Gießen | Die Gefährlichkeit der Kreuzung Bahnhofstraße - Westanlage in Gießen wurde am Spätnachmittag des 15.09.2011 einer Radfahrerin zum Verhängnis, als sie von einem rechtsabbiegenden LKW erfasst und schwer verletzt wurde.
Ich hatte den Unfall selbst nicht gesehen, da ich erst um 18:15 Uhr, etwa 30 Minuten danach, zufällig dort vorbei kam. Nach Aussage von Umstehenden befuhren Radfahrerin wie LKW aus Richtung Alicenstraße kommend die Bahnhofstraße. Ob die Radfahrerin ihren Weg über die Kreuzung hinweg und weiter die Bahnhofstraße entlang fortsetzen oder nach rechts in die Westanlage einbiegen wollte, war für mich von den Umstehenden nicht eindeutig zu erfahren und dafür muss wohl der offizielle Polizeibericht abgewartet werden. Jedenfalls erfasste sie der LKW im Kreuzungsbereich und die Radfahrerin geriet unter das Fahrzeug und musste schwer verletzt in die Uniklinik eingeliefert werden.
Da ich diese Kreuzung fast täglich selbst mit dem Rad überquere und erst einen Tag vorher an gleicher Stelle von einer rechtsabbiegenden PKW-Fahrerin, die wie übrigens eine erhebliche Anzahl Autofahrer nicht geblinkt hatte, geschnitten
wurde, wundere ich mich nicht über diesen Unfall. Vor der Kreuzung, von der Alicenstraße kommend, weist ein Verkehrsschild die Autofahrer darauf hin, dass sie nur nach rechts oder links abbiegen dürfen, ein kleines Zusatzschild erlaubt Radfahrern jedoch die Kreuzung geradeaus zu überqueren und den Weg durch die Fortsetzung der Bahnhofstraße in die Innenstadt zu nehmen. Dieses Zusatzschild scheinen manche Autofahrer entweder zu übersehen oder sie versuchen rücksichtslos noch vor etwaigen Radfahrern abzubiegen.
Kommt man dagegen aus der Innenstadt durch die Bahnhofstraße zur Kreuzung Westanlage erlaubt ein Verkehrsschild allen Verkehrsteilnehmern nur die Geradeausfahrt, weiter durch die Bahnhofstraße in Richtung Bahnhof oder das Linksabbiegen in die Westanlage. Das Rechtsabbiegen ist absurderweise verboten. Viele Autofahrer ignorieren das aber und fährt man als Radfahrer geradeaus, wird man von diesen Abbiegern, die zusätzlich oft nicht blinken und mit denen man ja nicht rechnet, ebenfalls gefährdet.
Sinnvoll wäre an dieser Kreuzung eine eigene Fahrradampel, die vor der Autoampel auf Grün springt und den Radfahrern einen Vorsprung vor den Autos gäbe.
Weitere Unfälle soll es etwa um die selbe Zeit in der Stadt zwischen zwei PKWs, sowie einen mit einer weiteren, leichter verletzten Radfahrerin gegeben haben, und in der Steinstraße wurde ein Sperrpfosten in einer Feuerwehrdurchfahrt umgefahren.
Manchmal macht es auch Sinn, wenn Radfahrer einfach mal mitdenken. Wenn ich mir überlege wie "Unsterblich" sich manch ein Radfahrer fühlen muss wenn er so fährt wie er fährt wundern mich solche Unfälle nicht.
In diesem konkreten fall gehe ich auch nicht davon aus, dass der LKW Gazellen gleich um die Ecke geschossen kam. Man hätte es als Radfahrer ahnen können.
Ich habe gestern den Stau von der Bahnhofstraße (Richtung Mathematikum) aus auch gesehen spowie das Blaulicht und frug mich, was da schon wieder los ist. Diese Frage ist damit ja (leider für alle Beteiligten) beantwortet. Ist eine sehr blöde Kreuzung für Radfahrer, da hast du Recht, Bernd.
Natürlich ist der Unfall bedauerlich, aber Herr Schmidt hat nicht ganz unrecht. Viele Radfahrer sind im Straßenverkehr recht rücksichtslos unterwegs -- nicht falsch verstehen, gleiches gilt für viele Autofahrer.
Vielleicht hat jemand den aktuellen Spiegel-Titel gelesen? Da geht es auch um Straßenrowdys im Allgemeinen und Fahrradfahrer im Speziellen. Nach dem Lesen musste ich zugeben, dass ich als Radfahrer die Verkehrsregeln auch gelegentlich etwas biege.
Nur zur Klärung: Damit will ich jetzt nicht sagen, dass die Radfahrerin in diesem Fall Schuld hatte.
Da kann ich Herrn Engelhart nur zustimmen, dass ist wahrlich eine blöde und gefährliche Kreuzung. Die Autofahrer die aus der unteren Bahnhofstraße rechts abbiegen gefärden nicht nur den Radfahrer sondern auch den Fußgänger, diese haben zur selben Zeit grün! Es sind doch Linien auf der Straße die jedem anzeigen das da ein Weg ist, oder? In diesem Fall ist eindeutig der LKW Fahrer schuld, Toterwinkel hin oder her!
Vor ca. einer Woche wurde ein Radfahrer schwer verletzt weil ein Motoradfahrer ihn rechts überholte und dabei streifte.
Ich kann Herrn Schmidt nicht folgen, dass der Radfahrer das hätte erahnen können! Ab dem 10. Lebensjahr ist man als Radfahrer verpflichtet den Radweg zu nutzen, es gibt auch keine Prüfung der Fähigkeiten zur Teilnahme am Straßenverkehr, wie also soll man so vorrausschauend radeln können und gleichzeitig noch mit den Fehlern von anderen rechnen müssen?
Ja jeder der die Straße benutzt Radler, Fußgänger, Inliner, Biker und Autofahrer hat Rowdys in seinen Reichen die sich nicht an die Regeln halten wollen. Vielleicht sollten wir das so machen, wie in diesem Ort, wo es keine Schilder und Makierungen gibt. Dort gehen sie friedlich miteinander um!
Lieber Herr Schmidt, wenn man als Radfahrer im Stadtverkehr nicht mitdenken würde, läge man wahrscheinlich jede Woche einmal auf der Straße. Ich rechne ständig mit sich zur Fahrbahnseite öffnenden Autotüren, trotzdem hat es mich zweimal erwischt. Ebenso fürchte ich Linksabbieger im Gegenverkehr, auch da haben mich zweimal Autos auf die Kühlerhaube genommen, die glaubten, es noch vor mir zu schaffen, bzw. alkoholisiert zu langsam reagierten. Ich wurde von einem überholenden Auto mit alkoholisiertem Fahrer gestreift und von einigen von der Straße abgedrängt, ohne dass etwas passierte. In 50 Jahren Radfahren vielleicht nicht all zu viel, aber mir hat es gelangt. Durch mich als Radfahrer wurde noch kein anderer Verkehrsteilnehmer körperlich geschädigt und ich denke, das trifft für die Masse der Radfahrer zu, auch wenn ich gern zugebe, es gibt die Fahrradrowdies und dass ich selbst gelegentlich, wenn niemand dort stand, über eine rote Fußgängerampel gefahren bin oder durch die Fußgängerzone. Wo es bei Autos bei einem harmlosen Blechschaden bleibt, wenn es mal an einer Einfahrt oder Einmündung einer Nebenstraße knallt, weil ein Auto seine Kühlerhaube zu weit vorstreckte, fließt beim Radfahrer mangels Knautschzone, jedenfalls fehlt die den meisten, in der Regel Blut.
Herr Zeun,
ich habe doch durchaus Verständniss für Radfahrer. Besonders für die, welche mir auch in Stockdunkler Nacht ohne Licht entgegen kommen. Für alle die deren Räder ohne Reflektoren oder Licht für den Straßenverkehr nicht zugelassen sind. Für Eltern die ihre Kinder im Kindersitz mitnehmen und trotz vorhandenem Fahrradweg die die Fahrbahn bezüglicher derer Breite kontrollieren. Radfahrer die stets ohne Handzeichen einfach die Spur wechseln. Auch für jene die scheinbar die Ampeln nur wegen ihrer Farvielfalt bestaunen. Ebenso für Radfahrer die sich auch durch die kleinste Lücke schummeln müssen.
Aber was mich echt nervt ist dieses Opfergejammer der Radler.
Herr Schmidt, wer jammert denn? Ich fahre auch Auto, ich bin aber auch als Autofahrer mehr von anderen Autofahrern genervt, als von Radfahrern, muss ich ganz ehrlich sagen.
An alle: Ich gehe mal davon aus, dass keiner mit seinen eigenen Augen gesehen hat, wie der Unfall tatsächlich abgelaufen ist und wer hier nicht auf was geachtet hat. Daher sollte wohl darauf verzichtet werden, dem Fahrer oder der Radlerin pauschal die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Radler ohne Licht, Pkw-Fahrer die nicht blinken, kein Helm, keine Rücksicht, kein Kopf, ich denke keiner kann sich frei von Schuld sprechen, ich auch nicht.
Alle Fahrräder gehören abgeschafft, in den Keller verbannt oder auf den Schrottplatz. Freie Fahrt auf den Straßen für alle Autofahrer!
Unglaublich, da liegt eine Dame schwer verletzt im Krankenhaus , war NICHT SCHULD am Unfall und hier wird über rücksichtslose Fahrradfahrer/innen diskutiert.
Herr Zeun, genau das meine ich. Wenn ein LKW neben einem steht, der nunmal von der sicht her die blödere Position hat sollte man die paar Sekunden Zeit nehmen.
Wie Bernd schon richtig bemerkt hat, hat der Radfahrer keine Knautschzone, und deshalb muss er einen sehr guten 7. Sinn haben, um nicht unter die Räder zu kommen.
Ich kenne ein Zauberwort für ein gutes Miteinander, aber das fehlt vielen im Wortschatz: "Rücksichtnahme" von beiden Seiten könnte sicher einiges verhindern.
Jeder macht mal Fehler und dann kann man dankbar sein, wenn der andere aufmerksam genug war, um den Fehler zu erkennen und entsprechend zu reagieren.
Ich kann jetzt nicht sagen, wer mich mehr nervt, aber mich erstaunt das Gottvertrauen, das so manche Radfahrer an den Tag legen, speziell bei Nacht, da muss der Dynamo unbedingt geschont werden.
Wenn auch Radfahrer anhand eines Nummernschildes identifiziert werden könnten, da würde sich der eine oder andere vielleicht doch mal überlegen, ob er wild durch die Gegend brettert. Leider ist das aufgrund der Vielzahl von Rädern ein fast hoffnungsloses Unterfangen.
Durch meine Hörbehinderung ist mein Verhalten im Straßenverkehr zu fast 100 % visuell bedingt. Ich nehme meist mehr wahr, als ein Hörender, der sich auf sein Gehör verlässt.
Ohne Spiegel am Fahrrad würde ich mich absolut hilflos fühlen.
Wäre dort so eine Fahrrad Ampel wie beim E Klo, da wäre die Gefahr nicht mehr ganz so groß für beide! Die Stadt muß zur Sicherheit einige Änderungen vornehmen!
Stoppen neben einem LKW reicht leider nicht aus: Selbst wenn ein Radfahrer neben einem LKW bei grüner Ampel anhält, kann er immer noch von der Hinterachse überrollt werden. Das folgende Video ist sicher für alle interessant, die derartige Unfälle vermeiden wollen:
Kurzer Nachtrag: Wie ich kürzlich erfahren habe, hat die Radfahrerin ihre schweren Verletzungen überlebt, einen guten Ausgang hat es trotzdem nicht genommen, da sie für den Rest des Lebens bleibende Schäden zurück behalten hat.
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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auf den Uferweg, neben der neuen Brücke, am Schwanenteich aus.
Von...
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