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Hin und wieder zurück – Veranstaltungsreihe „Gießener Ring“ holt Künstler zurück in die „alte Heimat“ Gießen

Die Damen und Herren des "Gießener Ring"
Die Damen und Herren des "Gießener Ring"
Gießen | Er ist oft das Erste oder auch das Letzte was man von Gießen zu sehen bekommt. Nach Gießen hinein, aus Gießen heraus und um Gießen herum führt er: der Gießener Ring. Im Sommer 2011 ist der aus Bundesstraßen und Autobahnen bestehende Verkehrsring nun auch Namensgeber für eine neue Veranstaltungsreihe, die sich dardurch auszeichnet Kulturschaffende verschiedener Sparten aus aller Welt, die ursprünglich aus Gießen stammen oder eine wichtige Lebensphase dort verbracht haben, zurück in die „alte Heimat" Gießen zu holen. Veranstaltet und getragen wird der „Gießener Ring“ von den Kooperationspartnern Jokus, Kümmerei, Neuer Kunstverein Gießen, Literarisches Zentrum Gießen, MuK und unterstützt durch die Stadt Gießen und die Gießen Marketing GmbH.
„Eigentlich ist Gießen ein total künstlerisches Pflaster“, begeisterte sich Sängerin Manuela Weichenrieder von der „Kümmerei“. Während der Planung des „Gießener Ring“ sei überhaupt erst einmal aufgefallen, wie viele Künstler, die heute in der ganzen Welt beheimatet sind, aus Gießen stammen, hier studiert haben oder erste künstlerische Gehversuche unternommen haben- und das aus
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allen Sparten. Die geladenen Künstler haben sich auf individuelle Weise mit dem Thema Heimat und Gießen auseinandergesetzt und sich dabei existentielle Fragen gestellt: warum man herkam, warum man aus Gießen wegging, warum man blieb oder warum man wieder zurückkam.
Die Auftaktveranstaltung „Gießener Kranz“ findet am Freitag, dem 3. Juni um 16 Uhr in der „Kümmerei“ in der Steinstraße 75 statt. Bei Kaffee und Kuchen werden die Kooperationspartner im Beisein einiger Künstler des „Gießener Ring“ die Veranstaltungsreihe und deren Perspektiven vorstellen. Um 19 Uhr öffnet am selben Ort die „Ring-Lounge“ ihre Pforten, ganz im Zeichen des Retro. Der aus Gießen stammende DJ Justus Köhncke wird Musik auflegen, Jan Schüler, bildender Künstler und Ex-Gießener zeigt Fotos aus den 80iger Jahren vom legendären und schmerzlich vermissten „Ausweg“, der für viele Neugießener einst ein Einstieg in die Gießener Musikszene war. Außerdem haben sich Überraschungsgäste angekündigt.
Um 18 Uhr am 4. Juni eröffnet die Gruppenausstellung „Gießener Ring“ in den Räumlichkeiten des Neuen Kunstvereins Gießen am Nahrungsberg/ Ecke Grünberger Straße, die dort bis zum 13. August zu sehen sein wird. Sieben bildende Künstler aus verschiedenen Großstädten von Wien bis Paris kamen dafür zurück in ihre ehemalige Provinzheimat und stellen ihre Werke hier, teils zum ersten Mal, aus.
Unter dem Motto „What the fuck is Heimat?“ wird am 11. Juni ab 22 Uhr im MuK an der Automeile gefeiert. Auflegen werden We and the Alien, Ramrod, Scaum, Phil und als besonderer Gast Martin Stimming, der deutsche Shooting Star der Elektronischen Musik, der in Gießen aufwuchs und extra aus Hamburg anreist.
Ebenfalls aus Hamburg kommt am 20. Juni der 36jährige Schriftsteller Volker Thönnes, der ab 20 Uhr im Jokus an der Ostanlage aus seinem satirischen Buch „Anleitung zur Frühdemenz“ lesen wird. Mit schwarzem Humor und gepflegtem Sarkasmus nimmt er es mit dem alltäglichen Wahnsinn auf: von Öko-Fetischisten und Behördenirrsinn bis zu Kaffeefahrten zu Bauer Ewald und seinem Zuchtbullen.
Mit Georg Meier hat es einen weiteren ehemaligen Gießener in die Elbmetropole verschlagen. Der Alt-68iger, Szenekneipenwirt, Schriftsteller und Weltreisende hat ein bewegtes Leben hinter sich. Einen Teil davon verbrachte er in den 1960/70iger Jahren in Gießen. Aus dieser bewegten Ära berichtet er in seinem Buch „Alle waren in Woodstock, außer mir und den Beatles“, aus dem sein Freund und Verleger Volker Dittrich am 13. Juni ab 20 Uhr im Kulturkeller Uhlenspiegel lesen wird. Meier selbst wird mit Ehefrau Cora ebenfalls anwesend sein. Außerdem erwartet das Publikum zahlreiche Fotos die Gießen während der Flower-Power-Zeit zeigen, und Zeitzeugen werden von ihren Eindrücken berichten.
Sadullah Gülec, Geschäftsführer der Gießen Marketing GmbH ist der Meinung, dass es beim „Gießener Ring“ auch um Identitätsmarketing für Gießen als Kulturstadt und die Auseinandersetzung mit dem kreativen Potential der Stadt geht. Bei entsprechendem Erfolg könne er sich gut vorstellen, dass die Reihe regelmäßig, etwa alle zwei Jahre, fortgesetzt werden könne.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.kuemmerei.org

Die Damen und Herren des "Gießener Ring"
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