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Die Arroganz der Verlierer: Koppelin bezeichnet die Wahl in Berlin als „Kommunalwahl“

Foto: Frank Ossenbrink
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Gießen | Berlin hat am Sonntag (18. September 2011) gewählt. Das vorläufige amtliche Endergebnis lässt vor allem einen großen Verlierer erkennen – die FDP. Während die Liberalen fünf Jahre zuvor noch 7,8 Prozent der Stimmen für sich vereinnahmen konnte, sind es nun nur noch 1,8 Prozent. FDP-Generalsekretär Christian Lindner hat das Wahldebakel in Berlin „in Demut“ angenommen und empfiehlt dies auch seiner Partei zu tun. Bei Jürgen Koppelin, der bis vor kurzem noch stellvertretender FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzender war, scheint das noch nicht angekommen zu sein. Offenbar in völliger Verkennung der Lage bezeichnet er die Berliner Abgeordnetenhauswahl am Sonntag im ZDF heute journal als „Kommunalwahl“ und versucht damit, das desaströse Ergebnisseiner Partei herunterzuspielen. Der Berliner FDP-Wahlkampf sei zudem ein „Wahlkampf der Ideenlosigkeit“ gewesen, bei dem „einzelne Sprüche in letzter Minute“ nicht zählen würden.

Ob das beim Wähler ankommt?

Berlin ist nicht gerade die Stadt, die mit Arroganz und Hochmut umgehen kann. Hier ist die Wahl für die nächsten fünf Jahre entschieden und Aussagen, wie die von Koppelin
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werden längst vergessen sein, wenn 2016 erneut das Überleben der FDP gesichert werden muss. Aber wie steht es mit den Landtagswahlen am 6. Mai 2012 in Schleswig-Holstein? Ausgerechnet dort ist Koppelin nämlich seit 1993 Landesvorsitzender der FDP und könnte als solcher schnell die Konsequenzen solch arroganter Aussagen am eigenen Leib verspüren. Auf seinen Ideenreichtum bei diesem Wahlkampf kann man jedenfalls gespannt sein.

Pikant ist Koppelins Aussage auch deshalb, weil doch gerade auch die innerparteiliche Zerstrittenheit zu dem schlechten Ergebnis in Berlin geführt hat. Offenbar schaffen sich die Liberalen auch weiterhin konsequent ab und sie sind auch zukünftig gewillt, die letzten verbliebenen FDP-Wähler mit ihrer uneinigen Arroganz zu verprellen. Dank Jürgen Koppelin vielleicht sogar noch schneller als bisher.

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
26.825
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.09.2011 um 17:33 Uhr
Liegt es bei der FDP nicht grundsätzlich an solchen Mitgliedern, dass nichts mehr läuft?
Stefan Walther
4.314
Stefan Walther aus Linden schrieb am 20.09.2011 um 19:00 Uhr
Tja, und wer wird die FDP vermissen? :-))
H. Peter Herold
26.825
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 21.09.2011 um 10:10 Uhr
Du und ich und tausend andere sicher nicht ;-))
H. Peter Herold
26.825
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.09.2011 um 10:45 Uhr
wenn man es genau nimmt, dann war die FDP dann auch schon mit einem Kaperbrief der Regierung ausgezeichnet. So wie Sir Francis Drake von Elisabeth der Ersten.
Zitat aus Wikipedia: Ob er im Auftrag von Elizabeth I. handelte, oder gar mit einem Kaperbrief ausgestattet war, lässt sich über die bekannten Quellen nicht eindeutig belegen.
Die FDP wird sicher auch leugnen einen Kaperbrief erhalten zu haben ;-))
H. Peter Herold
26.825
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.09.2011 um 09:29 Uhr
gut gelöst
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