letztendlich, aufgrund der zu erwartenden Kürzungen in der Zukunft, auch sozialpolitischen Kritikpunkte, nun auch die ökologische Perspektive auf die Landesgartenschau vertieft werden konnte. Die fatalen Folgen einer Landesgartenschau für die Uferbereiche wurden von einem ausgewiesenen Fachmann für das Gebiet der Wieseckaue bestätigt und werden beim Protest gegen die Landesgartenschau eine zentrale Rolle spielen.

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Kommentare zum Beitrag

Uli Kraft
2.185
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 31.10.2011 um 13:04 Uhr
Es war von Anfang an ein kritisches Unterfangen, in der Wieseckaue ein solches Event abzuhalten. Der Rundgang vom Wochenende unter der Führung v. Herrn Jürgens hat dies auf eindrucksvolle Weise bestätigt.
Schlimm ist nur, dass von den Verantwortlichen alle Einwände hinsichtlich des Natur- und Tierschutzes durch BUND, NABU etc. ignoriert werden.
Und noch viel schlimmer, dass sich eine 'Grüne Bürgermeisterin' dafür als Zugpferd hergibt!
Michael Beltz
7.024
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 01.11.2011 um 12:20 Uhr
SPD und Grüne stellen zur nächsten Stadtverordnetenversammluing den Antrag, Gießen solle dem Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt e.V." beitreten. Erst wird geholzt und Raubbau der Natur in der Wieseckaue oder auch auf dem Schiffenberg betrieben, und anschließend werden die Gießener ver..... veralbert.
Solch ein Widersinn ist mir lange nicht mehr untergekommen.
Das waren noch Zeiten, als die Grünen jede Kröte über die Straße geleitet haben.
Michael Beltz
7.024
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 01.11.2011 um 12:21 Uhr
Heute Abend steht dieser Antrag im Bauausschuss als Punkt 14 auf der Tagesordnung.
Jutta Skroch
12.799
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 02.11.2011 um 13:48 Uhr
Nach diesem Rundgang mit sehr einleuchtenden Argumenten von Herrn Jürgens sehe ich nun die LaGa mit anderen Augen. Herr Jürgens hat sehr eindringlich dokumentiert, wie sehr das ökologische Gleichgewicht hier ins Wanken gerät und auf Jahre hinaus gestört wird.
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