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VHS-Kurs: Lebenspraxis - Was ist ein gutes Leben?

Den Weg des Lebens ausleuchten...
Den Weg des Lebens ausleuchten...
Gießen | Die Frage, was ein gutes Leben ist, beschäftigt irgendwann die meisten Menschen. Eine Antwort darauf findet sich aber oft nicht so leicht. Eine Grundlage kann die Besinnung auf die eigene Lebensgeschichte sein, die gleichzeitig das Material für eine zukünftige Lebensform liefert. Eine Gelassenheit, die ein wirkliches Lassen erfordert, kann ebenfalls zu diesem Weg führen, wie auch die Aufmerksamkeit, die man sich selbst gegenüber haben kann. Gleichzeitig schwankt das Leben in einem Für-sich-Sein und einem Mitsein mit dem Anderen - ethische Entwürfe sind dazu notwendig. Wir werden anhand dieser und auch anderer Beispiele versuchen eine mögliche Lösung dieses Fragenkomplexes zu finden. Dazu gehen wir bis in die Antike zurück und werden das Leben als ein philosophisches ergründen. Dabei wird sich zeigen, welche Gehalte uns auch heute noch Hinweise auf ein gutes, erfülltes Leben geben können. Gleichzeitig begegnet uns eine Philosophie, die keineswegs so abstrakt ist, wie oft von ihr behauptet wird. Die Texte dazu werden uns in kopierter Form vorliegen.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich!

Veranstaltungsort: Sprachcafé Giramondi, Bahnhofstr. 53, 35390 Gießen
Beginn Mi. 05. 10. 2011 - Mi. 07. 12. 2011
Veranstaltungstage: Mi.
Dauer: 8 Termine

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Kommentare zum Beitrag

Tim Gross
545
Tim Gross aus Gießen schrieb am 02.09.2011 um 11:18 Uhr
Klingt sehr interessant. Bei Zeit würde ich auch mal vorbeischauen.
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 02.09.2011 um 11:24 Uhr
Hallo Herr Dr. Klein, das klingt interessant und positiv nach vorn gerichtet - wozu man natürlich erst einmal in die Geschiche und somit auch nach hinten schauen muss. Leider kann ich nun nicht selbst dabeisein und erfahren, was am Ende dieses Kurses herauskommt.
Bernd Zeun
11.292
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 02.09.2011 um 13:44 Uhr
Descartes sitzt in einer Bar und trinkt ein Glas Rotwein. Fragt ihn der Wirt, ob er noch eines möchte. "Ich denke nicht" sagt Descartes und ist verschwunden.
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 02.09.2011 um 13:49 Uhr
Sagte ein anderer - allerdings nicht so bekannter Philosoph: "Ich bin. Also bleibe ich."
Bernd Zeun
11.292
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 03.09.2011 um 06:06 Uhr
Kein Wunder, dass er nicht so bekannt wurde ;-)
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 03.09.2011 um 11:02 Uhr
Stimmt, aber dafür hat er dem armen Wirt geholfen zu überleben. So hat sich der unbekannte Philosoph besser verhalten als manche seiner berühmten Artgenossen, die nicht viel Wesentliches zum Erhalt der Menschheit - und der Gastwirte - beigetragen haben.
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 03.09.2011 um 12:42 Uhr
Da geht's der Philosophie wie der Religion nicht wahr, Herr Drechsel?
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 03.09.2011 um 14:06 Uhr
Welcher?
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 03.09.2011 um 15:56 Uhr
Wie welche? Das gilt für alle!
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 03.09.2011 um 17:42 Uhr
Das ist das Gegenteil von dem, was ich denke. Ohne Judentum und Christentum hätten Sie heute keine Zähne mehr und andere vielleicht keine Augen. Denn dann hieße es noch "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Da haben diese beiden Religionen doch der Menschheit - und zwar dort, wo jüdisch-christlich- (und ein bisschen) -römisch Recht gesprochen wird - 'ne Menge Gutes beigebracht.
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 04.09.2011 um 11:51 Uhr
Sehen Sie, Herr Drechsel, deshalb verstehen wir uns ja auch so gut... ;-)

Wobei beide ein stückweit auf der Philosophie basieren, ohne griech. Philosophie hätten Sie nicht ihr geliebtes Christentum!
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 04.09.2011 um 12:31 Uhr
Ja, Herr Dr. Klein, ein stückchenweit vielleicht ... Paulus musste den Griechen aber einiges von ihrer Philosophie austreiben, z.B. ihre Faulheit. Arbeit galt (nicht zuletzt weil Aristoteles & Co. das philosophisch flankierten) als etwas Unwürdiges, unästhetisches ... Arbeit überließ man besser den Sklaven. So schrieb Paulus damals an seine Leute in Thessaloniki: "Denn schon als wir bei euch waren, geboten wir euch: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen." (Später hat man diesen Spruch Lenin untergeschoben, aber der hatte ihn wohl von seiner frommen Mutter übernommen.) Der christliche Glaube käme m.E. notfalls ohne die griechische Philosophie aus, aber unsere Gesellschaft (im Hier und Heute) nicht ohne die ethischen Grundlagen, die das Christentum gelegt hat. Eine soziale Marktwirtschaft, ja noch nicht einmal Hartz IV wäre denkbar ohne das ökonomisch-diakonische Regelwerk, das uns die Bibel überliefert.
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 04.09.2011 um 12:52 Uhr
Es ist umgekehrt die Philosophie bzw. der Humanismus kommt ohne Religion bestens zurecht, ethische Grundlagen des Christentums gelten allerdings und bestenfalls nur für Vereinsmitglieder (Religionsangehörige), darum unbrauchbar für eine globale Verwendung.
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 04.09.2011 um 13:09 Uhr
Weshalb werden sie - die ethischen Grundlagen des Christentums - dann aber global verwendet? Die "Nichtverwender" sind doch, global gesehen, eine arme, kleine Minderheit.
Bernd Zeun
11.292
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 04.09.2011 um 19:06 Uhr
Da stimme ich dem Herrn Klein völlig zu, Ethik und Moral erfordern keine Religion. Religionen bedienen sich ihrer nur und schaffen nach dem Bild des Menschen einen oder mehrere Aufpasser, die mal belohnen sollen, aber meist mit Strafe drohen, je nachdem, wie die Menschen sich an die Regeln halten. Dem Kenntnisstand der Menschen früherer Jahrhunderte durchaus angemessen, wer das aber heute noch glaubt, hat meiner Meinung nach nur schlechten oder nicht ausreichend naturwissenschaftlichen Unterricht gehabt.
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 04.09.2011 um 19:37 Uhr
Woher wollen Sie dann Ethik und Moral nehmen? Die Naturwissenschaft bietet dafür so gut wie gar nichts. Eigentlich wären dann ja, wenn die Religion nicht mehr gebraucht wird, die Philosophen zuständig. Aber die wissen ja bekanntermaßen nur, dass sie nichts wissen. Also ist auf die auch kein Verlass, was Ethik und Moral betrifft. Und Sie beide haben offenbar auch keine recht Antwort auf die Frage, weshalb einige Milliarden Menschen auf diesem Globus ohne Religion nicht auskommen wollen. Da scheint doch einiges an Lebenshilfe geboten zu werden, die man dem Atheismus nicht zutraut. Oder was sagen Sie z.B. zu Naturwissenschaftlern, die selbst Christen sind? Ob die auch nur schlechten oder nicht ausreichend naturwissenschaftlichen Unterricht hatten ... und jetzt trotzdem beim Max-Planck-Institut oder an renommierten Unis arbeiten?
Bernd Zeun
11.292
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 04.09.2011 um 21:10 Uhr
Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu, damit ist im Prinzip alles über ein friedliches Miteinander der Menschen gesagt, ohne Religion zu bemühen.
Die Sinnfrage des Lebens ist damit nicht geklärt, für mich hat es keinen erkennbaren Sinn. Ich sehe, dass es so etwas wie einen Selbsterhaltungstrieb gibt, dem ich auch unterliege, aber das ist meiner Meinung nach eine Art Programm, das eine erforderliche Bedingung des Lebens von den einfachsten Anfängen lebender Systeme an gewesen sein muss.
Lebenshilfe kann die Religion sicher sein, wie auch Astrologie oder der Briefkastenonkel bei der Zeitung, das heißt aber nicht, dass Wahrheit dahinter steckt.

Christ sein heisst für mich nicht notwendigerweise, an einen personifizierten Gott glauben zu müssen, ich denke, dass werden die wenigsten ernst zu nehmenden Naturwissenschaftler tun. Sie werden sich aber christlichen Werten verbunden fühlen. Die verurteile ich ja auch nicht, danach kann ich mich aber auch als Agnostiker oder Atheist richten.
Stefan Walther
4.524
Stefan Walther aus Linden schrieb am 04.09.2011 um 21:12 Uhr
Wollte eigentlich nur ein bißchen mitlesen, so wie hier etwas an der Oberfläche gekratzt wird, wie sich die beiden "Kontrahenten" etwas beschnuppern und aus der Reserve locken :-))

- ob sich Lenin auf seine "fromme Mutter" bezogen hat als er vom Grundprinzip des Sozialismus sprach "Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen"? Klar, ich bezweifle es :-), ich denke da hat er sich eher auf die Lehren von Marx und Engels bezogen. Interessant hierbei u.a. "Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft" ( Friedrich Engels ).
Warum erwähne ich das, weil es weniger um den Widerspruch / den Unterschied zwischen Philosophen und Atheisten auf der einen und religiösen Menschen auf der anderen Seite geht. Für Sozialisten ging es immer um die Untersuchung der Geschichte (wozu man erst einmal in die Geschichte hinein schauen muss, richtig Herr Drechsel), die Analyse der Geschichte, die Folgerung, dass seit Teilung der Arbeit, die Geschichte die Geschichte von Klassenkämpfen ist, dass nicht die Gedanken (der Kopf) die Welt verändern (unabhängig von der Produktion, der Produktivkräfte und Verhältnisse), sondern dass im Endeffekt immer die ökonomischen Bedingungen Grundlage für Veränderungen und Entwicklungen sind, und die Gedanken nur diese Wirklichkeit widerspiegeln! Somit bedeutet der wissenschaftliche Sozialismus auch eine Abrechnung mit den Philosophen! Ja, und die hatten es sich "auch ganz gut eingerichtet" in der Sklavenhaltergesellschaft.
- was die Religion betrifft, so üben die Sozialisten (natürlich sind es fast ausschließlich Atheisten) grundsätzliche Kritik an der Religion, sie leugnen das Übernatürliche, das Verweisen auf eine Erfüllung nach dem Tod und einiges andere mehr. Aber, Sozialisten fordern zwar die Trennung von Kirche und Staat, sie erklären aber auch die Religion zur Privatsache, sie wollen/würden die Religion nicht verbieten, sie wollen überzeugen...und sie sind der Ansicht, dass dann früher oder später der Einfluss der Religion (ohne staatliche Unterstützung) von selbst zurückgehen wird. Alles ohne Zwang, alles auf freiwilliger Basis.
- warum Milliarden von Menschen ohne Religion nicht auskommen wollen, darüber kann man nur spekulieren. Ich bin der Ansicht, dass viele das Elend, die Ungerechtigkeit usw. in der Welt klar erkennen, sie aber nicht wissen ob und welchen Ausweg es geben könnte... auch ein Grund (so sehe ich das) für die "Flucht" in die Religion.
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 05.09.2011 um 09:01 Uhr
Guten Morgen Herr Lenz und Herr Walther! Zitat Apostel Paulus (Röm 12,18): "Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden." Wenn man dann den restlichen Römerbrief auch noch liest, wird klar, dass ein friedliches Miteinander "ohne die Religion zu bemühen" kaum denkbar ist.
Zitat Herr Lenz: "Christ sein heisst für mich nicht notwendigerweise, an einen personifizierten Gott glauben zu müssen, ich denke, dass werden die wenigsten ernst zu nehmenden Naturwissenschaftler tun." Christ kann man nur sein, wenn man eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus hat - der wiederum ist der Sohn Gottes. Ohne "Personifizierung" Gottes können Sie alles mögliche sein - aber mit Sicherheit kein Christ. Wir haben einen ziemlich großen Freundeskreis, darunter befinden sich etliche Akademiker ... Wissenschaftler, Ingenieure, Ärzte, etc. ... und die haben alle eine persönliche Beziehung zu Gott. Wenn das keine "ernstzunehmenden" Wissenschaftler wären, wären sie vermutlich arbeitslos.
Das "Grundprinzip des Sozialismus" haben die Sozialisten definitv bei Paulus abgekupfert - siehe 2. Brief an die Thessalonicher, Kap. 3, Vers 10. Damit habe ich schon in meiner Schulzeit meinen Schuldirektor verblüfft, der behauptete, Lenin hätte den Satz verzapft. In der DDR haben die Kommunisten versucht, "10 Gebote der sozialistischen Moral" zu entwerfen - ohne das biblische Grundmodell wäre das auch nicht denkbar gewesen. Und der Rest vom Sozialismus hat bekanntermaßen nicht funktioniert, schon gar nicht die Lösung aller menschlicher Probleme durch die Abschaffung von Privateigentum und erst recht nicht dadurch, dass man Gott für tot erklärt. Als Ausweg für Elend und Ungerechtigkeit scheint der Sozialismus nicht zu taugen. Von einer "Flucht" in die Religion könnte man sicher sprechen, wenn sich dahinein nur die Armen und Hungernden "flüchten" würden. Aber wenn Sie die internationale Christenheit einmal betrachten, dann werden Sie schnell feststellen, dass Christsein keinesfalls von irgend einem sozialen Status abhängt. In Uganda sind 90% der Bevölkerung Christen - darunter sind die Ärmsten genauso wie hohe Regierungsbeamte oder Universitätsdozenten.
Stefan Walther
4.524
Stefan Walther aus Linden schrieb am 05.09.2011 um 21:32 Uhr
Hallo Herr Drechsel, Sie meinten sicher Herr Zeun und Herr Walther?

Schade, dass die Diskussion immer ähnlich verläuft:
- fordert man (die Christen) zurecht, dass man sich umfassend mit dem Christentum auseinandersetzt wenn man darüber diskutiert, so reduzieren sie dann die Diskussion über den Sozialismus auf die DDR, warum auch immer.
- auf der einen Seite soll man sich mit der ganzen Geschichte, so wird hier u.a. Paulus zitiert, beschäftigen, wird jedoch Marx oder Engels zitiert/angeführt dann antwortet man mit "DDR"
- ich werde mich daher nicht weiter äußern, man kann sich mit der Geschichte beschäftigen, dann könnte/müsste man auch die alten UND die neuen Kreuzritter anführen, aber darum geht es mir hier gar nicht
- also entweder oder, entweder man beschäftigt sich grundsätzlich mit den Aussagen des Christentums und den Aussagen des wissenschaftlichen Sozialismus oder man beschäftigt sich mit der dazu gehörenden Geschichte und zwar umfassend, das was im Namen des Christentums geschehen ist und das was im Namen des Sozialismus geschehen ist. Das heißt dann noch lange nicht, dass es dann auch richtige Christen waren, genauso wenig wie es richtige Sozialisten waren. Seltsamer Weise lassen sich sehr wenige Diskutanten auf solch eine Diskussion ein.

Nur noch eine Anmerkung:
Die Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln ist etwas völlig anderes wie die Abschaffung des Privateigentums, dieser Unterschied sollte Ihnen doch bekannt sein Herr Drechsel, warum dann diese (falsche) Polemik? Dass der Sozialismus nicht funktioniert haben soll, nur weil er in der DDR gescheitert ist, das ist eine gern gemachte Behauptung, aber wie schon gesagt, es wird vieles im Namen von vielem gesagt und gemacht, deshalb muss es noch lange nichts mit dem zu tum haben auf was man sich dabei beruft.....
Bernd Zeun
11.292
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 06.09.2011 um 00:00 Uhr
Lieber Herr Drechsel, ich hoffe, ich habe Sie nicht so sehr aufgeregt, dass Sie mich mit Herrn Lenz verwechseln. Nichts gegen Herrn Lenz, aber ich bleibe lieber der, der ich bin :-)
Sie wie ich wissen natürlich, dass wir wahrscheinlich unüberbrückbare Ansichten zum Thema Religion haben, trotzdem reizt es uns beide anscheinend immer wieder mal zu einem Kommentar. Die folgenden Bemerkungen sollen aber auch meine letzten zur Religion hier sein, schließlich geht es ja um Dr. Kleins Veranstaltung bei der VHS.

Ihr Zitat aus dem Römerbrief soll sicher nur einen Ursprung der von mir genannten volkstümlichen Redewendung 'Was du nicht willst, das man dir tu ...' aufzeigen, schön dass Paulus das auch so gesehen hat, allerdings lese ich im Unterschied zu Ihnen aus dem selben Römerbrief, dass ein friedliches Miteinander auch ohne die Religion möglich ist. In Röm. 2,14-15 heißt es "Denn wenn die Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun des Gesetzes Werk, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz; denn sie beweisen, des Gesetzes Werk sei geschrieben in ihrem Herzen, da ja ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen ..." Das heißt ja nichts anderes, es geht auch mit Moral allein. Die Bibel ist ein Werk voller Widersprüche. Etwas übertrieben gesagt, zu jedem Gesichtspunkt findet man auch die Gegenposition und schon deshalb kann sie nicht Gottes Wort sein.

Was ein Christ ist, ist eine Frage der Definition. Sie werden das sicher anders definieren als ich. Auf dem Papier bin ich auch noch einer, da nicht aus der Kirche ausgetreten und ich denke, in vielem verhalte ich mich auch wie einer, d. h. nicht ohne Fehl und Tadel.

Die wissenschaftlichen Leistungen der Naturwissenschaftler in Ihrem Freundeskreis will ich nicht bezweifeln, deren Verhältnis zu Gott ist mir allerdings rätselhaft. Ein persönliche Verhältnis vermute ich zumindest als sehr einseitig.

Die ganze Absurdität von Religionen ergibt sich doch schon daraus, dass alle Religionen mit einem Wahrheitsanspruch auftreten, unabhängig davon, wie tolerant oder intolerant sie den anderen Religionen gegenüber auftreten. Wenn Sie zufällig in Indien geboren wären, würden Sie möglicherweise mit der gleichen Inbrunst an Shiva, Vishnu und Ganesha glauben.

Zum Thema Sozialismus hat sich Herr Walther als der Sachkundigere schon ausreichend geäußert. Ob der Sozialismus sich der Bibel bedient hat ist völlig unerheblich, die Metaphysik hat er jedenfalls nicht übernommen und ethische, vergleichbare Inhalte finden sich in allen Religionen und Philosophien. Das Christentum hat sich ja auch heidnischer Bräuche bedient.
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 06.09.2011 um 14:35 Uhr
Hallo Herr Zeun, „I'm truly sorry“ müsste ich jetzt hier einem Sudanesen sagen, wenn ich ihn mit einer anderen Person verwechselt hätte. Nö, aufgeregt haben Sie mich nicht, aber vermutlich ist irgendwo in meinen grauen Zellen auch der Herr Lenz – und zwar nicht tief genug - abgespeichert. Ich hoffe, Sie nehmen das als plausible Ausrede und Entschuldigung an?
Röm. 2,14-15 verstehe ich ein wenig anders, denn Paulus redet als Evangelist und ehemaliger Pharisäer, nicht als Ethnologe oder anderer Wissenschaftler. Für ihn war deshalb klar: Gott hat auch die Heiden geschaffen und hat Ihnen sozusagen schon ein ethisch/moralisches Grundwissen eingepflanzt. Paulus erwähnt das Herz und das Gewissen. Damit könnte man natürlich sagen: Die Religion brauchts dafür nicht – aber den Gottesbezug dafür umso mehr.
Dass wir in diesem Leben nicht alles verstehen werden, was sich in der Bibel an echten und vermeintlichen Gegensätzen auftut, ist auch meine Meinung. Nun ist mir persönlich – und, wie wir wissen, etlichen Millionen oder gar Milliarden Christen auf der Welt – dieses dicke Buch zu einer unentbehrlichen Lebenshilfe geworden. Die wenigen Sachen, die mir bis heute keiner erklären kann, werden mehr als eliminiert durch das, was ich in rund 50 Jahren Christenleben lernen und begreifen durfte.
Um herauszufinden, welcher Art die persönlichen Gottesbeziehungen eines Akademikers, speziell eines Naturwissenschaftlichers sein könnten, müsste man wenigstens einen davon fragen. Sie können sich das nicht so recht vorstellen, aber wenn es Sie wirklich interessieren sollte: Ich gäbe Ihnen gerne einen Tipp, wen Sie fragen könnten.
Die Definition, ob jemand ein Christ ist oder nicht, entscheidet sich leider nicht daran, ob der Mensch relativ anständig lebt oder nicht. Da finden Sie klare, sich nicht widersprechende Aussagen in der Bibel. Zusammengefasst klingt meine persönliche Definition: Wer sein Leben an Gott übergibt und trotz aller menschlicher Unvollkommenheiten, die dann noch übrig bleiben bzw. erst zutage treten, an dieser Beziehung festhält, ist ein Christ.
Was die Wahrheitsansprüche der Religionen betrifft, so gebe ich Ihnen recht, dass ich nichts darüber sagen kann, was ich heute glauben würde, wäre ich ein Inder. Wäre ich als Araber geboren und ein gläubiger Moslem, würde ich Ihnen aber ganz klar sagen, dass es immer nur eine Wahrheit geben kann. Dass insbesondere multi-kulti-religiös ausgerichtete evangelische Kirchen für ihre eine Wahrheit nicht mehr einstehen, sondern plötzlich alle möglichen verschiedenen Wahrheiten für wahr gehalten werden, ist ein Grund für ihr Siechtum. Die rapide wachsenden christlichen Kirchen Afrikas oder Lateinamerikas sind da anders gestrickt und ziehen deshalb die Menschen auch viel mehr an. Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen:
Gibt es ein ewiges Leben? Sie wissen es nicht und glauben vielleicht auch nicht daran. Ich weiß es auch nicht, aber ich glaube dem Zeugnis der Bibel und rechne mit dem Weiterleben nach dem Tod, wie immer das aussehen mag. Zwischen diesen beiden Wahrheiten gibt es keine Zwischen- oder Teilwahrheit. Wer von uns beiden am Ende das Richtige geglaubt hat … warten wir es ab. Statistisch gesehen bin ich in ca. 15 bis 20 Jahren dran. Der Wahrheitsanspruch meines Glaubens gilt also erst einmal mir selbst, und da ich von allen anderen Wahrheitsansprüchen anderer Religionen und atheistischen Strömungen überhaupt nicht überzeugt bin, gebe ich „meine Wahrheit“ gerne weiter – auf so nette Weise wie nur irgend möglich.
Wir sind immer noch in der Spur des VHS-Themas von Herrn Klein, denn zu einem guten Leben gehört auch, dass wir die Sinnfrage klären. Die Naturwissenschaften können dazu nichts beitragen – das haben Sie ja selbst auch erwähnt. Mein Glaube aber schon – und zwar nicht, wenn ich versuche, mir aus dem Sammelsurium der Weltreligionen meine eigene zurecht zu basteln. Es geht, ich wiederhole mich, um meine persönliche Gottesbeziehung, wenn ich einen Sinn in meiner ganz persönlichen Existenz entdecken will.
Bernd Zeun
11.292
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 07.09.2011 um 20:06 Uhr
Ich behalte zwar schon ganz gern recht, aber was Ewiges Leben betrifft, hätte ich nichts dagegen, wenn Sie recht behielten, Herr Drechsel. Ich fürchte jedoch, die Entscheidung wird keiner von uns 'erleben.' Und wofür das ganze dann gut war kann auch die Naturwissenschaft nicht beantworten, die Philosophie allerdings auch nicht. Eva hätte vielleicht besser den Baum der Erkenntnis leer pflücken und Apfelwein draus machen sollen, statt sich mit einem Apfel zu begnügen. Der Dr. Klein hat den Beitrag schon in die richtige Gruppe einsortiert: "Alles für die Katz".
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 08.09.2011 um 08:29 Uhr
Na, ob "Alles für die Katz" reicht, den VHS-Studenten etwas darüber zu vermitteln, was ein gutes Leben ist? Vielleicht erzählt uns Dr. Klein noch etwas mehr darüber, wenn der Kurs läuft bzw. zu Ende gegangen ist. Dann können wir ja nochmal zu einer großen Diskussion ausholen ... Bis dahin erst einmal herzliche Grüße nach Hessen.
P.S.: Am Thema "Schule im Südsudan" bleiben wir dran. Gestern waren wir zu einem "Career Day" in einer Secondary School für Mädchen. War interessant, was die jungen Leute hier für Träume haben und wie viel Unterstützung sie brauchen werden, um sie umzusetzen.
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