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Bis an die Grenzen Survival-Training in Hessen

von Rainer Stoodtam 28.08.20115389 mal gelesen7 Kommentare
Gießen | Es hätte ein entspanntes Wochenende werden können, jedoch nicht für die 11 Teilnehmer des 10. Überlebenstrainings unter der Leitung von Julio Felices, Body Shock und Tom Baier, Toms Tauchshop.
10 Männer und eine Frau, im Alter von 16-47 Jahren stellten sich der Herausforderung. 3 Tage überleben in den hessischen Wäldern, ohne Handy, Zigaretten, Essen und Wasser. Um zumindest auf letztgenanntes nicht verzichten zu müssen, galt es, sich zu orientieren und die Gruppe zur nächsten Wasserstelle zu navigieren. Teamwork und Kommunikation war da ganz wichtig. Wer hat schon mal navigiert und kann man diese Pilze essen?
Unendlich viele Kilometer querfeldein wurden zurückgelegt, manchmal komisch beäugt durch die Anwohner der kleinen Dörfer die man gekreuzt hat.
Es galt, sich an Hand kleinster landschaftlicher Markierungen zu orientieren und nach Marschkompasszahl zu laufen. Es wurden viele falsche Kilometer gelaufen, doch am Ende kamen immer alle ins Ziel. Zwischendurch am Steilhang abseilen, am Seil eine Brücke erklimmen oder an selbigen über einen Fluss ziehen. Verletzte mittels selbstgebauter Trage transportieren oder einen See durchschwimmen. Manch einer stieß an seine Grenzen, aber alle haben es gepackt. Geschlafen wurde unter freiem Himmel und gekocht am Feuer.
Nach ca. 70 gelaufenen Kilometern quer durch Hessen galt es zum Abschluss noch sich ca. 1000 Meter die Lahn abwärts durch das Wasser zu bewegen. Ziel die Badenburg, wo es dann endlich wieder etwas richtiges zu essen gab.
Und warum das Ganze? Weil wir was dazu lernen wollten, zeigen wollten, dass es auch ohne Handy, Süßigkeiten und Zigaretten geht und das Teamarbeit einfach das wichtigste ist, wenn man gemeinsam ein Ziel verfolgt.
Trotz vieler Blasen, geschundener Knochen und schmerzender Muskeln hat es unendlich viel Spaß gemacht und wir werden im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein, wenn es heißt, 3 Tage Überleben im Wald.

 
 
 
 

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Überleben im Wald (1)Survival (2)Body Shock (1)
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Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
4.468
Stefan Walther aus Linden schrieb am 28.08.2011 um 22:49 Uhr
Wenn ich gewußt hätte, dass Sie das alles auf sich nehmen (wahrscheinlich musste man für diese Tour auch noch was bezahlen?), dann hätte ich Ihnen einen Tipp gegeben: einfach mal bei den Hartz IV - Empfängern nachfragen, mal zur Tafel gehen, mal drei Tage so leben wie diese Menschen, zumindest hätten Sie sich die vielen Blasen, geschundenen Knochen und schmerzenden Muskeln erspart.
Ja klar, ne Anerkennung "was sind wir doch für tolle Kerle", die hätte es nicht gegeben, vielleicht Respekt von den Betroffenen...mit Sicherheit jedoch einen knurrenden Magen :-)
Erinnert mich so ein bißchen an die gelangweilten Manager- und Yuppie-Typen, die vorübergehend mal die ganz harten spielen wollen?
Lasse mich gern belehren wenn es anders sein sollte, kein Problem!
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 29.08.2011 um 01:26 Uhr
Ich glaube eher, dass viel mehr Menschen solche Exkursionen einmal mitmachen sollten. In unserem technisierten Zeitalter sind viele Sinne in den Hintergrund geraten, und es ist sicherlich eine interessante Erfahrung, wo die Grenzen jedes Einzelnen liegen. Auch die Erkenntnis, dass im Team vieles leichter zu schaffen ist, geht in unserer 'Ellenbogen'-Gesellschaft oft unter.
Bernd Zeun
11.149
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 29.08.2011 um 03:08 Uhr
Stefan, sieh es nicht so eng. Klar gibt's da auch die Yuppie-Typen, aber nicht nur und bei manchen setzt es auch einen Denkprozess in Gang. Spaß machen kann es auch und besser als Autorennen oder im Fußballstadion rumstehen ist es allemal.
Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 29.08.2011 um 08:16 Uhr
Einem jeden so wie es ihm gefällt!

Aber ich finde auch, dass man sich wenigstens ein paar grundlegende Fähigkeiten erhalten sollte, sich ohne Strom aus der Steckdose und Grillfleisch aus dem Supermarkt über die Runden zu bringen.

Unsere "Zivilisation" ist ein sehr fragiles Ding, was auf das Funktionieren so vieler Komponenten angewiesen ist, dass schnell mal "Ende Gelände" sein kann. Es reicht ja schon aus, dass im Supermarkt ohne Strom für die Kassen nix mehr verkauft werden kann oder dass mal der Strom für die Heizung im Winter oder für die Gefriertruhen im Sommer ausfällt...

Ob man sich dazu schinden muß weiß ich nicht - war aber sicher ein gutes sportliches Training...

Man kann sich z.B. auch auf den Seiten von Eva Marbach informieren... da gibt es nützliche Tipps für alle möglichen "Fehler" in unserer Zivilisation
Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 29.08.2011 um 08:55 Uhr
Nachtrag: Ich "trainiere" sowas immer im Lager auf dem Mittelaltermarkt in Freienfels... Kochen am offenen Feuer und Leben ohne Handy und Computer... ist immer recht entspannend, so mal für eine Woche langsam zu leben.
Bernd Zeun
11.149
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 29.08.2011 um 10:58 Uhr
So ein Survival Training ist natürlich nur eine Spielerei, verglichen mit echtem Überleben. Die 50+ Generation kann sich vielleicht noch daran erinnern, als 1972 in den Anden ein Flugzeug abstürzte. An Bord neben der Besatzung eine College-Rugbymannschaft aus Uruguay und ein paar Freunde von ihnen. Von den 45 Personen an Bord überlebten den unmittelbaren Absturz im Andenwinter 33, an ihren Verletzungen und durch zwei Lawinen, die über das Wrack hinweg fegten, starben weitere 17. Die überwiegend jungen Leute waren weder kleidungsmäßig für Temperaturen bis - 40°C eingestellt, noch waren nennenswerte Lebensmittelvorräte an Bord gewesen. Während des insgesamt 72tägigen Martyriums mussten sie dazu übergehen, ihre toten Kameraden zu essen. In einem kleinen Radio mussten sie schließlich anhören, dass die Suche nach ihnen aufgegeben worden war. Zwei von ihnen sind schließlich aufgebrochen und haben, schon bis auf Haut und Knochen abgemagert, bis zu 4000m hohe vereiste Gipfel ohne Bergsteigerausrüstung überquert und in einer neun Tage dauernden "Wanderung" schließlich Hilfe herbei holen können.
Es gibt zwei Bücher auf deutsch darüber, ich habe beide gelesen und sie gehören zu den faszinierendsten Büchern überhaupt, die ich gelesen habe. Piers Paul Read: "Überleben", v. einem Journalisten geschrieben u. z.Z. nur antiquarisch erhältlich und von einem der beiden, die die Rettung herbei holten, Nando Parrado: "72 Tage in der Hölle", absolut empfehlenswert.
Eine Kurzfassung des Ereignisses und die ISBN Nummern der Bücher kann man bei Wikipedia einsehen http://de.wikipedia.org/wiki/Uruguayan-Air-Force-Flug_571
Ullrich Drechsel
1.786
Ullrich Drechsel aus Gießen schrieb am 29.08.2011 um 14:14 Uhr
Lieber Herr Zeun, das wäre doch 'ne tolle Buchbesprechung in Form eines Beitrages ... als Kommentar ist das doch fast Verschwendung!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Rainer Stoodt

von:  Rainer Stoodt

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Rainer Stoodt
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