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"Ein Fahrrad namens Modestine" oder "Ein Lehrer radelt in die Ferien" 14. Kapitel

Gießen | von Frank R. Stockton (1834 – 1902)
Übersetzung: Bernd Zeun

Kapitel 14

Fräulein Edith ist enttäuscht

Sobald wir unter den Apfelbäumen gingen drehte sie sich mir zu und sagte: „Ich denke nicht, dass Sie den Brief und die Rechnung Frau Chester bringen sollten. Es wäre nicht richtig. Es hätte etwas Grausames an sich.“

„Was meinen Sie?“ rief ich aus.

„Natürlich kenne ich den Stand der Angelegenheit nicht genau“, antwortete sie, „aber ich will Ihnen sagen, was ich darüber denke, soweit ich ihn kenne. Sie dürfen keinen Anstoß nehmen an dem, was ich sage. Wenn ich mit jemand befreundet bin – und ich wäre beschämt, wenn zwischen uns keine Freundschaft bestünde – muss ich ihm sagen, was ich von den Dingen halte, und das ist es, was ich von dieser Sache denke: Ich sollte die Papiere Frau Chester übergeben. Ich kenne sie gut genug, und es sollte eine Frau sein, die zu so einer Zeit zu ihr geht.“

„Die Botschaft wurde mir anvertraut“, sagte ich.

„Natürlich wurde sie das“, antwortete sie, „aber der Mann mit dem Bären wusste nicht, was er tat. Er kannte die Umstände nicht.“

„Was für Umstände?“ fragte ich.

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Sie warf mir einen Blick zu, als wollte sie auf mich zielen und sich meiner Position sicher sein. Dann sagte sie: „Percey erzählte uns, er glaubt, sie würden Frau Chester den Hof machen. Das war zwar die reine Unverschämtheit von ihm, und vielleicht das, was Vater bei Tisch sagte auch, aber ich weiß, er sagte es, weil er dachte an Perceys Geplapper könnte etwas dran sein und dass Sie wissen sollten, wie die Dinge liegen. Nun mögen Sie es auch für eine Unverschämtheit meinerseits halten, wenn Sie wollen, aber mir scheint wirklich, dass Ihr Interesse an Frau Chester sehr groß ist. Hatten Sie nicht vor, zum STECHPALMWEDEL zu gehen, als Sie heute morgen allein los gingen?“

„Ja“, sagte ich, „das hatte ich.“

„Habe ich mir gedacht“, antwortete sie. „Das ist natürlich allein Ihre Sache, und was Vater über Frau Chesters Unwillen sagte, wieder zu heiraten, muss für Sie nichts bedeuten, wenn Sie es nicht beachten wollen. Aber glauben Sie nicht, wenn Sie die Angelegenheit einmal ganz nüchtern betrachten, dass es für Frau Chester ziemlich hart wäre, wenn Sie zu ihr gingen und ihr klar machen, dass sie jetzt tatsächlich Witwe ist und frei, Sie anzuhören, wenn Sie ihr was auch immer sagen wollen? Das mag ein bisschen hart und grausam klingen, aber glauben Sie nicht, dass sie es so sehen müsste?“

Sie unterbrach ihre Rede und ich drehte mich ihr zu und stand stumm und sah sie an.

„Mein erster Gedanke war“, sagte sie, „Ihnen den Rat zu geben, zu Vater zu gehen und ihm alles zu erzählen und seinen Rat darüber einzuholen, ob Sie es ihr sagen sollen, aber ich glaube, das würde Ihnen nicht gefallen. Nun, würde es?“

„Nein“, antwortete ich, „das würde es mir sicher nicht.“

„Und glauben Sie nicht auch, ich sollte mit der Nachricht zu ihr gehen und dann zurück kommen und Ihnen erzählen, wie sie es aufgenommen und was sie gesagt hat?“

Beinahe eine Minute sagte ich gar nichts, aber ich wusste, sie hatte recht und schließlich gab ich es zu.

„Ich bin froh, dass Sie es auch sagen!“ rief sie aus. „Sofort nach dem Mittagessen werde ich zum STECHPALMWEDEL fahren.“

Wir gingen immer noch und sie schlug vor, wir sollten zur Spitze eines Hügels hinter dem Obstgarten gehen, von wo man eine hübsche Aussicht hätte.

„Sie mögen mich für ein seltsames Mädchen halten“, sagte sie auf einmal, „aber ich kann es nicht ändern. Vermutlich bin ich seltsam. Ich habe mir oft gedacht, ich würde mich gern frei und ehrlich mit einem Mann über die Gründe unterhalten, warum Leute sich ineinander verlieben. Natürlich könnte ich nicht meinen Vater oder Bruder fragen, weil die einfach über mich lachen und mir erzählen würden, sich zu verlieben gliche sehr dem Hervorsprießen von Unkraut – im Allgemeinen ohne Motiv und oft bedenklich. Aber bei Ihnen wäre es wahrscheinlicher, dass Sie mir etwas sagen, was meinen Studien von Nutzen wäre.“

„Ihre Studien!“ entfuhr es mir. „Was in der Welt studieren Sie?“

„Nun, ich studiere die Natur des Menschen – nicht als Ganzes, natürlich; das ist ein zu großes Thema, aber sicherlich Bereiche daraus, - und besonders möchte ich wissen, warum die seltsamsten Menschen zusammen kommen und heiraten. Und ich habe große Vorteile für solchen Studien, größere als die meisten anderen Mädchen.“

„Und welche sind das?“ wollte ich wissen.

„Der wichtigste ist, dass ich nicht vorhabe, zu heiraten. Ich habe mir das schon vor einer ganzen Weile vorgenommen. Es gibt eine Menge Arbeit, die ich in dieser Welt erledigen möchte und ich könnte das nicht ordentlich tun, wenn ich an einen Mann gebunden wäre. Ich müsste mich entweder seinen Vorstellungen unterordnen, oder er sich meinen und das würde mir nicht gefallen. Im einen Fall würde ich ihn nicht respektieren und im anderen ich mich selbst nicht.“

„Aber angenommen“, sagte ich, „Sie begegnen einem Mann, der in allen wesentlichen Punkten vollkommen mit Ihnen harmoniert?“

„Ach“, sagte sie, „sowas passiert doch nie. Da könnten Sie auch erwarten, zwei völlig identische Kieselsteine zu finden. Ich glaube da nicht dran. Aber wenn Sie mir irgendwann während des Rests meines Lebens ein Beispiel solcher Harmonie zeigen, werde ich meine Meinung ändern. Ich glaube, wenn ich lange genug lebe, wird die Gesellschaft zu mir aufschließen. Alles deutet mir darauf hin.“

„Sie könnten recht haben“, sagte ich. „Die Gesellschaft schreitet bemerkenswert voran. Aber was wollen Sie mich fragen?“

„Einfach dieses“, antwortete sie. „Was interessiert Sie an Frau Chester so sehr?“

Ich sah sie verblüfft an. „Wahrhaftig“, rief ich aus, „das ist eine bemerkenswerte Frage!“

„Ich weiß“, antwortete sie, „und ich nehme an, sie sagen sich selbst ‚Hier ist ein Mädchen, das mich gerade einmal drei Tage kennt und trotzdem bittet es mich, ihm über meine Gefühle zu einer anderen Frau zu erzählen.’ Aber wirklich, mir scheint, da Sie diese andere Frau nicht einmal drei Tage kannten, könnte so viel Freundschaft und Vertrauen im einen Fall entstehen wie Zuneigung im anderen.“

„Zuneigung!“ sagte ich. „Habe ich irgend etwas von Zuneigung gesagt?“

„Nein, haben Sie nicht.“, antwortete sie, „und wenn da keine Zuneigung besteht, beendet das natürlich was mich betrifft dieses spezielle Studium.“

Wir kamen oben auf dem Hügel an, aber ich dachte nicht mehr an die Aussicht. „Ich denke, Sie sind ein seltsames Mädchen“, sagte ich, „aber ich mag Sie und will versuchen, Ihre Frage zu beantworten. Ich war mir meiner Gefühle Frau Chester gegenüber selbst nicht sicher, aber jetzt, denke ich, kann ich sagen, dass ich Zuneigung ihr gegenüber empfinde.“

„Gut!“ rief sie aus. „Das gefällt mir! Das ist mal eine ehrliche Antwort. Aber sagen Sie mir, woher kommt diese Zuneigung zu ihr? Es muss fast sowas wie Liebe auf den ersten Blick gewesen sein.“

„Es ist nicht einfach, solche Gefühle zu begründen“, sagte ich. „Sie sprießen tatsächlich fast wie Unkraut, wie Ihr Vater sagen würde.“

„Tas tun sie tatsächlich“, setzte sie den Gedanken fort; „manchmal wachsen sie mitten auf einem Kiesweg, wo sie nicht erwarten dürfen, geduldet zu werden.“

Ich überlegte einen Moment. „Ich habe nichts dagegen, mich mit Ihnen über solche Sachen zu unterhalten“, sagte ich. „Es kommt mir fast vor, als unterhielte ich mich mit mir selbst.“

„Das ist ein Kompliment, das mir gefällt“, sagte sie. „Und jetzt fahren Sie fort. Warum machen Sie sich etwas aus ihr?“

„Also“, sagte ich, „zunächst einmal ist sie sehr hübsch. Finden Sie nicht auch?“

„Oh, ja! Tatsächlich ist sie das, was man eine Schönheit nennen könnte.“

„Dann hat sie so eine bezaubernde Art“, fuhr ich fort. „Und sie ist so vernünftig – auch wenn Sie vielleicht nicht glauben, dass ich viel Gelegenheit hatte, das heraus zu finden. Dazu kommt, sie hat so eine angenehme Herzlichkeit an sich –“

„Welche sie natürlich“, unterbrach mich meine Begleiterin, „nicht jedem Mann gegenüber zeigen würde außer Ihnen, vermuten Sie.“

„Ja“, sagte ich. „Ich bin jetzt ehrlich, so kommt es mir vor. Natürlich kann ich ein Narr sein, aber ich dachte, zwischen uns ist eine Sympathie entstanden, die zwischen ihr und jemand anderem nicht entstehen würde.“

Fräulein Edith lachte herzlich. „Ich fange an, eine Menge über eine Seite des Themas zu lernen“, sagte sie. „Und jetzt sagen Sie mir – ist das alles? Ich glaube das nicht.“

„Nein“, antwortete ich, „das ist es nicht. Da ist noch etwas, was sie für mich anziehend macht. Ich kann es nicht genau erklären, außer zu sagen, dass es die Atmosphäre ist, die sie umgibt – es ist alles, das mit ihr zusammen hängt. Es ist das Leben, das sie führt; es ist ihr Heim; es sind Schönheit und Frieden, der Sinn für Charme, von dem sie durchdrungen ist und alles, was zu ihr gehört.“

„Wunderbar!“, sagte Fräulein Edith. „So eine Antwort habe ich erwartet, nur nicht so gut formuliert. Nun lassen Sie sie mich in einfache, nüchterne Sprache übersetzen. Was Sie wollen ist, ihr gegenwärtiges Leben, das furchtbar stumpfsinnig sein muss, aufgeben und hingehen und Frau Chester helfen, den STECHPALMWEDEL zu führen. Das wäre genau passend für Sie. Eine bezaubernde Frau, bezaubernde Umgebung, bezauberndes Lebensgefühl, ein Leben in absoluter Unabhängigkeit! Aber glauben Sie nicht“, fügte sie hinzu, „dass ich Ihnen unlautere Motive unterstelle. Nichts dergleichen. Sie würden genau so viel zur Beliebtheit des Gasthauses beitragen wie sie. Ich erwarte, dass Sie sie wohlhabend machen würden.“

„Fräulein Edith Larramie“, sagte ich, „Sie sind eine herzlose Schummlerin! Es läuft mir kalt den Rücken runter, Sie so reden zu hören.“

„Machen Sie sich nichts daraus“, sagte sie, „aber sagen sie mir, haben sie nicht geglaubt, es wäre nur zu hübsch, mit ihr in diesem netten, kleinen Gasthaus zu leben?“

Ich konnte mir nicht helfen und musste über ihre Ernsthaftigkeit lächeln, aber ich stimmte ihr in meiner Antwort zu.

Sie nickte nachdenklich mit dem Kopf. „Ja“, ich hatte recht. Ich glaube, sie sollten zugeben, dass ich die menschliche Natur gut beurteilen kann – zumindest bei manchen Leuten und unter gewissen Umständen.“

„Das können Sie“, sagte ich. „Das gebe ich zu. Jetzt beantworten Sie mir eine Frage. Wie finden Sie das?“

„Es gefällt mir nicht“, sagte sie. „Und sehen Sie nicht“, fügte sie lebhaft an, „welchen Vorteil ich besitze mit meinem Entschluss, nie zu heiraten? Sehr wenige andere Mädchen wären gewillt, so direkt mit Ihnen zu sprechen. Sie würden befürchten, Sie könnten glauben, dass sie Sie haben wollten, aber, da ich niemanden haben will, können Sie und ich uns über solche Dinge wie freie und gleiche menschliche Wesen unterhalten. Deshalb will ich es noch einmal sagen, dass mir Ihre Zuneigung zu Frau Chester nicht gefällt. Ich bin davon enttäuscht.“

„Davon enttäuscht!“ entfuhr es mir.

„Ja“, sagte sie, „das trifft es. Sie müssen sich erinnern, unsere Bekanntschaft begann mit einer Art Zusammenprall. Eine Menge passierte in einem Moment. Ich bildete mir eine hohe Meinung von Ihnen, und die reichte bis in die Zukunft. Man kann da nichts dagegen machen, wenn man an Leute denkt, die einen interessieren. Die Gedanken eilen einfach voraus. Als ich von Frau Chester erfuhr, war ich enttäuscht. Es mag ja alles ganz nett sein, aber Sie sollten es besser machen!“

„Wie alt sind Sie?“ fragte ich.

„Zweiundzwanzig letzten Mai“; erwiderte sie.

„Ist das nicht die Glocke, die zum Mittagessen ruft, die ich höre?“ sagte ich.

„Ja“, sagte sie, „und da gehen wir jetzt hin.“

Auf dem Weg dorthin blieben wir stehen und sahen uns an. „Ich bin Ihnen sehr verpflichtet“, sagte sie, „dass Sie mir auf solche Weise vertrauen, und ich möchte, dass Sie mir meine Loyalität Ihnen gegenüber glauben und dass nie ein Wort von dem, was Sie gesagt haben, von mir ausgeplaudert werden wird. Aber ich möchte auch, dass Sie wissen, dass ich meine Meinung nicht ändern werde. Jetzt verstehen wir einander, oder?“

„Ja“, antwortete ich, „aber ich glaube, ich verstehe Sie besser, als Sie mich.“

„Ganz und gar nicht“, antwortete sie. „Das ist Unsinn. Sehen Sie den Blumentopf oben auf dem Stumpf dort bei dem kleinen Erdhaufen? Percey hat mit seinem Luftgewehr darauf geschossen. Glauben Sie, sie können ihn mit einem Apfel treffen? Nehmen wir jeder drei Äpfel und versuchen es.“


Es war Spätnachmittag, als Fräulein Edith vom STECHPALMWEDEL zurückkehrte, wo sie und Genevieve mit einer Ponykutsche hin gefahren waren. Ich war mit dem Rest der Familie auf der Golfbahn ein Stück vom Haus entfernt und es dauerte eine Weile ehe sie Gelegenheit hatte, mit mir zu sprechen, aber schließlich gelang es ihr.

„Wie hat sie die Nachricht aufgenommen?“ fragte ich begierig.

Das Mädchen zögerte. „Ich glaube, ich sollte Ihnen nicht alles erzählen, was sie gesagt hat. Es war wirklich ein intimes Gespräch zwischen uns beiden und ich bin mir sicher, sie möchte nicht, dass ich viel darüber erzähle. Und ich glaube auch nicht, dass Sie alles hören möchten.“

Ich beeilte mich, ihr zu versichern, dass ich nicht nach Einzelheiten der Unterhaltung fragen würde. Ich wollte nur den allgemeinen Effekt der Nachricht auf sie wissen. Das war nur zu legitim, da sie schließlich die Nachricht durch mich erhalten hatte.

„Nun, sie war sehr betroffen, und es wäre furchtbar gewesen, wenn Sie gefahren wären. Insgesamt jedoch, kann ich mir nicht helfen, zu denken, dass der Brief des Italieners eine große Erleichterung für sie war, besonders da sie herausfand, dass ihr Gatte durch ein Versehen getötet worden war. Sie sagte, mit am meisten habe ihre Seele belastet, dass ihr Mann einen Feind gehabt haben könnte, der ihn genügend hasste, um ihn zu töten. Aber jetzt ist der Fall ganz anders, und es ist ihr eingroßer Trost, das zu wissen.“

„Und zu dem Mörder?“ sagte ich. „Haben Sie sie gefragt, ob sie etwas zu seiner Ergreifung unternehmen will?“

„Ja“, sagte sie, „ich habe davon gesprochen und sie ist sehr bestrebt, dass nichts in dieser Richtung unternommen wird. Selbst wenn der Italiener gefasst würde, möchte sie nicht, dass die Angelegenheit wieder in der Öffentlichkeit beredet und zerlegt wird. Sie glaubt die Geschichte von dem Mann und will nie mehr von ihm hören. Tatsächlich denke ich, sollte bewiesen werden, dass der Italiener ihren Mann mit Vorsatz tötete, wäre es der härteste Schlag, den man ihr versetzen könnte.“

„Dann“, sagte ich, „kann ich den Schwarzen auch gehen lassen. Ich habe ihm sein Fahrtgeld in die Stadt nicht gegeben. Ich wusste, er würde warten, bis er es bekäme und es könnte vielleicht dienlich sein, ihn festnehmen zu lassen.“

„Oh, nein“, sagte sie. „Frau Chester hat darüber gesprochen. Sie möchte nicht, dass der Mann irgendwelchen Ärger bekommt. Er wusste nicht, was für eine Botschaft er überbringt. Jetzt werde ich Vater darüber berichten – sie hat mich darum gebeten.“

Der Abend verlief fröhlich. Es wurden Scharaden gespielt und eine Menge andere Sachen wurden gemacht. Fräulein Willoughby war eine bewundernswerte Schauspielerin und Fräulein Edith auch nicht schlecht, auch wenn sie ihre Persönlichkeit nicht verleugnen konnte. Ich befand mich in einem einzigartigen Geisteszustand. Ich fühlte mich, als wäre eine Last von mir genommen. Mein Geist schwebte förmlich.

„Sie sollten nicht so maßlos fröhlich sein“, sagte Fräulein Edith zu mir. „Das können Sie, wenn die Leute Sie besser kennen, aber ich befürchte, einige der Familie werden glauben, Sie sind so gut gelaunt, weil Frau Chester jetzt weiß, dass sie Witwe ist.“

„Oh, da besteht keine Gefahr, dass sie so etwas glauben“, sagte ich. „Denken Sie nicht, sie führen meine gute Laune darauf zurück, dass der Mann, der mein Fahrrad nach Waterton brachte, meinen großen Reisekoffer mit zurück gebracht hat und ich mich jetzt im Salon wie ein Gentleman zeigen kann? Und außerdem, da er auch berichtete, dass mein Fahrrad morgen fertig sein würde, glauben Sie nicht, dass man von mir erwartet, dass ich mich an meinem letzten Abend mit Ihnen allen als gute Freunde so angenehm wie möglich zu zeigen versuche?“

Sie schüttelte ihren Kopf. „Diese Entschuldigungen wird man nicht gelten lassen. Sie sind unnormal fröhlich. Meine Studien an Ihnen sind äußerst interessant, aber insgesamt nicht zufriedenstellend.“

Fortsetzung hier http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/57067/qein-fahrrad-namens-modestineq-oder-qein-lehrer-radelt-in-die-ferienq-15-kapitel/

Erstes Kapitel hier: http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/49469/qein-fahrrad-namens-modestineq-oder-qein-lehrer-radelt-in-die-ferienq/#comment

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