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Folge 20: Uhu, Kauz und Eule

Gießen | Seit jeher sind die Menschen von Eulen fasziniert - von diesen mysteriösen Augen, dem unheimlichen Krächzen, ihrer nächtlichen Erscheinung. Als Göttervogel im antiken Griechenland bis hin zum Boten des Todes für abergläubische Menschen im Mittelalter, begleitet die Eule den Menschen.

Doch nun sind fast alle europäischen Eulenarten gefährdet, die einen mehr, die anderen weniger. Und wer ist wieder Schuld? Der Mensch. Denn der Hauptgrund für den Rückgang der interessanten Vögel sind die Veränderungen ihrer Lebensräume: Den nachtaktiven Jägern fehlt es in der künstlich eintönig gestalteten Landschaft an Nahrung und an genügend geeigneten Brutstätten.
Doch mit allgemeiner Hilfe für alle Eulenarten ist es nicht getan, denn jede Art ist anders und braucht individuelle Schutzmaßnahmen.
Zum Beispiel der Steinkauz profitiert von der Anbringung künstlicher Nisthilfen. So schafften es ehrgeizige Vogelfreunde, die Steinkauzpopulation von der Wetterau bis wieder ins nördliche Mittelhessen auszuweiten. Und auch der Uhu wird von Menschen unterstützt, denn auf den Vogel, der überwiegend in Steinbrüchen nistet, wird vermehrt von Steinruchbetreibern Rücksicht genommen.
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Die neuen Nistplätze sind auch der Schleiereule von Nutzen. 2006 wurden wieder insgesamt achtzehn Brutpaare in vierzehn Orten um Gießen gemeldet. Und sogar vom Rauhfußkauz, der in Hessen die höheren Lagen der Mittelgebirge bewohnt und dessen Bruten normalerweise eher selten und zudem schwer nachzuweisen sind, wurden im vergangenen Jahr erstmals zwei Jungvögel durch Zufall gefunden.
Von der Waldohreule, die noch recht häufig an hessischen Waldrändern und Feldgehölzen lebt, werden allerdings nur noch sehr wenige Bruten vermeldet. Und von der Sumpfohreule gibt es im Kreis Gießen nur Durchzügler. Sie ist in vielen Gebieten sogar ernsthaft vom Aussterben bedroht.

Steinkauz/Rauhfusskauz:
Größe: ca. 22 – 26 Zentimeter
Flügelspannweite: 55 bis 60 Zentimeter
Kennzeichnung: kleine, gedrungene und kurzschwänzige Eule mit großen gelben Augen und weißen, wie Augenbrauen wirkende, Streifen über den Augen. Der Rauhfusskauz hat eine deutliche, hellbeige x-förmige Zeichnung zwischen den Augen.
Übrigens, der Steinkauz galt früher als Unglücks- und todbringender Vogel. Sein „kuwitt“-Ruf, wurde als „Komm mit“ gedeutet.

Uhu:
Größe: 60 bis 75 Zentimeter
Flügelspannweite: 160 bis 170 Zentimeter
Kennzeichnung: auffällige Federohren und leuchtend orangegelbe Augen. Das Gefieder ist rostbraun mit dunkler Längs- und Querstreifung.
Besonderheiten: größte europäische Eule – fast so groß wie ein Steinadler.
Interessantes: als Omen für Hunger, Tod und Verderben wurde eine Begegnung mit ihm gesehen

Schleier-, Waldohr- und Sumpfohreule:
Größe: 33 bis 38 Zentimeter
Flügelspannweite: zwischen 84 und 105 Zentimeter
Kennzeichnung Schleiereule: schwarze Augen und der typische herzförmige Gesichtsschleier. Waldohreule: orange-gelbe Augen und lange Federohren, die im Flug angelegt werden. Sumpfohreule: heller Gesichtsschleier, Augen mit gelber Iris sind dunkel umrandet und verleihen der Eule ein diabolisches Aussehen
Interessantes: früher wurde sie als Hexen- und Teufelsvogel, der Feuer, Blitzschlag und Tod verkündete. Um sich davor zu schützen, wurden noch bis ins 20. Jahrhundert mit ausgebreiteten Flügeln an Scheunen- und Hoftore genagelt.

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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
6.693
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 17.02.2009 um 08:54 Uhr
Sehr informativer Beitrag über unsere Eulen und Vögel der Nacht!

Eine Link über NABU Aktionen in Burgdorf: http://www.myheimat.de/burgdorf/beitrag/74515/schleiereulen-wohnung/
Ilse Toth
34.874
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 10.06.2009 um 13:40 Uhr
Ich war am Sonntag in der Wildvogelstation in Oberbiel zum Tag der offenen Tür. Ich war fasziniert von den Greifern, die ich noch niemals vorher so "hautnah" erleben und sogar anfassen durfte.
Ich schreibe noch einen Bericht.
Ihr Beitrag ist sehr lehrreich, danke!
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