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Absolvierungsfeier der Freien Theologischen Hochschule: "Wo gehobelt wird, fallen auch Späne."

Absolvierende der FTH Gießen 2011
Absolvierende der FTH Gießen 2011
Gießen | "Wir feiern heute ein akademisch-gottesdienstliches Erntedankfest. Wir feiern die reife Frucht des Studiums." So leitete Prof. Helge Stadelmann, Rektor der Freien Theologischen Hochschule Gießen (FTH), seine Begrüßung auf der Absolvierungsfeier ein. Dann erklärte er, dass es sich um eine besondere Absolvierung handle: Zunächst sei es das letzte Mal, dass Absolventen des vierjährigen Programms der damaligen Freien Theologischen Akademie (FTA) verabschiedet würden. Außerdem würden erstmalig Studierende im neuen B.A. - Programm absolvieren. Nach der 2008 erfolgten Hochschulgenehmigung, sei aus dem vierjährigen Programm der dreijährige Bachelor-Studiengang und ein darauf aufbauender zweijähriger M.A. geworden. Angesichts vieler Hürden, die auf dem Weg zum Abschluss des Studiums zu nehmen gewesen wären, könne man nun dankbar zurückblicken.

Dekan Dr. Stephan Holthaus begann seine Rede mit einigen Fakten rund um den absolvierenden Jahrgang. Die diesjährigen Absolventen hätten rund 2.400 Stunden in Vorlesungen verbracht und seien 4.800 Stunden mit Hausaufgaben beschäftigt gewesen. "Der eine oder andere vielleicht mehr
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oder weniger", fügte er lachend hinzu. Hinter diesen nackten Zahlen stehe eine erhebliche Kraftanstrengung. Die Studenten bei ihrer theologischen Ausbildung begleiten zu dürfen, sei ein besonderes Privileg für ihn. Holthaus verglich die Arbeit mit angehenden Mitarbeitern des geistlichen Dienstes mit einem Töpfer, der seinen Teil dazu beitrage, aus den Studenten "ein Gefäß zur Ehre Gottes zu machen".

Die Festpredigt hielt Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz. Ins Zentrum seiner Ansprache stellte er den Christ als Mitarbeiter am Reich Gottes. Wichtig sei dabei immer die Frage: "Wer hat den ersten Anspruch auf unser Fühlen, Denken und Wollen?" Aus christlicher Sicht käme dieser Anspruch ganz klar Gott zu. Eine Gemeinde könne nur wachsen, wenn diese Erstrangigkeit geklärt sei, so Steeb. Außerdem riet er den Absolventen, die tägliche Arbeit als „Dienst für Gott“ zu betrachten. Jeder Einzelne sei ein wichtiger Mitarbeiter im Reich Gottes. Dabei sei Gott nicht auf Hilfe angewiesen. "Er braucht uns nicht, aber er möchte uns gerne dabei haben", sagte Steeb. Deshalb solle man seine Arbeit nicht als notwendiges Übel betrachten. Dabei sei Gemeinde Gottes immer eine "Baustelle, an der der lebendige Gott Großes schaffen will." Man solle seine Gemeinde deshalb nicht nach dem Aspekt des Wohlfühlens aussuchen, denn "wo gehobelt wird, fallen auch immer Späne". Man dürfe deshalb auch in schwierigen Situationen nicht am Auftrag Gottes zweifeln.

FTH - Absolvierungsjahrgang 2011
FTH - Absolvierungsjahrgang 2011
Steeb stellte außerdem den "Wir-Aspekt" der Mitarbeit heraus: Es gehe immer um die weltweite Gemeinde. "Wir sind Teil einer global wachsenden Bewegung." Deshalb solle man sich von der negativen Gemeindesituation in Deutschland nicht bestimmen lassen, ermutigte Steeb die Absolventen im Hinblick auf ihre zukünftige Arbeit. Zum Schluss riet er ihnen: "Man muss ganz auf den lebendigen Gott hören. Dann wird er auch die Zukunft weisen."

In ihrer Abschiedsrede blickten Wietske Ossendorf und Nicolai Franz stellvertretend für ihren absolvierenden Jahrgang auf die Zeit an der FTH zurück. Als das Wichtigste der vergangenen Jahre bezeichneten sie die gegenseitige Anteilnahme. "Es geht für Theologiestudenten nicht immer darum, alles zu verstehen, sondern vor allem darum, einfach füreinander da zu sein." Ihr Dank galt vor allem ihren Familien, denn "wir haben das Studium nicht allein getragen". Außerdem bedankten sie sich bei ihren Dozenten: "Wir kamen mit einer Menge ‚Irrlehren’ an die FTH und durch Ihre Geduld
FTH - Absolvierungsjahrgang 2011 - B.A.
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sind wir immer weiter geistlich gewachsen." Der größte Dank gelte natürlich Gott, "ohne den wir keine Hände zum Schreiben und kein Auge zum Lesen hätten. Er hat uns in allem beigestanden." "Wir werden Sie sehr vermissen", wandte sich Stephan Holthaus anschließend an die Absolventen. "Die FTH ist ein ewiger Abschied. Es ist aber gut zu wissen, dass Sie nicht allein gehen. Gott geht immer mit."

Insgesamt erhielten 50 Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlusszeugnisse. Von ihnen wurden 32 mit dem "Master of Arts" ausgezeichnet, den die FTH in Zusammenarbeit mit der englischen Universität von Gloucestershire vergibt. 15 Absolventen erhielten erstmals den "Bachelor of Arts in Theologie". Im neuen Semester begannen 45 Studentinnen und Studenten ihr Studium an der FTH. Insgesamt studieren an der Hochschule 135 Studierende.

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