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Bündnis will Naziaufmarsch am 16.7. in Gießen blockieren

von Frank Meyeram 30.04.20113764 mal gelesen5 Kommentare
Junge Neonazis auf einem NPD-Aufmarsch im November 2009 in Friedberg - Darunter auch solche, die mittlerweile wegen versuchten 5-fachen Mord verurteilt wurden
Junge Neonazis auf einem NPD-Aufmarsch im November 2009 in Friedberg - Darunter auch solche, die mittlerweile wegen versuchten 5-fachen Mord verurteilt wurden
Gießen | Ein politisch und kulturell äußerst buntes Bündnis (bestehend aus über 40 Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen) plant, den angekündigten, neonazistischen Aufmarsch von NPD und 'Freien Kameradschaften', am 16.7. in Gießen, zu blockieren. Im August 2009 gelang dies bereits in Friedberg - und im vegangenen Februar in Dresden. Diese Erfolge will man auch in Gießen feiern. Mit Blick auf die positive Resonanz die der Aufruf hervorgerufen hat - und dem zudem geplanten Stadtfest der Initiative "Gießen bleibt bunt" -, stehen die Chancen hierfür recht gut.

Anbei der Aufruf.

Gießen bleibt Nazifrei! Neonaziaufmarsch blockieren

Am 16. Juli 2011 will die hessische NPD gemeinsam mit den Jungen Nationaldemokraten (JN), unterstützt von Freien Kräften, eine Demonstration unter dem Motto Das System ist am Ende Wir sind die Wende in Gießen durchführen. Wir werden uns diesem Aufmarsch mit Massenblockaden entgegenstellen.

Erfolglos versucht die NPD seit mehreren Jahren in Gießen Fuß zu fassen. Mit der Organisation der Demonstration in Kooperation mit den Freien Kräften zielt die NPD darauf ab, lokale Strukturen
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zu stärken und zu reorganisieren. Allein das Gelingen der Demonstration wäre bereits ein großer Erfolg für die NPD. Ihr letzter großer Aufmarschversuch, parallel zu einem unter massivem Polizeischutz abgehaltenen Landesparteitag in Gießen, liegt rund 40 Jahre zurück und wurde im Oktober 1971 von couragierten GießenerInnen verhindert. Seither gelang es keiner Neonazigruppierung ungestört Veranstaltungen im Gießener Stadtgebiet abzuhalten. Welche Folgen hingegen das Gelingen einer Neonazidemonstration haben kann, zeigt das Beispiel Wetzlar: Nachdem dort im Oktober 2008 rund 350 Neonazis nahezu ungehindert marschieren konnten, folgte eine massive Stärkung der rechten Szene in und um Wetzlar. Einige junge TeilnehmerInnen, die auf dieser Demonstration erstmals offen in Erscheinung traten, verübten schließlich im März 2010 einen Brandaschlag auf das Haus eines Pastoralreferenten, der sich im Wetzlarer Bündnis gegen Nazis engagiert.
Darüber hinaus sind wir grundsätzlich der Meinung, dass die Selbstdarstellung von extrem rechten Gruppierungen und das damit verbundene Verbreiten ihrer menschenverachtenden Ideologien im öffentlichen Raum verhindert werden muss. Aufmärsche von extremen Rechten jeglicher Ausprägung empfinden wir als einen Angriff auf die Freiheit und das Leben.

BürgerInnen und AntifaschistInnen blockieren gemeinsam den Aufmarsch
BürgerInnen und AntifaschistInnen blockieren gemeinsam den Aufmarsch
Wie es in anderen Städten vorgemacht wurde, wollen wir auch in Gießen gemeinsam den Raum des symbolischen Einspruchs verlassen und den Protest gegen den Neonaziaufmarsch in breiten Massenblockaden auf die Straße tragen. Dass sich mit solchen Massenblockaden effektiv rechte Aufmärsche verhindern lassen, haben mehrere tausend Menschen in Friedberg und jüngst in Dresden gezeigt. Die erfolgreiche Verhinderung erfordert einen Rückgriff auf Mittel des zivilen Ungehorsams und die Beteiligung vieler couragierter Menschen. Wir rufen daher alle Gießenerinnen und Gießener sowie andere engagierte Menschen dazu auf, sich an den gewaltfreien Blockaden in Gießen zu beteiligen, um den Neonazis zu zeigen, dass ihre Sichtweisen weit außerhalb des tolerierbaren Meinungsspektrums liegen.

Solidarisch erklären wir uns mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Neonaziaufmarsch zu verhindern, so auch mit dem Bündnis Gießen bleibt bunt. Wir streben ein breites Bündnis an, das von vielen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen getragen wird.

Konsens des Bündnisses Gießen bleibt Nazifrei:
- Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Neonaziaufmarsch.
- Von uns wird keine Eskalation ausgehen.
- Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Neonaziaufmarsch zu verhindern.

Die UnterzeichnerInnen: UnterzeichnerInnen / UnterstützerInnen
Bündnis Gießener AntifaschistInnen,
Bündnis gegen Rechts Gießen,
AStA der JLU Gießen,
AStA der Philipps-Universität Marburg,
Linkes Bündnis Gießen,
DIE LINKE. Kreisverband Gießen,
JungdemokratInnen / Junge Linke Gießen (JD/JL),
attac Gießen,
BUND Jugend Gießen,
Antifa R4 Gießen,
Junge GEW Hessen,
ver.di Jugend Mittelhessen,
IG-Bau Jugend Mittelhessen,
DGB-Jugend Mittelhessen,
Arbeitsgemeinschaft für gewerkschaftliche Fragen Marburg,
Infoladen Gießen,
Autonomes Kulturzentrum AK44,
Kulturinitiative Gießen e.V.,
DKP Gießen,
Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba Mittelhessen,
Solid Gießen,
Solid Hessen,
Humanistische Union Marburg,
Grüne Ökologische Liste Marburg,
Jugendnetz Wetzlar,
Schwulenreferat der JLU,
Umsonstladen Gießen,
Demokratische Linke (Hochschulgruppe),
Unsere Uni (Hochschulgruppe),
Brennpunkt Uni (Hochschulgruppe),
Bunte Liga Gießen,
Projekt Wohnen Gießen e.V.,
Tierrechtsgruppe Gießen,
Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t Marburg,
Vitamin I3 (Kulturprojekt in Gießen),
Medinetz Gießen (Medizinische Versorgung für Flüchtlinge),
SDS Gießen,
HipHop e.V.,
Sowieso Gießen (Musikkneipe),
Versus (Musikgruppe aus Gießen),
Imbellicus Animo (Musikgruppe aus Gießen),
Pestpocken (Musikgruppe aus Gießen),
Maniac Attack (Musiklabel).
dinglebery records (Musiklabel),
Death Ride Cycles,
Siegfried & Oi (offizieller St. Pauli Fanclub),
Janine Wissler (DIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag, Fraktionsvorsitzende),
Hermann Schaus (DIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag, Parlamentarischer Geschäftsführer),
Tobias Paul (Kreisvorsitzender DIE LINKE. Darmstadt),
Volkhard Mosler (DIE LINKE. Kreisverband Frankfurt (Sprecher)

Zum Blog mit dem Aufruf: http://giessenbleibtnazifrei.blogsport.de/aufruf/

1200 Menschen verhindern Demo mit NPD-Chef Voigt
http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/1200-Menschen-verhindern-Demo-mit-NPD-Chef-Voigt

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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
11.217
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 01.05.2011 um 23:33 Uhr
Vielen Dank für den Artikel hier.
Verhindern wir gemeinsam am 16.07. den geplanten NPD-Aufmarsch, denn es gilt:"Keine Fussbreit den Faschisten! Denn Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"
Joachim Haas
54
Joachim Haas aus Gießen schrieb am 31.05.2011 um 14:22 Uhr
Ich finde die Aktion gegen Rechts im Grundsatz wunderbar. Rechte Idioten haben in unserer Gesellschaft kein Platz. Doch wenn man sich die Liste der Teilnehmenden Organisationen, Gruppierungen und Einzelpersonen näher anschaut stellt man fest das einige Gruppierungen selbst Verfassungsfeindliche und gefährliche Ideologien verfolgen. Benutzt einfach mal die bekannte Suchmaschine und informiert euch.

Ps: Rechte Gewalt ist scheiße, Linke Gewalt aber auch !
Stefan Walther
4.565
Stefan Walther aus Linden schrieb am 31.05.2011 um 23:33 Uhr
Also Herr Haas,
erstmal den Konsens richtig durchlesen, das hilft!

und wer von diesen unterstützenden Organisationen übt "linke Gewalt" aus? Da sollte man, wenn man solche Pauschalurteile von sich gibt, schon konkret werden!

genau wie bei "Gießen bleibt bunt - gemeinsam gegen Nazis" werden sich auch hier die Unterstützer durch solche Sprüche nicht spalten lassen!
Christian Momberger
11.217
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 31.05.2011 um 23:44 Uhr
Du hast völlig recht Stefan!
H. Peter Herold
28.308
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.06.2011 um 12:02 Uhr
Hallo! Ich habe gelesen, dass es eine weitere Großveranstaltung gegen soll und dass befürchtet wird, dass es da zu Begegnungen kommen könnte.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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