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Folge 18: Die Flussperlmuschel

Sie weilt nicht mehr unter uns: Die Flussperlmuschel.
Sie weilt nicht mehr unter uns: Die Flussperlmuschel.
Gießen | Im Mai dieses Jahres stellten entsetzte Naturschützer fest, dass zwei der letzten drei Exemplare der Flussperlmuschel in der hessischen Rhön gestorben waren - die dritte war verschwunden.
Die Flussperlmuschel hat eine lebenswichtige Funktion für Gewässer. Sie ernährt sich von mikroskopisch kleinen, organischen Teilchen. Diese filtern sie sich aus dem Wasser. Bis zu 30 Liter Wasser pro Tag kann so eine kleine Muschel filtern.
Das Aussterben der Flussperlmuschel kam nicht sehr überraschend, denn bereits seit 1993 beobachten die Naturschützer jährlich die letzten Tiere in der Rhön und im Vogelsberg, sogar Larven für Nachzuchten konnten gewonnen werden.
Im Jahr 1972 wurden noch 632 Exemplare der Flussperlmuschel gezählt. 2001 waren es nur noch sechs.
Der Naturschutzbund (Nabu) Hessen schreibt: „Es zeigt die Hilflosigkeit gutwilliger Behörden, Wissenschaftler und ehrenamtlicher Naturschützer, wenn zwei Dinge zusammen kommen: Schlechte Lebensbedingungen und eine Individuenzahl, die unter der „minimalen überlebensfähigen Population“ liegt.
Es gibt kaum noch sauerstoffreiche und nährstoffarme Bäche in Hessen, doch davon hängt das Leben der Flussperlmuschel ab. Der Boden der Bäche darf nicht mit Lehm oder organischen Stoffen verstopft sein, und auf Grund der intensivierten Landwirtschaft ist dies äußerst selten geworden.
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Hinzu kommt, dass die Flussperlmuschel sehr problematisch und umständlich lebt und wächst. Bis zu einer Million Larven produzieren die Muschelweibchen im Jahr. Die Larven werden von einer Bachforelle oder einem Lachs eingeatmet, in deren Kiemen sie sich einnistet und bis zu einer Größe von 0,4 Millimeter heranwächst.
Als junge Muschel fallen die Muscheln dann vom Fisch ab und graben sich am Grund des Gewässers bis zu einem halben Meter tief in den Boden ein. Fünf Jahre später kehrt sie an die Oberfläche zurück und lebt dort als Filtrierer. Zwischen 60 und 90 Jahre werden die Muscheln alt.
Zu jener Zeit, als es noch eine größere Population der Muscheln gab, waren die Perlen, die im Inneren oder am Mantelrand der Muschel entstanden, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Die Flussperlmuschel gehört zur Familie Margaritiferidae. Sie wird zoologisch als Margaritifera margaritifera eingeordnet.
Die Muscheln haben nierenförmige Schalen und sind dickwandig und schwer. Ihre Färbung ist dunkelbraun bis fast schwarz.
Die Flussperlmuschel wird neun bis 14 Zentimeter lang, fünf bis sechs Zentimeter hoch und drei bis vier Zentimeter breit.

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