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Die „Offene Bibel“

Gießen | Eine Bibelübersetzung der etwas anderen Art stellte Benjamin Misja Studierenden und Mitarbeitern der Freien Theologischen Hochschule (FTH) vor. Im Rahmen einer Plenarveranstaltung berichtete der Theologe über das Internetprojekt „Offene Bibel“, das sich nichts Geringeres als eine wissenschaftliche Neuübersetzung der Bibel vorgenommen hat.
Im Stil der Internetenzyklopädie Wikipedia arbeiten Freiwillige verschiedener Konfessionen, meist junge Theologen und Theologiestudierende, an der Übersetzung, die mit einem neuartigen Konzept an den Start geht. Sie will so genau und gleichzeitig so verständlich wie möglich sein. Um diesem Vorsatz gerecht zu werden, nutzen die Helfer die Vorteile digitaler Medien. Weil man bei einem digitalen Text keine Rücksicht auf dessen Länge nehmen muss, besteht die Offene Bibel aus zwei verschieden übersetzten Versionen und spart auch nicht mit hilfreichen Anmerkungen. Die so genannte Studienfassung überträgt den Text soweit wie möglich wörtlich ins Deutsche. Anpassungen, Einfügungen und Auslassungen werden kenntlich gemacht, Hintergrund­informationen in Fußnoten nachgeliefert. Die Studienfassung
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stellt dadurch ein wertvolles exegetisches Hilfsmittel dar. Aus den Ergebnissen entsteht dann die so genannte Lesefassung. Sie soll leicht verständlich und gut zum Vorlesen geeignet sein. Und wer nachvollziehen möchte, warum darin was auf welche Weise gesagt wird, kann immer in der ihr zugrunde liegenden Studienfassung nachlesen. Die Offene Bibel, so Misja, sei in Wirklichkeit eine offene Studienbibel.
Damit die Übersetzung auch zuverlässig ist, gibt es eine strenge Qualitätssicherung. So wird jedes eingedeutschte Kapitel von einem anderen Übersetzer mit dem Urtext gegengelesen und anhand von wissenschaftlichen Kommentaren auf seine Korrektheit überprüft. Diese Sorgfalt merkt man, wenn man sich den bisherigen Fortschritt anschaut: Seit den Anfängen 2009 sind erst 4 Kapitel in die Studienfassung übertragen worden – alle innerhalb der letzten Monate. Für den begeisterten Übersetzer ein gutes Zeichen: Denn beinahe fertig, ganz oder abschnittweise, sind schon 19 weitere Kapitel der Bibel; noch einmal 74 liegen in einer Rohübersetzung vor.
Der langsame Fortschritt liegt nach Darstellung von Misja vor allem an der bisher geringen Zahl der Helfer. Die Offene Bibel arbeite als offene Gemeinschaft an der Übersetzung, die durch ihre freie Lizenz der Allgemeinheit zur freien Benutzung offen steht. Möglich werde dieses Mammutprojekt nur mit der Kraft der Gemeinschaft – jeder, der die biblischen Ursprachen beherrscht, dürfe seinen Teil dazu beitragen. Deshalb sei jeder Dozent oder Student der FTH als Mitarbeiter willkommen, warb der Vortragende.

 
 

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Kommentare zum Beitrag

Ullrich Drechsel
1.729
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 11.10.2011 um 14:52 Uhr
Hallo Herr Misja, das klingt nach einem richtig guten und hilfreichem Projekt für alle, die ihr Bibelverständnis ständig vertiefen möchten. Wenn es so ähnlich funktioniert wie Wikipedia, kann ich dann als Laie, der nichts zur Übersetzung beitragen kann, die "Offene Bibel" trotzdem nutzen? Jetzt schon, auch wenn sie noch nicht fertiggestellt ist ... und vielleicht auch immer weiter daran gearbeitet wird? Wenn ja - wie?
Benjamin Misja
63
Benjamin Misja aus Gießen schrieb am 11.10.2011 um 15:18 Uhr
Ja klar! Die fertig übersetzten Kapitel und zumindest einige von den fast fertigen sind sicher schon sehr hilfreich. Bis zur Fertigstellung werden es bei dem bisherigen Tempo wohl noch einige Jahre hin sein... Grundsätzlich ist jeder zur Mitarbeit eingeladen, wobei das natürlich bei der eigentlichen Übersetzung für Laien etwas schwierig ist. Es gibt trotzdem gute Möglichkeiten - wir brauchen z.B. Hilfe bei der Pflege unseres Wikis (Anleitungen für verschiedene Sachen schreiben, Fehler korrigieren oder an der Software arbeiten), bei der Qualitätssicherung (z.B. Abgleich eines übersetzten Kapitels mit anderen Übersetzungen oder Rechtschreibkorrektur) und in den nächsten Monaten wohl auch beim Formulieren der ersten Lesefassungen (wobei wir da noch in der Konzeptphase sind). Auch exegetisch fundierte Anmerkungen etc. sind willkommen. Besonders erwünscht sind auch Rückmeldungen zum Informationsgehalt und zur Einsteigerfreundlichkeit der Webseite. Das Projekt ist übrigens über Google leicht zu finden (einen Link möchte ich hier nicht posten, Stichwort "keine Eigenwerbung"...). Wir freuen uns über jede Hand! Danke übrigens für das Kompliment.
Ullrich Drechsel
1.729
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 11.10.2011 um 15:25 Uhr
Herzlichen Dank! Bei uns hier in Afrika ist es immer noch abhängig davon, ob das Internet gerade einigermaßen funktioniert oder nicht. Aber vielleicht hören Sie bald etwas von uns.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Benjamin Misja

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Interessensgebiet: Gießen
Benjamin Misja
63
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