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Mehr Flächen für die Windkraftnutzung

von Martin Kraußam 03.02.20111581 mal gelesen2 Kommentare
Gießen | Der Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt der Regionalversammlung Mittelhessen hat weiteren Windkraftanlagen in Freiensteinau einstimmig zugestimmt. Der Landkreis Gießen ist ein „Klima-Regio-Modell“. Das ist zu begrüßen. Die Regionalversammlung sollte im Regionalplan mehr Flächen für Windkraftlagen ausweisen; 1-2% der Fläche. Der Kreis Gießen sollte im Klima-Regio-Modell die Windkraftnutzung nicht vergessen.
Die hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Verbraucherschutz und Landwirtschaft Lucia Puttrich, CDU: „Die CDU hat tatsächlich mal einen Wahlkampf gegen Windkraft geführt. Das steckt mit Sicherheit noch dem ein oder anderen im Hinterkopf. Inzwischen ist aber allen klar, dass man bei den erneuerbaren Energien einen Mix braucht, zu dem auch die Windkraft gehört“
Die Windenergie hat sich neben der Kraft-Wärme-Kopplung für die Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele unter den erneuerbaren Energien als wichtigste Säule für die Stromerzeugung entwickelt. Windenergiestrom, insbesondere an Land erzeugt, ist kostengünstig, hat von allen Erneuerbaren den geringsten Flächenbedarf und drückt den Strompreis.
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Windenergie (33)Regionalplan (7)Puttrich (1)Laufzeitverlängerung (6)Klima-Regio-Modell (1)Hessen (454)Gießen (2642)Freiensteinau (3)erneuerbare Energie (3)CDU (583)Baden-Württemberg (6)380-kV (4)
Die Photovoltaik wird schon politisch „gedeckelt“, weil sie zu erfolgreich ist; Biomasse und Biogas stoßen an ökologische Grenzen, Wasserkraft ist weitgehend ausgeschöpft, Geothermie ist aufwendig und teuer und solarthermische Kraftwerke in Nordafrika „Desertec“ liegen in jeder Hinsicht in weiter Ferne. Das Ziel der Landesregierung für einen 20% Anteil erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2020 lässt sich nicht allein mit Biomasse decken. Ländliche Kommunen wie Freiensteinau können mit erheblichen Einnahmen aus Windkraftnutzung der kommunalen Finanzmisere entgegen wirken.
Der BUND Hessen hat aufgezeigt, dass unter Berücksichtigung des Immissions- und Naturschutzes in Hessen auf nur 1 % der Landesfläche (Fläche der Windparks, die versiegelte Fläche ist mehrere 100 mal kleiner) in Hessen mehr als 30% des Strombedarfs aus Windenergie gedeckt werden könnte. Das und das folgende stellt auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen in seinem neuesten Sondergutachten „Wege zur 100% erneuerbaren Stromerzeugung“ fest.
Windenergie ist ein zentraler Baustein beim Übergang zu einer Deckung des Energiebedarfs zu 100% aus erneuerbaren Energien. Künftig könnte zeitlich überschüssiger Windstrom außer in Wasserstoff auch in „erneuerbares Methan“ übergeführt werden, wie Forschungen Kasseler Wissenschaftler zeigen. Windenergie würde damit unbegrenzt speicher- und transportierbar und könnte damit auch im Kraftstoff- und Wärmemarkt eingesetzt werden.
Landes- und Regionalplanung können sich neuerdings sogar an Baden-Württemberg orientieren! Das baden-württembergische Sieben-Punkte-Programm des Wirtschaftministeriums schafft beispielhaft klare Vorgaben für eine „stimmige und nachvollziehbare“ raumordnerische Steuerung in Vorrang- und Ausschlussgebieten der Regionalpläne sowie für eine verbindliche Berücksichtigung von Natur-, Umwelt-, Landschafts- und Immissionsschutzbelangen.
Die baden-württembergische Landesregierung „hat sich zur Sichtbarkeit von Windkraftanlagen bekannt“ (!) und sieht den „Schutz der Landschaft über sonstige Vorgaben (vor allem Natur- und Landschaftsschutz, regelmäßiges Bündelungsprinzip) gesichert“.
Dem braucht die hessische Landes- und Regionalplanung nur zu folgen.
Die bisherige Vernachlässigung der Windkraftnutzung in den südlichen Bundesländern führt sogar zu der -falschen- Begründung eines Ausbaubedarfs des 380-kV-Netzes um 3500 km. Der gesamte 380-kV-Netzausbau sollte vorrangig dem Windstromtransport aus dem Norden dienen, wird aber nach Meinung des BUND nur erforderlich, weil zugleich die konventionellen Energien im Netz bleiben. Die sollten aber das Netz für die Erneuerbaren frei machen, wenn zunehmende Anteile erneuerbarer Energien ernst gemeint sind; „Brücke“: Laufzeitverlängerung AKW.

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Kommentare zum Beitrag

Oberhessische Eisenbahnfreunde e.V.
120
Oberhessische Eisenbahnfreunde e.V. aus Gießen schrieb am 03.02.2011 um 20:26 Uhr
Ja irgendwo muss der Öko-Strom herkommen.--
Christian Momberger
11.303
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 20.02.2011 um 00:25 Uhr
Danke für den interessanten Artikel Herr Kauß! Im großen und ganzen kann ich nur zustimmen. Nur schade, dass sie sich nicht mittels Kommentaren bei Artikeln zu diesem und auch anderen Themen beteiligen. :-(
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Martin Krauß

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