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„Wir sind keine Monokultur – weder im Leben noch im Tod“ – Gießen ist für vier Tage Mittelpunkt der Branche

Gießen | Mit Vernissage der Ausstellung „Ein Koffer für die letzte Reise“ läutete die Messe Giessen eine neue Fachmesse ein


„Trauer ist nur ein anderer Ausdruck von Liebe“, lautete der eindringliche Aufruf des bekannten Trauerbegleiters Fritz Roth mit dessen Ausstellung „Ein Koffer für die letzte Reise“ die neue Hessische Messe für Bestattungskultur PAX am Donnerstagabend ihren Auftakt nahm.
Noch vor wenigen Jahren sei das Thema „Tod und Sterben“ ein regelrechtes „schwarzes Loch“ gewesen, etwas Düsteres und Erschreckendes, das zum Beispiel den Beruf des Bestatters, der als naher Ansprechpartner und Vertrauter oft ein Begleiter durch schwerste Zeiten ist, negativ belegt habe, wusste Hans-Eberhard Kümmel, Geschäftsführer eines lokalen Bestattungsunternehmens mit über 35-jähriger Tradition zu bestätigen. Aktiv engagiert sich die Branche nun, sich offen und freundlich zu präsentieren, sowohl im Rahmen der Beratung in hell gestalteten Besuchsräumen als auch durch eine möglichst persönliche und angemessene Gestaltung der Trauerfeier zum Beispiel mittels individueller und liebevoller Dekoration. Man gebe sich große Mühe, den Abschied schön und würdevoll zu gestalten, um einen Moment der Erinnerung zu schaffen, bestätigt Walter Zimmermann, einer der führenden Zulieferer der Bestattungsbranche.
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Auf dem Wege, das Bestattungswesen der Bevölkerung näher zu bringen, sei die PAX ein regelrechter „Quantensprung“ betont Hermann Hubing, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Bestattungskultur und Gastgeber des Hessischen Bestattertages, der erstmals als Teil einer Messe zum Thema in den Hessenhallen stattfindet. „Wenn der Kunde nicht weiß, welche Möglichkeiten es gibt, wird er den Bestatter seines Vertrauens nicht darauf ansprechen, zumal er in der psychischen Ausnahmesituation, die ein Trauerfall darstellt, überhaupt nicht in der Lage ist, so weitreichende Entscheidungen zu fällen“, appelliert Hubing, und nennt die beiden Extreme der aktuellen Bestattungsmentalität: „Entsorgung“ einerseits und „Eventbestattung“ andererseits. Die Tendenz zu einer „08/15-Bestattung“ könne nur mit ausreichender Information, Aufklärung und durch ein Umdenken ausgeräumt werden, das den Tod wieder ins Leben, ins Zentrum der Gesellschaft zurück bringt – ein Anliegen, das der gesamten Branche am Herzen liegt, wie zahlreiche Ansprachen und Diskussionsthemen des Programmes der PAX zu erkennen geben.
Vom 8. bis 10. April sei Gießen nun der Mittelpunkt der Branche, die Mut machen möchte, sich den Themen Trauer und Tod zu stellen, sich mit ihnen auseinander zu setzen und so vor einer Angst zu schützen, die aus Unsicherheit und Zurückschrecken entsteht.
Als Chance möchte auch Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz die PAX verstanden wissen: Das neue Konzept sei nicht nur eine Bereicherung für die kulturelle und wirtschaftliche Landschaft von Stadt und Region, sondern auch ein gelungener Einstieg in ein sehr facettenreiches Thema, dem gegenüber sich jeder öffnen solle. „Wir sind keine Monokultur, weder im Leben noch im Tod“, so Grabe-Bolz, die besonders in der innovativen Verknüpfung fachlicher Kompetenz mit publikumswirksamen Elementen eine Möglichkeit sieht, das Thema stärker im Bewusstsein der Gesellschaft zu verankern.

Mehr Informationen finden Sie unter www.messe-pax.de.

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von:  Petra Arndt

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