Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Diskursfestival wird zum einjährigen "zwischenraum" und bezieht das Bettenhaus

Gießen | Es ist überraschend und ein wenig kompliziert, was lange hinter Vorhängen versteckt blieb. Das traditionsreiche Theaterfestival Diskurs hat von den Studierenden der Angewandten Theaterwissenschaften im letzten Jahr den Namen Exkurs verpasst bekommen. Um dem Gießener Publikum näher zu sein, organisierten sie verschiedene Veranstaltungen in der Stadt, auf der „Katewiese“ in der Bismarckstraße wurde eine Bühne aus variablen Würfeln installiert.

Am Dienstagabend drängten sich nun knapp hundert Interessierte zum diesjährigen „Exkurs Zwischenraum“ an einem ganz besonderen Ort: Dem Bettenhaus Röhr in der Bahnhofstraße 44. Nach 120 Jahren musste das Traditionsgeschäft zum letzten januar schließen. Was tun mit den rund 400qm Leerstand? Zwischenstand, meinen Tessa Theisen, Nick-Julian Lehmann und Paul Chico Freisleben, die OrganisatorInnen des Festivals. Und diesmal soll das Festival nicht nur einige Tage dauern, sondern bis Ende August 2012 dazu anregen, darüber nachzudenken wie ein Ort genutzt und mit Bedeutung gefüllt werden kann. „Ein Jahr für Raum, Zeit und Theater“ lautet daher das Motto des 27. Diskurs-Festivals.

Mehr über...
Die Eröffnungsrede gestalteten die drei dann auch gleich als Diskurs, als öffentliches Gespräch über Monster, Hybridisierung und die Fassbarkeit von Sprache. Am Tisch im Schaufenster sitzend tauschten sie Gedanken darüber aus, wie Ideen zu Realität werden. Daher sollen in dem großen weißen Saal im ersten Stock auch Stücke und Performances erarbeitet werden, ein anderer Raum bietet Donnerstags Platz für musikalische Experimente. Wie laut es dabei werden darf, muss wie so vieles rund um das neue Projekt noch ausprobiert werden. Tessa Theisen berichtet allerdings vom tollen Kontakt mit den Nachbarn – die Vermieter, die Familien Röhr und Schaumann, wohnen direkt über dem neuen Domizil der Künstler. Bei der Begrüßung erhalten sie den größten Applaus.

Ein Jahr hat das Kernteam mithilfe von Stadt und Kümmerei geplant, geräumt und Genehmigungen eingeholt. Jetzt sind alle aufgerufen, die einzigartigen Räume, in denen es viele Bücher, Holz, eine Theke und schicke antiken Möbel gibt, mit Ideen zu füllen. Geplant sind Vorträge, Filmvorführungen, Konzerte, Theaterperformances und Lesebühnenformate. Treffpunkt, Plattform und Spielfläche soll der Raum werden. An den Eröffnungstagen geht es dabei unter anderem um das naheliegendendste Thema an diesem Ort: Schlafen.

Programm: http://www.diskursfestival.de/deutsch/programm.html

 
 
 
 
Eröffnungsrede
Eröffnungsrede 
HauptorganisatorInnen
HauptorganisatorInnen 

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Für ein BAföG, von dem man wohnen, leben und lernen kann.
„Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Jeder Mensch...
Der neue 1. Vorsitzende Bernd Baier (links) und der zukünftige Geschäftsführer Marc Rohde
Theater in Friedberg lebt weiter - Liquidation der Volksbühne Friedberg aufgehoben - Bernd Baier neuer 1. Vorsitzender
Der Clubraum der Stadthalle war am Dienstag den 28.05.2019 bis auf...
FAST NORMAL - Next to Normal
Das Musical gewann 2009 drei Tony Awards*, den „Outer Critics‘ Circle...
STADTGESTALTEN – Kunst und Begegnung auf dem Kirchenplatz
Zum zweiten Mal in diesem Jahr findet am 22. und 23. Mai die...
"Best of"- Konzert
Mit Highlights aus den letzten zehn Jahren möchten sich die...
29.6.2019 Ein besonderes Konzertereignis des GV "Jugendfreund" Pohlheim-Watzenborn-Steinberg
Der Gesangverein "Jugendfreund" Pohlheim-Watzenborn-Steinberg möchte...
„Whistle down the wind“ - Premiere am LLG
Die Deutschland-Premiere des Musicals „Whistle down the Wind“ von...

Kommentare zum Beitrag

Heike Nocker-Bayer
330
Heike Nocker-Bayer aus Gießen schrieb am 12.10.2011 um 21:23 Uhr
Der Artikel wirft Fragen auf:
Wenn das Diskursfestival auf ein Jahr ausgedehnt wird, wer finanziert das Jahr für " Raum, Zeit und Theater "angesichts des klammen Stadtsäckels?!
Teilen sich Handel und Kultur die Kosten ?!
Kann jeder dort anmieten, events austragen?!
In welchem Kontext stehen die Organisatoren?!
Werden überhaupt Einnahmen generiert?!
Sind die Räume öffentlich, kann jeder dort performen gegen Gebühr?!
Heike Nocker-Bayer
330
Heike Nocker-Bayer aus Gießen schrieb am 13.10.2011 um 00:01 Uhr
OK, danke für Ihre umfänglichen Informationen, lieber Kollege, sie haben mit diesen Hintergrundinformationen das Gelesene für mich journalistisch beleuchtet. Mag sein, dass ich die Einzige bin, die das Hintergrundwissen nicht hat...
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Fiona Sara Schmidt

von:  Fiona Sara Schmidt

offline
Interessensgebiet: Gießen
Fiona Sara Schmidt
762
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Keine Spur von Katerstimmung im Rauschhaus
Im Flur des „rauschhaus (3)“ in der Ludwigstraße 19 streiten sich in...
"rauschhaus (3)" öffnet seine Pforten
„Eine kindliche, freudige Erregung“ verspürt Künstler Till Korfhage...

Weitere Beiträge aus der Region

Das Team mit Trainer Andreas Groschopp (2 v. rechts hintere Reihe) und Tim Hermann (direkt daneben)
Neue Trikots für die TSV Klein-Linden Fußball B-JUGEND
Die B-JUGEND des TSV Klein-Linden bekam vor der Saison 2 neue...
Die Sommer Generation vom Buchsbaumzünsler ist unterwegs!
Im Frühjahr hatte ich mich schon einmal damit beschäftigt:...
Lebensbegleitende Berufsberatung – für Schüler und Studierende sowie Arbeitslose und Beschäftigte
Durch die Digitalisierung, den demographischen Wandel und den...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.