Gießen | Zu einem Abschnitt „Johann Wolfgang von Goethe & das LICHT bei P.O.R.“ in einem DIE-ZEIT-Artikel (Besprechung zu Werner Hofmanns „Phantasiestücke“ - (1)) erörterte ich ein Gedicht GOETHEs: „Die PHANTASIE“: Auch „Morgen und Abend“ immer „wechselnd wie Mondesblicke“ begleitend – schrieb der Dichter mutmaßlich in Bezug auf das (sterbliche) Naturgeschehen, wobei er an RUNGES in den „Vier Zeiten“ dargestellte „rosenbegränzte Lilienstengel“ gedacht haben könnte. Vgl. die Radierung und Kupferstich „Der Tag“ von 1807 - Vorlage für den Stich „Der Abend“ von 1803 (Feder; Katalog “Kosmos Runge (…). HHKH 2010, S. 146 & 149 und 153). „Vor dem Hintergrund der Farbtheorie ist das Motiv der aus den Lilien fallenden Rosen von großer Tragweite“ – Farben-Erschaffung als Offenbarung des himmlischen LICHTs, der Liebe (…); a.a.O., S 144.
Ich schrieb dazu weiter:
Siehe zum LICHT: Heike SCHEEL in ihrer Promotions-Arbeit "Die erlösende Kraft des Lichts" von 1993: Der "Zeiten"-Zyklus von Philipp Otto Runge mit den vier Blättern "Morgen", "Mittag", "Abend" und "Nacht" wird von Scheel als großer Entwurf des Malers für ein neues Weltbild
gedeutet. Runges Briefe machen deutlich, welchen künstlerischen und religiösen Überzeugungen er in seinem Werk Ausdruck verleiht. Kernpunkt der Bildinterpretation ist Runges Erlösungs-Auffassung: die "Ahnung von Gott" als "Empfindung des Zusammenhanges des Ganzen Universums mit uns".
Philipp Otto RUNGEs „Botschaft in den vier Blättern der «Zeiten»“ nach SCHEEL (Schriften-Reihe: Europäische Hochschulschriften - Band 165, 1993, 388 S.) empfiehlt amazon.de in der „Kurzbeschreibung“:
Aus dem Inhalt: U.a. Runges «Zeiten»-Zyklus als Zeugnis einer religiösen Erfahrung und Sehnsucht nach Gott - Die Welt als transzendierte Immanenz - Die vertikale Mitte als Achse des erlösenden Lichts.
Damals kannte ich das Buch noch nicht, das ich nun HIER bespreche. Mein Dankeschön geht an den Ururur-Enkel Dr. Paul Runge und Ulrike Runge (HH) für die Hinweise auf die Arbeit von Frau Dr. Scheel, deren Arbeit offensichtlich mein Symmetriebuch (2) mit RUNGE-Bezügen 1993 leider nicht kannte; 4 Jahre zuvor war das SB dank Langewiesche Königstein (Herrn KÖSTER) weit verbreitet worden; auch die vielen guten Rezensionen zum SB hätten Frau Scheel auf das Buch aufmerksam machen können, das aus mehreren Gründen für die Promotions-Arbeit wichtig war; Dissertation in Kunstgeschichte … (2)
Zentral geht es in Heike SCHEELs wertvoller Untersuchung um SYMMETRIE-Bedeutungen
Den „Gesetzen der EVOLUTION“, so die Autorin HS zu „Runges Aktualität“, sei „alles Seiende unterworfen (S. 16), wobei „Geist von Materie nicht getrennt“ existieren würden. Zu Geist-&-Materie siehe mehr in (2); Seiten 59, 97, 199, 239, 244, 276, 281, 283.
Ein „holistisches“ (ganzheitliches Weltbild) mache sich stark – so H.S. -, das auch RUNGEs Anschauungsweise entspreche. HS: „So bietet sich eine über das christliche Weltbild hinausgehende religiöse Sinnerfahrung an.“ Und: „Nehmen wir Evolutionsschritte oder –sprünge an und sehen diese mit Capra als ‚Paradigmenwechsel’“ so sehe RUNGE eine „geschichtliche Entwicklung“ vor allem in polaren Spannungen (S. 18). Die Autorin wolle Runges ‚Modernität’ aber nicht „beweisen“.
SYMMETRIE und POLARITÄT
In Kapitel 2. Der „Tag“ hat in 2.4. (S.132) lesen wir bei UR diese Überschrift: „SYMMETRIE und POLARITÄT“: Der Zusammenhang der vier „Zeiten“ werde durch das Kompositionsprinzip der 4 Blätter unterstützt. Innerhalb der Blätter habe die SYMMETRIE eine „ikonographische Funktion. „Wie vereinbart sich das Prinzip der POLARITÄT (Brief-Zitate POR) mit dem „Prinzip der
symmetrischen Darstellung“? – so die Frage von HS. Das „Urprinzip des Lebens“ werde als männlich-weibliche Polarität in der Symmetrie der „Zeiten“ dargestellt. Nicht als „Kampfmotiv“ wie bei BÖHMEs Schau, sondern „gleichstarke Kräfte führen bei Runge zur SYMMETRIE“ (S. 134). Mit einer Symmetrie-Mittelachse und sich seitlich entsprechenden Motiven (kleinen Variationen). Gleichwertigkeit und Zusammengehörigkeit zeige sich in der bilateralen frontalen Symmetrie-Gestaltung. Zu Böhme - Mystiker, Philosoph und christlicher Theosoph - siehe meine RUNGE-Artikel im Netz
http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_B%C3%B6hme .
Am 16.1.2011 schrieb ich an Dr. P.R / U.R.:
Bitte teilen Sie doch HS mit, was ich in der GZ mit Bildern verfasst habe. Das Bildermaterial wurde von mir ergänzt, so dass es jetzt so aussieht - in zeitlicher Abfolge zu P.O.R:
14.12. mit 34 Bildern:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/42687/philipp-otto-runges-universal-visionaerer-symmetrienbestimmter-kunstentwurf-mit-prae-evoluzzerischer-erster-figur-der-schoepfung-zum-200-todesjahr/
4.1. mit 39 Bildern:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/43562/manifeste-zu-runge-evolutions-romantik/
6.1. mit 32 Bildern:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/43737/neues-romantik-wollen-heute-paul-klee-romantic-conceptualism-und-evolutionaere-neue-romantik-enr-art-and-science-texte-zur-kunst/
Heike SCHEEL zur SYMMETRIE-„Mittelachse“. Verbindungs- & Versöhnungs-Motiv
Heike SCHEEL sieht einen „ewigen Prozess von Werden und Vergehen nicht nur am Anfang und Ende eines Zyklus“. In der SYMMETRIE-Achse löse sich die POLARITÄT auf: in zyklischem Denken, nicht als DUALISMUS („Kampfprinzip“), sagt HS. Eine Verbindung verknüpfe die „im zyklischen Pozess von Trennung und Vereinigung sich bekämpfenden Kräfte noch (…)“. Es ziele „jedes Ding, jedes Wesen und jeder Vorgang auf seine Vollendung und Erlösung“, wird behauptet. (S. 135).
In der „Nacht“ (vgl. a&s-Bildergalerie zum Artikel) stehe die „SPIEGEL-SYMMETRIE“ der Urpflanze für „die Aufhebung bzw., im Kreislaufgedanken, für die Noch-Nicht-Existenz des Polaritätsprinzips“. Die „Mittelachse“ trage immer das „Moment der Verbindung … das Versöhnungsmotiv“ in sich. Eine „Sehnsucht nach heilbringender Einheit und Harmonie“ zeige sich hierin. EINHEIT werde immer „auch zum Auflösungs-, d.h. Todes und Wandlungsmotiv“ (S. 136). Die POLARITÄT löse sich in der Symmetrie-Mittelachse auf: „die als ‚Mitte des Kosmos’ wie auch als ‚Mitte’ in uns’ zu denken“ sei. Die SYMMETRIE diene auch als „Spiegelmotiv“. Und der Spiegel der Symmetrie führe zur „Erkenntnis der Schöpfung und zur inneren Dimension des Lichts“. RUNGE an TIECK 1803:
„Wer da suchet Sein Licht und Seine Zahl im Spiegel der äußeren Welt durch die Liebe, der wird den Zusammenhang finden und die Zeit verstehen (…).“
Bei RUNGE „werden Symmetrie und Polarität (…) durch die Mittelachse – zum Moment der Verbindung … das Versöhnungsmotiv““, resümiert SCHEEL S. 138.
RUNGE und die METAMORPHOSEN-Lehre GOETHEs
IN: „a&s-Texte zur Kunst: Neues ROMANTIK-Wollen heute - Paul KLEE ... Programm Evolutionäre Neo-Romantik (Tripel III)“ – DIE ZEIT 9.1.11 – hielt ich fest:
Ein Entwicklungs-Denken lässt sich mit Goethe/Lamarck/Darwin & RUNGE skizzieren: GOETHE (1749-1832) – Lamarcks Zeitgenosse - war DER Vorläufer der Pioniere der Evolutionsforschung DARWIN & LAMARCK: GOETHEs präevolluzerischer Metamorphose-Versuch von 1790 (Urpflanze-Hypothese) gilt als grundlegendes Werk der Botanik; das Blatt wurde als Grundform pflanzlicher Organe beschrieben.
Leitmotiv des gesamten DÜRERschen sowie GOETHE-&-RUNGE-Schaffens: natura naturata & natura naturans sollten sichtbar werden. GOETHE wollte Lebewesen konsequent „ins Unendliche“ erfinden, die eine „innerliche Wahrheit und Notwendigkeit“ haben (Prototyp Urpflanze). RUNGE hat über Symmetrie sein kosmisches System mit Leben erfüllt: "SYMMETRISCHE Eintheilungen" als Regel (P.O.R.). Auf die Metamorphose (Evolution) bezogen (evolutionär) gestaltete Runge den der „Urpflanze“ analogen Scherenschnitt von „Silenähnliche Blüten“ (HKH-Kat. 2010 S. 363). Die RUNGEsche „Erste Figur“ verglich ich 1989 & 1998 (engl.) mit meinem Urform-Modell & -Theorie (ars evolutoria, Symmetriebuch). Zum Vorfahren einer „Evolutionären NEUen Romantik“ erklärte ich P.O.R.! Synonym möchte
ich heute von „Evolutionary New Romanticism in Contemporary Art” und “Evolutiver Romantik“ bzw. „Evolutions-Romantik“ der Zukunft reden. Der Terminus „Neo-Romantik“ & „Neue Romantik“ ist mit anderen Inhalten befrachtet. (Zitat-Ende.
http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2011/01/09/aampstexte-zur-kunst-neues-romantikwollen-heute-paul-klee-program .)
Die Autorin Heike SCHEEL bemerkt in Anmerkung 100 (S. 304f.), dass GOETHEs URPFLANZE „im Unterschied zu Runges kosmischen Urbild der Pflanzenwelt – ohne Polarität nicht zu denken ist. POLARITÄT & STEIGERUNG als Gesetz zeitlich gerichteter Gestalts-VERWANDLUNG (GOETHE; vgl. mein Symmetriebuch (2) S. 54, 244, 272, 275, 305 in der DEUTSCH-Ausgabe von 1998) scheinen bei SCHEEL „für Runges ‚Zeiten’-Zyklus auch im Hinblick auf die Pflanzengestalt der ‚Nacht’ im Zyklus der ’Zeiten’ ANWENDBAR zu sein, gehen doch alle Pflanzenteile von der (gleichen) Mittelachse aus, der auch die Lichtlilie und die gesamte dargestellte Vegetation in den anderen Blättern (durch die (polare) SYMMETRIE) zugeordnet sind.“ (Hervorh. W.Hahn (3) – Bezug von H.S. zu Christa LICHTENSTERNs Buch.)
Zur These einer angeblichen PERSPEKTIVE-Losigkeit bei RUNGE: „im Dienst einer universellen Bildidee“ (HS a.a.O. 249 ff.)
Während H.S. Interpretationen von meiner EST-Sicht zutreffen, habe ich Vorbehalte in Folgendem:
In Kapitel 3 – „Die Überwindung der Perspektive als Mittel der Wertfreiheit im universalen Geschehen“ – IRRT die Autorin: Die vertikale Komposition der 4-Zeiten-Bilder zeigt lINKS-RECHTS-Gerichtetheit, wie sie grundlegend für Leben in Fauna und Flora ist. PERSPEKTIVE-Losigkeit kann man dem (innersten und äußeren) Wirken in der Natur (natura naturata & natura naturans) NICHT vorwerfen und nachweisen – vgl. EST & ETOE. In der KUNST indessen ist die PERSPEKTIVE-Losigkeit & ZERSTÖRUNG ein belebtes Thema.
Hier dazu ein HP-Zitat von mir:
Statt Malevitschs „vollkommenem“ Viereck basiert ars evolutoria (Evolutionäre Natur-und-Kunst-Ästhetik; vgl. Hahn/Weibel a.a.O. S. 279; vgl. PDF EST) auf nicht-gegenstandslosen Grund-Formen bzw. -Schwingungen/Farben/Lichtern vollkommenster (schönster) Art, die anschaulich „Ikone“ um den „Nullpunkt der Welt(en)“ darstellen sollen. Sie sind weitestgehend hypothetisch-realistisch (Modelle; siehe Vernissage-Rede, Springer / im WEB unter
timms, ebenda auch Hahns Vorlesung UNI Tübinegn), denen als „schönstes“ Dreieck (Plato; vgl. Abb. 654 in Hahns SB) ein wahres (nicht gleichseitiges!) „Elementardreieck“ zugrunde liegt. Raumordnung ist hier nicht alogisch und huldigt der in der alten Moderne zerstörten Perspekive-Darstellung. ars evolutoria geht zum „Nullpunkt“ ohne sich (wie Malevitsch) gegen das Tatsächliche, Objektive zu wenden; ohne „Sklave der Naturformen“ zu werden! (
http://www.art-and-science.de/ars%20evolutoria%20-%20science%20art.htm)
Das Thema Perspektive Zerstörung/Verletzung/Negierung kann an dieser Stelle nicht diskutiert werden; siehe aber mehr in
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/41611/debatte-um-eine-evolutionaere-bildwissenschaft-poesia-evolutoria-and-iconic-turn-1-teil/ : Hier betonte ich. „ Ein blinder Fleck im Verständnis der Realität der Zentralperspektive, konnte durch meine DS-Experimente jetzt auf überraschende Weise - experimentell überprüfbar (!) - ausgefüllt werden. Geheimnisse der Natur des Sehens wurden via ars evolutoria experimentell erforscht. Manch Geheimnisvolles einer „Ikonologie des Blicks” (Belting) ist seitdem kein Geheimnis mehr! Kunsthistoriker müssen es nur noch wahrnehmen.“
Dieser Satz ist falsch – gilt nicht für die ars-evolutoria-Entdeckungen:
Zum „Bildraum als kosmisches Ordnungsprinzip“ behauptet HS: (…) „In den ‚Zeiten’ ist mit dieser Ordnung das Universum, der Kosmos, gemeint“; das stimmt mit PORs Weltsicht. Fehlerhaft unzutreffend ist der nachfolgende Satz: „Jede Darstellung einer harmonischen Ordnung ist der gedankliche Versuch, aus subjektivem Empfinden eine objektive Weltinterpretation zu konstruieren“ ((…), S. 258.).
SCHEEL hat – der „Symmetrie des menschlichen Köpers entsprechend“ – die „kosmische Mitte als ‚Mitte in uns“ darzustellen versucht: Die vertikale SYMMETRIE-Mittellinie (für PORs „symmetrische Eintheilungen“) als „Linie eines vertikalen Denkens und eines transzendenten, d.h. grenzüberschreitenden Bewusstseins definiert“ (S.263/264). Im Gegensatz zu PICASSOs „Lügen-Kunst“ zitiert dazu HS den P.O.R.-Denker:
„(…) denn was mit allem in und ausser uns in den reinsten Zusammenhang gebracht werden kann, ist keine LÜGE.“ (18.12.1802 an seine Mutter.
PICASSO überzeugt heute NICHT mehr „von der Wahrhaftigkeit seiner Lügen“ (vgl. SB (2) S. 201 / in 11.8.2.. P.P. sagte: „Die Kunst ist eine LÜGE, die uns der Wahrheit näher bringt.“ Picasso hatte „Urformen“ im Sinn, ich präsentiere ein URFORM-MODELL mit Urformtheorie & Urformlehre (12.6. / 12.7.) Dazu passend mehr auch Ernst Peter FISCHER:
Raum und Zeit sind evolutionär untrennbar ineinander verschränkt: Und es sei angeblich „nur Zufall, dass Einstein und Picasso den Weg in die Abstraktion zur selben Zeit beschritten“ hätten. Ernst Peter Fischer nützt ein fiktives Gipfeltreffen mit Einstein und Picasso zu Raum, Zeit, Kunst und Wissenschaft, um zu erklären, wie Kunst und Wissenschaft in der Raum-Zeit-Welt zusammenkommen und was das bedeutet. Und erklärt dabei nicht, wie eine evolutionäre Sicht in der Moderne entstanden ist; EST – vgl. 4 ETOE-Essays von mir. (FISCHER (2006): Einstein trifft Picasso und geht mit ihm ins Kino: oder die Erfindung der Moderne.) In/bei poesia evolutoria (EST) geht es nicht um einen Drahtseilakt, mit Kraft unbedingt Kunst und Wissenschaft in einen Topf zu zerren …
Ausblick: PARADIGMENWECHSEL aus OBJEKTIVem Empfinden …
OBJEKTIVe Weltinterpretation zu konstruieren, darum wird es
NACHfahren einer „Evolutionären NEUen Romantik“ gehen müssen: Wer sich dem neuen Romantik-PARADIGMA anschließt, möchte „Evolutionary New Romanticism in Contemporary Art” - “Evolutive Romantik“ bzw. „Evolutions-Romantik“ in der Zukunft weiter evolutionisieren. Veraltet (unmodern, kulturell überholt) ist der Terminus „Neo-Romantik“ & „Neue Romantik“, der mit anderen Inhalten befrachtet ist, wie ich objektiv (!) beweisen konnte.
GOETHE zielt/e wie ich auf ERKENNTNIS, RUNGEs Anschauung („nicht weniger um Genauigkeit der Beobachtung bemüht“) suchte die ERLÖSUNG. Das ist Christa LICHTENSTERNs Fazit in (3): „So strebt RUNGE MIT GOETHE über Goethe hinaus.“ POR sei ein „denkender Künstler“ gewesen: mit theoretischem Fundament, Farbenlehre, botanischen Interessen und philosophischen … (Anm. 49 ebd.).
TIPP zu HH – HKH – P.O. RUNGE:
Donnerstag 17. Februar, 19 Uhr, vor dem Kupferstichkabinett HKH: Philipp Otto Runge und die Metaphysik der Farben. Vortrag von Prof.Dr. Frank Büttner, München. Im Anschluss Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Hubertus Gaßner, Prof. Dr. Frank Büttner und Prof. Dr. Uwe M. Schneede.
Sonntag, 27. Februar, 11 Uhr, Anita-Rée-Raum: Vortrag. Philipp Otto Runges spirituelle Botschaft im Zyklus der Zeiten. Kann Kunst die »Ahnung von Gott in uns« vermitteln?, Dr. Heike Scheel, Zürich.
Donnerstag, 3. März, 19 Uhr, Lichthof: Aus der Forschung. Der neue Blick auf Runge: der Künstler und die kunsthistorische Forschung. Dr. des Markus Bertsch, Kurator der Ausstellung.
PS: Schade, dass Werner HOFMANN – Ex-HKH-Chef - im Flyer als Name nicht vorkommt:
Siehe aktuell auch
http://www.hamburger-kunsthalle.de/archiv/seiten/en_runge_10.htm
LITERATUR & Anmerkungen
(1) HOFMANN, Werner (2010): PHANTASIESTÜCKE Über das Phantastische in der Kunst. München. Besprechung DIE ZEIT Online:
http://community.zeit.de/user/wernerhahn/beitrag/2011/01/09/werner-hofmann-%E2%80%93-ein-%E2%80%9Ek%C3%BCnstler%E2%80%9C-%C3%BCber-das-kunstst%C3%BCck-phantasiest%C3%BCc (9/1/2011)
(2) HAHN, Werner (1989): Symmetrie als Entwicklungsprinzip in Natur und Kunst. Königstein. Gladenbach: Art & Science, 1995.
(HAHN, Werner (1998): Symmetry as a developmental principle in nature and art. Singapore. (Übersetzung des Originalwerkes von 1989, ergänzt durch ein 13. Kapitel – mit erweitertem Sach- und Personenregister sowie Literatur- und Abbildungsverzeichnis.))
HAHN, Werner / WEIBEL, Peter (Hrsg.) (1996): Evolutionäre Symmetrietheorie: Selbstorganisation und dynamische Systeme. Stuttgart. (Anthologie mit Beiträgen von 19 Autoren.) (Kurz: EST.) Darin: HAHN, Werner: Evolutionäre Symmetrietheorie und Universale Evolutionstheorie. Evolution durch Symmetrie und Asymmetrie. (S. 255 bis 284 mit 11 mehrteiligen Abbildungen.) – Siehe als LINK – PDF-EST – meiner HP:
http://www.art-and-scienc... ....
In dem EST-Aufsatz (PDF EST) betone ich unter der Überschrift „Soziale Symmetrie und universale Ethik“, dass ein „ethischer Universalismus“ auf der Basis eines „evolutionären Humanismus“ durch kulturelle Evolutionisierung möglich sei: „Erkenntnis durch doppelte Spiegelung der Natur von Wirklichkeit“ helfe weiter: Vom Denkmechanismus als „Prozess der Widerspiegelung (Reflexion, Abbildung, Symmetrisation)“ sprach ich S. 233f. im Symmetriebuch und Aufsatz S. 281 ebenda; Spiegelmetapher-Erneuerung ganz im Sinne Heike SCHEELs Paradigmenwechsel-Vorstellung bei der Interpretation des RUNGEschen Weltbildes, RUNGEscher Welterfahrung (H.S. a.a.O. zu „Runges Aktualität“, S. 15).
HH-Hinweis:
Erst durch die beiden RUNGE-Verwandten – Dr.P.R. & H.R. (HH) - stieß ich auf SCHEELs Buch, das so vorgestellt wird im
Umschlagtext:
Der «Zeiten»-Zyklus von Philipp Otto Runge mit den vier Blättern «Morgen», «Mittag», «Abend» und «Nacht» wird von Heike Scheel als grosser Entwurf des Malers für ein neues Weltbild gedeutet. Runges Briefe machen deutlich, welchen künstlerischen und religiösen Überzeugungen er in seinem Werk Ausdruck verleiht. Kernpunkt der Bildinterpretation ist Runges Erlösungsauffassung: die «Ahnung von Gott» als «Empfindung des Zusammenhanges des Ganzen Universums mit uns». Darüberhinaus bezieht die Autorin das 'neue Denken' heutiger spiritueller Strömungen in ihre Untersuchung ein. Dies macht Scheels Werk hochaktuell.
Für Ulrike RUNGE recherchierte ich zu meinem SYMMETRIE-Buch.
ISBN: 3-7845-9350-X
Schlagwörter: *Symmetrie / Naturwissenschaften
*Symmetrie / Kunst
*Symmetrie ; Naturwissenschaften ; ; Symmetrie ; Kunst ;
Sachgebiete: 20.08 ; Kunstpsychologie
Link: Inhaltsverzeichnis
Standort: Staats- und Universitätsbibliothek - Speicherbibliothek
Signatur: B 1989/1385
Schlagwörter: Symmetrie
Sachgebiete: 80:S27
802.95
166.1
Ausleihstatus: Ausleihbestand
verfuegbar
MERKwürdig:
An Frau U.R. schrieb ich am 4/1/11: Ich habe in HH für Sie einmal recherchiert: Ihre Bemerkungen bewogen mich, nach meinem SB in HH zu suchen. Die HKH könnte es vielleicht besitzen -dachte ich, da Werner HOFMANN sich für das Buch stark gemacht hatte: vgl. www.art-and-sciece.de mehr zu HOFMANN. In
http://museums.wikia.com/wiki/Bibliothek_der_Hamburger_Kunsthalle fand ich KEINE Suchmöglichkeit. Gesurft zu https://kataloge.uni-hamburg.de/DB=3.4/LNG=DU/ kam ich auf SYMMETRIE-Symposiumsbände Darmstadt und einen Joachim-SCHUMMER-Beitrag – den ich nicht kenne. Mittlerweile habe ich ihn entdeckt: Finde beim Googeln anschließend
http://www.joachimschummer.net/papers/2006_Symmetrie_Krohn.pdf - Meine Vermutung wird bestätigt: Siehe Literaturliste über 2000 hinausgehend; OHNE meine SB/EST-Bücher!
(3) LICHTENSTERN, Christa (1990): Die Wirkunsgeschichte der Metamorphosenlehre Goethes. Von Philipp Otto RUNGE bis Joseph Beuys (Metamorphose in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, Bd.1), Weinheim.
Über meine EST und Metamorphose in der Kunst sprach ich mit Prof. Dr. Christa LICHTENSTERN bei einem Besuch in MR - im Kunstgeschichtliches Institut Marburg;
http://www.uni-marburg.de/fb09/khi 1987: Berufung auf die C3-Professur, Kunstgeschichtliches Institut, Phillips Universität Marburg. 1995: Berufung in den Beirat der Hessischen Kulturstiftung (bis heute zweimal verlängert). Von meinem Symmetriebuch (1989) sehr angetan, schenkte mir Ch.L. ihr Buch von 1989 (Bd. 1). Im Vorwort ebenda plädiert die Autorin fortschrittlich für eine „interdisziplinär orientierte Kunstwissenschaft“. Dass die Metamorphose-Thematik auch mit der EVOLUTIONs-Thematik (ars evoltoria) zu tun habe, besprachen wir. S. 45 bis 52 bespricht Ch. M. P.O.R.
Es scheine „nahe liegend, dass Goethes Pflanzenmetamorphose für Runge von Interesse war. Schon seine früh ausgeprägte Neigung zur Botanik und sein späteres Bedürfnis, Pflanzen auf ihre geometrische Idealgestalt zurückzuführen, sprechen dafür“. (Anm. 18 – Runge wollte, dass „sich die Natur in die Idee fügen muss“. (POR 1802 an Perthes.) POR denke in den Begriffen der Naturphilosophie von SCHELLING: Bestreben, die Realität der Idee einzuordnen. ARS EVOUTORIA: EST-Idee aus der Natur-und-Kunst-Realität entwickelt! Zuletzt meine 4 ETOE-Essays (Internet, googeln).
Es sei nicht auszuschließen, dass RUNGE in die Aussage seiner Lichtlilie „auch noch die Goethesche Metamorphose-Idee einschloss“, mutmaßt CH.L. S. 48. Dazu POR-Bild „Krönung der Liebe“, 1803, Vignette 7x7,5 cm – a&s-Bildergalerie, a&s-coloriert in polar-symmetrischen Farben. Abb. S. 49 Ch.L. und in Heike SCHEELs Buch Abb. 21/22 (neben – wie HS schreibt - „Mystische Kreisfiguration, 1803. Zeichnung, verschollen“ (nach Traeger). Gemeint ist: „Erste Figur der Schöpfung“ - die „sich selbst macht“. Echte vollständige METAMORPHOSE sei ohne das Prinzip der POLARITÄT nicht zu denken: mit der STEIGERUNG zusammen ergebe sich „BEWEGLICHE ORDNUNG“ (siehe/vgl. ars evolutoria dazu). Siehe PORs „Kind mit Rosenblüte“ -1803, Vignette (Ch.L. Abb. 12).
GOETHE zielte auf ERKENNTNIS, RUNGEs Anschauung („nicht weniger um Genauigkeit der Beobachtung bemüht“) suche die ERLÖSUNG, ist Ch.L.s Fazit: „So strebt RUNGE MIT GOETHE über Goethe hinaus.“ POR sei ein „denkender Künstler“ gewesen: mit theoretischem Fundament, Farbenlehre, botanischen Interessen und philosophischen … (Anm.49 ebd.).