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Das Ende für die Liebig-Apotheke oder: Der qualvolle Tod einer Strasse

Gießen | Nun ist es also ein weiteres mal passiert: Nach der Schließung des Bettenhaus´ Röhr Ende des vergangenen Jahres (dessen Räume übrigens immer noch unvermietet sind) steht der Bahnhofstrasse ein weiterer Leerstand bevor: Nach über 60 Jahren in Familienbetrieb verabschiedet sich die Liebigapotheke unter der Leitung von Familie Hambek zum Monatsende von ihren treuen Kundinnen und Kunden. Auch zu dieser Schließung tragen die Verantwortlichen der Stadt Gießen in nicht unerheblichem Maße bei. Die immer wieder auftretenden und endlos langen Bauarbeiten gerade auch in diesem Teil der Innenstadt haben die Laufgewohnheiten der Gießener Kunden/innen verändert. Die Bahnhofstrasse wird schon lange nicht mehr als Einkaufsstrasse wahrgenommen, sondern höchstens noch für einem schnellen Gang zum Bahnhof genutzt. Allerdings ist auch in dieser Beziehung ein Rückgang zu verzeichnen, da gerade die Nahverkehrszüge auch am Neustädter Tor halten und bereits dort viele Fahrgäste einsammeln oder in die Innenstadt entlassen. In Zeiten großer Konkurrenz ist allerdings auch eine Apotheke auf Laufkundschaft angewiesen. Und wenn sich dann auch noch die im gleichen Haus ansässige Arztpraxis einen neuen Standort suchen muss, weil die baulichen Gegebenheiten dort nicht mehr dem neuesten Anforderungsstandard entsprechen, dann bedeutet das für eine Apotheke das wirtschaftliche Aus!
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Liebig Apotheke (1)Innenstadt (25)Bahnhofstraße (55)
Ein weiterer Leerstand macht die Bahnhofstrasse hingegen nicht attraktiver. Und es kommt ja bekanntlich immer noch schlimmer: In ziemlich genau einem Jahr schließt die Galeria Kaufhof - immerhin auch nach beinahe 40 Jahren - ihre Tore. Und das bedeutet nicht nur für fast 70 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen den Arbeitsplatzverlust, sondern für den Geschäftsstandort Bahnhofstrasse und City Center das endgültige Ende. Über kurz oder lang wird die Gießener Einkaufsmeile nur noch aus dem Seltersweg bestehen, für eine Stadt unserer Größenordnung eine wirklich traurige Situation. Schaut man allerdings auf die Bemühungen unserer Stadtverordneten, so scheint genau dieses langsame Sterben der Gießener Innenstadt gewünscht. Oder würde man ansonsten seine Kräfte in solche überflüssigen Projekte wie die Bebauung des Bänningergeländes stecken, statt sich endlich einmal um die Stärkung der Gießener Innenstadt und ihrer Einzelhändler zu kümmern?

Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
11.205
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 15.06.2011 um 20:25 Uhr
Vielen Dank Frau Hohmann für den guten, wenn auch traurigen Artikel. Zu der von Ihnen angesprochenen Schließung der Galeria Kaufhof, den Gründen und Ursachen sowie Folgen wir aktuell bereits hier diskutiert:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/52085/galeria-kaufhof-giessen-schliesst-im-juni-2012/

Grundsätzlich kann ich Ihren Aussagen, Anmerkungen und Forderungen hier in Ihrem Artikel nur zustimmen.
H. Peter Herold
28.074
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.06.2011 um 11:26 Uhr
Es ist so und leider tragen auch die Bürger zum Tod vieler Geschäfte, darunter natürlich auf der Apotheken ihrn Teil bei.
Wenn ich sehe, dass gerade bei den Apotheken mit ihren reißerischen Rabatten eingekauft wird. Also ich denke mir ich bleine bei meiner Apotheke hier vor Ort und helfe dem Apotheker damit sein Geschäft zu halten. Noch bin ich beweglich und könnte in der Stadt den wenigen Cent Ersparnis nachjagen, doch wenn es mit dem Laufe dann nicht mehr klappt, was dann. Da könnte es sein, dass meine Apotheke hier im Ort schließen musste.
Christian Momberger
11.205
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 16.06.2011 um 13:06 Uhr
Sehr gut Herr Herold. Da ist absolut was dran!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Birgit Hohmann

von:  Birgit Hohmann

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Interessensgebiet: Gießen
Birgit Hohmann
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