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"Lucchetti d´amore" - Liebesschlösser an der Brücke

Gießen | Ein romantischer Brauch hat sich auch in vielen deutschen Städten eingeschlichen. Wahrscheinlich stammt er aus Italien, genauer, aus Florenz:
Als Zeichen der wiedergewonnenen Freiheit befestigten einst die Absolventen der Sanitätsakademie am Ende ihrer Ausbildung die Vorhängeschlösser ihrer Umkleideschränke an einer Brückenlaterne.

In Rom übernahmen Verliebte den Brauch. An der Milvinischen Brücke über den Tiber befestigen sie ihre "Lucchetti d´amore", was man mit Liebesschlösser übersetzen kann.

Allmählich verbreitet sich diese Idee: In Köln benutzen Verliebte die Hohenzollernbrücke, in Moskau gibt es eine Brücke in der Nähe des Novodevichy-Klosters und in Rotenburg an der Fulda wurde eigens ein Brückenteil zu diesem Zweck freigegeben. Auch in Hamburg, Berlin und Dresden sind an Brücken Liebesschlösser zu finden.

In München an der Thalkirchner Brücke über die Isar hat sich nun auch still und heimlich dieser Brauch etabliert (siehe Fotos). Paare hängen gravierte Vorhängeschlösser ans Geländer und werfen den Schlüssel in den Fluss. Der symbolische Akt soll ihr Glück besiegeln.

Das mag man finden, wie man will. Manche sagen, das sei romantisch, andere meinen, es sei kitschig.
Ist doch immerhin besser, als seinen Liebesschwur in lebende Bäume zu ritzen - oder?

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 28.04.2011 um 12:16 Uhr
Entschuldigung, so ein Quark...! Wo doch viele Beziehung eh nicht halten!
Bernd Zeun
11.419
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 28.04.2011 um 12:53 Uhr
Ich glaube ja, der Brauch wurde in Florenz von den Frauen erfunden, als die ihre Keuschheitsgürtel, die ja auch Florentiner Gürtel heißen, nicht mehr tragen wollten und die Schlösser an die Brücken hängten, damit jeder Mann, der nach Florenz kam, wusste, hier lassen sich die Frauen nicht alles gefallen. Zu Florentiner Gürtel siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Keuschheitsg%C3%BCrtel

@Dr. Klein: Da habe ich Sie ja völlig falsch eingeschätzt, ich hätte gedacht, Sie hätten in Amerika für Betty Boop auch ein solches Schloss an eine Brücke gehängt ;-)
Astrid Patzak-Schmidt
3.417
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 28.04.2011 um 14:04 Uhr
@ Dr. Klein: Warum so pessimistisch?
@ Bernd: Wie immer - eine wahrhaft spitzbübische Interpretation!
Hugo Gerhardt
6.694
Hugo Gerhardt aus Gießen schrieb am 28.04.2011 um 14:32 Uhr
soisserebenunserdoc!!!

Möglich ist alles, Bernd.

Über Ostern war ich in Köln, da hängen mehr als auf deinen Bildern Astrid, ich stimme dir zu besser als das Bäumeritzen allemal.
Tara Bornschein
7.373
Tara Bornschein aus Reiskirchen schrieb am 28.04.2011 um 16:59 Uhr
Ich finde dieses Ritual keineswegs kitschig, im Gegenteil. Schon allein der Gedanke daran das Schloss ( den Bund fürs Leben) zu schließen und den Schlüssel ins Wasser zu werfen bereitet mir Herzklopfen ;-)
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 28.04.2011 um 17:25 Uhr
Ich bin kein Pessimist, eher Realist...
Bernd Zeun
11.419
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 28.04.2011 um 19:20 Uhr
@Dr. Klein: Da gibt's doch bl(n)och das Prinzip Hoffnung ;-)
Astrid Patzak-Schmidt
3.417
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 28.04.2011 um 20:57 Uhr
Auch wenn es nur für ein kurzes Liebesglück wäre, so bedeutet das Ritual doch für die Betroffenen in diesem Moment sehr viel. Allein das sollte man schätzen - finde ich.
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 29.04.2011 um 08:32 Uhr
@B. Zeun haben Sie es gelesen? Ich hab's in der Tat durchgepflügt (1628 Seiten), einfach fantastisch, es ist die Grundlage meiner Doktorarbeit (nichts abgeschrieben ;-)) gewesen. An der VHS habe ich auch schon ein Kurs darüber gemacht, tja, Ernst Bloch wird leider viel zu wenig gelesen.

Allerdings schreibt er auch, dass Hoffnung enttäuscht werden kann und er fragt, was man nach diesem Erlebnis mit seiner Hoffnung noch alles anstellen kann...
Ingrid Wittich
20.827
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 29.04.2011 um 14:48 Uhr
Ich habe es 2009 in Odessa gesehen
http://www.giessener-zeitung.de/muecke/?page=mediadb%2Fmediadb_popup.php&pic_id=35096&setview=popup&doc_id=16392
Ich finde, es ist ein netter Brauch. Vielleicht haben diejenigen, die es blöd finden, niemanden, der mit ihnen ein Schloss aufhängen will. Geschweige denn, den Schlüssel wegwerfen wollen :-(
Hugo Gerhardt
6.694
Hugo Gerhardt aus Gießen schrieb am 29.04.2011 um 15:02 Uhr
lol
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 29.04.2011 um 19:50 Uhr
Es spinnt halt jeder auf seine Weise...
Bernd Zeun
11.419
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 01.05.2011 um 08:45 Uhr
@Dr. Klein: Den Bloch habe ich in den 70ern mal angefangen zu lesen, es aber schnell wieder gelassen, fand damals meine naturwissenschaftlichen Lehrbücher interessanter. Heute, mit ein paar Jahrzehnten mehr auf dem Buckel, könnte ich vielleicht einen neuen Versuch wagen.
Astrid Patzak-Schmidt
3.417
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 01.05.2011 um 08:51 Uhr
Ich habe auch einen Bloch: Tübinger Einleitung in die Philosophie I,
1968 gekauft und gelesen - und vergessen!
Es ist wirklich eine gute Idee, sich die Bücher der eigenen Jugend mal wieder vorzunehmen und mit dem heutigen Bewusstsein zu lesen.
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 01.05.2011 um 08:52 Uhr
Nur zu, es lohnt sich, sagen Sie mir wanns losgehen soll, ich wäre dabei. Eigentlich ist es immer schöner, wenn man solche Bücher nicht alleine lesen muss oder braucht.

Ich habe ihn auch schon in meinem privaten Kreis und an der VHS behandelt, was immer zu fruchtbaren Diskussionen führte...
Carol Rose
1.260
Carol Rose aus Hungen schrieb am 01.05.2011 um 09:01 Uhr
Romantisch ist das natürlich und wer wünscht sich nicht eine Partnerschaft für "die Ewigkeit".
Als ich kürzlich in Köln diese "Schloss-Sammlung" gesehen habe, habe ich mich aber auch gefragt, wie viele der einst Verliebten sich mittlerweile wohl wünschten, sie hätten den Schlüssel noch, um das Schloss abnehmen zu können...
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 01.05.2011 um 09:03 Uhr
Wozu gibt's Bolzenschneider, damit dürfte sich der Unsinn rückgänig machen lassen...
Astrid Patzak-Schmidt
3.417
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 01.05.2011 um 09:34 Uhr
Warum werten Sie diese Romantik als "Unsinn"?
Können wir nicht den Brauch unbewertet stehen lassen - jeder handhabt es, wie er will? Keiner MUSS! Hier geht es doch um sehr persönliche Entscheidungen, die Außenstehende doch akzeptieren, wenigstens tolerieren können. Das muss man doch nicht abwerten!
Hätte ich gerade von Ihnen, Dr. Klein, nicht erwartet...
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 01.05.2011 um 10:29 Uhr
Völlig richtig, ich äußere nur MEINE Meinung,die natürlich kein Maßstab ist und sein kann!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Astrid Patzak-Schmidt

von:  Astrid Patzak-Schmidt

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Interessensgebiet: Gießen
Astrid Patzak-Schmidt
3.417
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