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Folge 21: Der Biber

Wieder zurück in Hessen: der Biber. (Foto: pixelio/Jens Bredehorn)
Wieder zurück in Hessen: der Biber. (Foto: pixelio/Jens Bredehorn)
Gießen | Er ist ein einzigartiger Architekt und Baumeister: Der Biber. Und war bereits im 16. Jahrhundert aus großen Teilen von Hessen verschwunden. Sein Pelz war beliebt und sein Drüsensekret namens „Bibergeil“, mit dem er sein Fell pflegt, galt als heilbringendes Wundermittel. Es wurde sogar mit Gold aufgewogen. Etwa 200 Rezepte zur Herstellung von Medizin sind bekannt.
Zudem galt der Biber, obwohl er ein reiner Pflanzenfresser ist, als Nahrungskonkurrent und stand auch selber im Mittelalter auf dem Speiseplan. Da er von Mönchen wegen seiner Schwimmhäute zwischen den Zehen und seinem geschuppten Schwanz zu einem Fisch erklärt wurde, durfte man in der Fastenzeit sogar seinen Schwanz und seine Pfoten essen.
Doch für viele, vor allem für Landwirte, galt er einfach nur als Feind, der mit seinen Staudämmen Felder überflutete und unbrauchbar machte.
Tatsache ist, dass der Biber durch die entstandenen Feuchtgebiete auch neue Lebensräume für andere Tier- und Pflanzenarten geschaffen hat und schafft.
Nach erfolgreichen Wiederansiedlungen im Spessart in 1987 und 1988 mit nur 18 Tieren, werden heute an Nidda, Kinzig, Sinn, Fulda und Nidder wieder über 120 Tiere gezählt.
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Doch obwohl sich der Bestand des zweitgrößten Nagers der Welt in Deutschland wieder erholt hat, 16.000 dieser Tiere leben wieder hier, gelten sie dennoch als vom Aussterben bedroht und dürfen nicht gejagt werden.
Biberspuren wurden auch im Kreis Gießen gesichtet und lebende Tiere fand man in und um der Usa bei Bad Nauheim. Erste Tiere haben bereits den Weg zur Fulda gefunden. Naturschützer freuen sich, denn die Fulda führt zur Eder und somit könnte eine hessenweite Rückkehr des Nagers bevorstehen.
Spätestens seit einer Zahnpasta-Werbung ahnt jeder von der Fertigkeit der Biberzähne. Doch kaum jemand weiß, dass diese unaufhörlich wachsen. So sind Biber gewissermaßen gezwungen, Bäume anzunagen, um ihre Zähne wieder abzuwetzen. Zudem kommen sie nur durch das Fällen von Bäumen an deren saftige Blätterkrone, von der sie sich mit Vorliebe ernähren.
Um sich einen Lebensplatz zu errichten, baut sich der Biber einen Staudamm. Er baut mit Hilfe von Steinen und Schlamm einen Wall, auf den er dann in mühevoller Arbeit Baumstämme und Zweige häuft. Bis zu eineinhalb Meter Höhe kann dieses Kunstwerk heranwachsen.
Die Tiere selbst werden rund einen Meter lang, in Ausnahmefällen bis zu 1,10 Meter. Zusammen mit dem Schwanz wirken die Tiere riesig. Im ausgewachsenen Zustand erreichen sie das Gewicht von ungefähr 35 Kilo und ein Alter von maximal 20 Jahren.
Der Biber bildet die Familie Castoridae der Ordnung Rodentia. Der Eurasische Biber ist als Castor fiber klassifiziert.

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