Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

BI ProTreppenensemble macht weiter II

Aktuelles Foto. Spontan aufgenommen v. US-Besucherin
Aktuelles Foto. Spontan aufgenommen v. US-Besucherin
Gießen | Die Frage nach den Vorstellungen der BI wird in ihrem Informationsheft vom Sep. 09 nach einleitenden Worten wie folgt erläutert:

Die BI stellt fest:
1. Nach 45 wurden im Lauf der Jahre am Bahnhofsvorplatz beseitigt: das Fürstenhaus, die Brückenschenke (ehedem Kutscherklause), das Café Schwarz. Jetzt soll die Treppe nicht restauriert, sondern abgewrackt und unter Verlust des Denkmalstatus neu gebaut werden, und zwar ohne ihren Rahmen, ohne die leicht ansteigende Brückenserpentine mit rekonstruiertem historischen Vorbau und sich der damit ergebenden Verlängerung von ca. 15 m mit entsprechender Steigungsverminderung. - Wenn man schon kein Gebäude mehr abreißen und verschwinden lassen kann, so soll nun ein großer Teil des Hügels dran glauben und dafür ein baulicher Fremdkörper hingeklotzt werden. Hoch und breit wie die chinesische Mauer!
2. Lt. Denkmaltopographie des Landes Hessen steht der Bahnhof Gießen als Kulturgut unter Denkmalschutz (s. Anhang) und die Verantwortlichen überheben sich beträcht-lich, wenn sie diese Vorgabe - sei es aus Unkenntnis oder Arroganz - nicht beachten. Ursprünglich hatte man selbst so etwas wie die Variante 4 (Brückenrutsche, S. 10) auf der mit Steuergroschen finanzierten Agenda.
3. Offiziell werden z. Z. die voraussichtlichen Kosten für die Variante 1 mit 1,55 Mio. und für die Variante Rausch mit 1,9 Mio. € veranschlagt. Da wir einen Vorschlag einbrachten, mit dessen Realisierung man gut auf das geplante 600.000 € teure Fahrradtiefgeschoss am Vorbau verzichten kann, liegen die Kosten für die denkmalschutzgerechte Variante 1 mit z. Z. knapp 1 Mio. € (wesentliche Kostenreduzierungen könnten bei Realisierung weiterer Vorschläge noch möglich sein) bei rund der Hälfte von denen für die Raiuschvariante. Der Kostenvoranschlag für die „Modernisierung“ des Bahnhofsvorplatzes insgesamt liegt bereits bei gut 10 Mio. €!

4. Fazit: Die BI macht weiter, denn einmal muss Schluss sein mit dem Abbruch Alt-Gießens! Wann, wenn nicht jetzt, wo es bereits um die Erhaltung seiner nur noch spärlich vorhandener Reste geht? Rauschvertraute meinten anfangs, der Protest würde sich bald totlaufen. Sie irrten! Die Unterschriftenzahl beträgt insgesamt bereits über 3.000. Und nimmt täglich noch zu, und zwar solange bis in der Angelegenheit von der Stadt nicht weiter willkürlich, sondern den hessischen Denkmalschutzrichtlinien .gemäß agiert wird!

BI Pro Erhaltung des denkmalgeschützen Bahnhofs-komplexes, speziell des Treppenensembles
18.09.10
........................................................................................................................

Anhang
Trotz mancher Eingriffe (Dachgeschoßausbau der Gepäckabfertigung, Verlust des Fürstenbaues) hat das Bahnhofsensemble insgesamt seinen Charakter bewahrt Einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für die stimmige Atmosphäre liefern die vielen kleinen Details innerhalb und außerhalb der Gebäude, die unbedingt zu schützen sind. Hier seien nur die gusseisernen Säulen der Bahnsteige, eine Brunnenanlage (Froschbrunnen) und die auf den Haupteingang bezogene Treppen-Brücke-Kombination (einschließlich der zugehörigen Grünanlage) genannt. Letztere hat unter den Eingriffen der 60er und 70er Jahre (Beseitigung der Brückenschenke) besonders gelitten und verdiente eine sorgfältige Restaurierung mit behutsamen Ergänzungen (Kandelaber) im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes.

Wegen seiner hohen künstlerischen Qualität und nicht zuletzt aus städtebaulichen und verkehrs-geschichtlichen Gründen ist der Bahnhof als Sachgesamtheit einschließlich sämtlicher Nebengebäude (…) Kulturdenkmal.

Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland
Kulturdenkmäler in Hessen
Universitätsstadt Gießen

Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege
Wiesbaden 1993

.......................................................................................................................
Der Beitrag soll fortgesetzt werden, sobald die vorliegenden Bilddateien geignet umgeformt sind. BK

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Foto: Martin Kewald-Stapf
Da ist der Zug oft abgefahren
Deutschlands Bahnhöfe sind schon seit vielen Jahren nicht...

Kommentare zum Beitrag

Lumdatal Bahn
408
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 09.01.2011 um 17:55 Uhr
eigentlich bedürfte es bezüglich der Umgestaltung des Vorplatzes eines kleinen Mediationsverfahrens. Wenn ich mir die Zeilen so durchlese, keimt in mir wieder der Verdacht nicht ausreichender Bürgerbeteiligung.
Stellungnahmen von Fahrgastverbänden oder Behindertengruppierungen sind mir im Zusammenhang noch gar nicht zu Gesicht gekommen.
H. Peter Herold
29.232
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.01.2011 um 09:47 Uhr
Behindertengruppen? Gibt es die in Gießen überhaupt! So habe ich zu zahlreichen veröffentlichungen zum Thema "E-Klo" und dessen Barrierefuktion für Behinderte noch nie eine Reaktion gelesen.
Im übrigen erscheint mir das Ganze mit dem Bahnhosvorplatz nur eine Fortsetzung der gescghichte mit der Abrißbirne zu sein, die ja in Gießen bereits große Erfolge feiern konnte. Ich erinnere z. B. an das Volksbad und das angrenzende Viertel, wo ohne große Not Stadtgeschichte einfach ausgelöscht wurde. Ich finde nahezu keine Hinweise zum Volksbad, so als wäre es bewußt total aus der Erinnerung getilgt worden. Hat da jemand ein schlechtes gewissen;-(
Lumdatal Bahn
408
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 11.01.2011 um 10:26 Uhr
@ Peter Herold: im Detail weiss ich auch nicht genau wo es diese Einrichtungen gibt.
Mir fällt in Marburg aber die dortige Blindenstudienanstalt ein. Fahrgastverbände sind über die Websuche leicht erreichbar.
Mit Blick auf die Umgestaltung des Gießener Marktplatzes (zentraler Busumstieg) und das "Theater" nach der Realisation stünde es allen Beteiligten und erst recht der späteren Nutzern gut an, sich im Vorfeld über die Planungen bewusst zu werden.
Dazu gehört auch, technische Zeichnungen überhaupt lesen und interpretieren zu können. Kein Planer ist erfahrungsgemäß über alle Wünsche/Bedürfnisse erhaben, auch wenn der Bahnhofsvorplatz seit über 30 Jahren immer wieder in Rede/Planung stand. Sich mal ein schönes Bildchen zu betrachten, wie es aussehen wird, reicht jedenfalls nicht!
Die BI Treppe am Bahnhof hat sich offenkundig aber thematisch gut eingearbeitet.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Bernhard Kröger

von:  Bernhard Kröger

offline
Interessensgebiet: Gießen
Bernhard Kröger
377
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Laga: 1.000 Pfosten und noch ein Vollpfosten fürs Rathaus
BALD GEHT'S LOS! BLOCKUPY IN FfM. GROSSDEMO GENEHMIGT!

Weitere Beiträge aus der Region

+++ORIGINAL SIGNIERTES BORUSSIA VFL 1900 MÖNCHENGLADBACH TRIKOT ZU VERSTEIGERN +++
+++ORIGINAL BORUSSIA VFL 1900 MÖNCHENGLADBACH TRIKOT ZU...
Ehl-i keyf – Neues Geschäft mit orientalischen Spezialitäten in Gießener Walltorstraße 2 eröffnet
Täglich frisch gemahlener Mokka, frisch geröstete Nüsse, Gewürze und...
Foto: Marcus Machens
Die Kälte im November hat er nicht überlebt
Ein Obdachloser starb am 20.11. Vielleicht haben hier Leser den Mann...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.