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Blick 1933

Gießen | Vorworte werden selten gelesen und meist lohnt es auch nicht sie zu lesen. Eine Ausnahme stellt meines Erachtens das Vorwort von Ernst Tollers "Eine Jugend in Deutschland" dar, denn anhand dieses "Blick 1933" betitelten Vorworts kann man gut den Geist aber auch den Ungeist jener Zeit ermessen. Deshalb mag ich diesen Text hier einmal zur Kenntnis und zur Diskussion geben. Denn ich denke mit dem Blick auf die Vergangenheit kann man für die Gegenwart lernen, um die Zukunft zu gestalten:

(...)
Wer den Zusammenbruch von 1933 begreifen will, muß die Ereignisse der Jahre 1918 und 1919 in Deutschland kennen, von denen ich hier erzähle.

Hatten die Menschen gelernt aus Opfern und Leiden, aus Niederbruch und Verhängnis, aus dem Triumph des Gegners und der Verzweiflung des Volkes, hatten sie Sinn und Mahnung und Verpflichtung jener Zeiten begriffen?
Die Republikaner, die die Republik ihren Feinden auslieferten.
Die Revolutionäre, die über Thesen und Parolen den Willen des Menschen und seine Entscheidung vergaßen.
Die Gewerkschaftsfunktionäre, die über gefüllten Kassen die wachsende Gewalt des Gegners nicht sahen, der sie mitsamt ihren Kassen fortfegen sollte.
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Die Bürokraten, die den freien Mut, die Kühnheit, den Glauben erstickten.
Die Doktrinäre, die über spitzfindige Fehden versäumten, dem Volk klare und große Ziele zu weisen.
Die Schriftsteller, die ein verstiegenes Bild des kämpfenden Arbeiters schufen, und verzagten, wenn sie dem wirklichen Arbeiter begegneten, mit seiner Schwäche und seiner Stärke, seiner Kleinheit und seiner Größe.
Die Realpolitiker, die taub waren für die Magie des Wortes, blind für die Macht der Idee, stumm vor der Kraft des Geistes.
Die Fetischisten der Ökonomie, die die moralischen Kräfte des Volkes und die großen Impulse der Menschen, die Sehnsucht nach Freiheit, nach Gerechtigkeit, nach Schönheit kleinbürgerliche Untugenden hießen.

Nein, in fünfzehn Jahren haben sie nichts gelernt, alles vergessen und nichts gelernt. Wieder haben sie versagt, wieder sind sie gestrandet, wurden gestäupt und geschunden.
Sie haben das Volk vertröstet von Tag zu Tag, von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr, bis es, müde der Vertröstungen, Trost in der Trostlosigkeit suchte.
Die Barbarei triumphiert, Nationalismus und Rassenhaß und Staatsvergottung blenden die Augen, die Sinne, die Herzen.
Viele haben gewarnt, seit Jahren gewarnt.
Daß unsere Stimmen verhallten, ist unsere Schuld, unsere größte Schuld.

Von falschen Heilanden erwartet das Volk Rettung, nicht von eigener Erkenntnis, eigener Arbeit, eigener Verantwortung. Es jubelt über die Fesseln, die es auf Geheiß der Diktatoren sich schmiedet, für ein Linsengericht von leerem Gepränge verkauft es seine Freiheit und opfert die Vernunft.
Denn das Volk ist müde der Vernunft, müde des Denkens und Nachdenkens, was hat denn, fragt es, die Vernunft geschaffen, in den letzten Jahren, was halfen uns Einsichten und Erkenntnisse? Und es glaubt den Verächtern des Geistes, die lehren, daß die Vernunft den Willen lähme, die seelischen Wurzeln zersetze, das gesellschaftliche Fundament zerstöre, daß alle Not, soziale und private, ihr Werk sei.
Als ob die Vernunft je regiert hätte, als ob nicht gerade das unvernünftig Planlose Deutschland, Europa in den Sturz getrieben hätte!
Überall der gleiche wahnwitzige Glaube, ein Mann, der Führer, der Cäsar, der Messias werde kommen und Wunder tun, er werde die Verantwortung für künftige Zeiten tragen, aller Leben meistern, die Angst bannen, das Elend tilgen, das neue Volk, das Reich voller Herrlichkeit schaffen, ja, kraft überirdischer Sendung, den alten schwachen Adam wandeln.
Überall der gleiche wahnwitzige Wunsch, den Schuldigen zu finden, der die Verantwortung trage für vergangene Zeiten, dem man das eigene Versagen, die eigenen Fehler, die eigenen Verbrechen aufbürden darf, ach, es ist das alte Opferlamm aus Urzeiten, nur daß heute statt Tieren Menschen zur Opferung bestimmt werden.

Die Folgen sind furchtbar. Das Volk lernt "Ja" zu sagen zu seinen niederen Instinkten, zu seiner kriegerischen Gewaltlust. Geistige und moralische Werte, in Jahrtausenden mühsam und martervoll errungen, sind dem Spott und dem Haß der Herrschenden preisgegeben. Freiheit und Menschlichkeit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit - vergiftende Phrasen, fort mit ihnen auf den Kehrichthaufen!
Lerne die Tugend des Barbaren, schießen, stechen, rauben, unterdrücke den Schwächeren, merze ihn aus, brutal und rücksichtslos, verlerne, des anderen Leiden zu fühlen! Vergiß nie, daß Du zum Rächer geboren bist, räche Dich für die Kränkungen von heute, für die Kränkungen von gestern und für jene, die morgen Dich treffen könnten, sei stolz, Du bist ein Held, verachte friedliches Leben und friedlichen Tod, höchstes Glück der Menschheit ist der Krieg.
Lerne, daß einzig Blut ein Volk formt und baut und erhöht. Du willst wissen, was es mit diesem Blut für eine Bewandtnis habe in einem Lande, das von zahllosen Stämmen bewohnt und durchquert ward, frage nicht, glaube! Schon Dein Fragen ist verdächtig, hüte Dich, daß wir Dich nicht in die Reihen jener stoßen, die getilgt werden müssen vom Erdboden. Denn wir bestimmen, wer leben darf und wer sterben muß zu unserem Heil.
Und Europa?
Wie ein kleiner Makler, der auf die Kurse der Abendbörse wartet, auf neuen Gewinn und neuen Profit, und ein Erdbeben begräbt ihn mitsamt seiner Börse, so verharrt Europa. Weil tausend Kriegsspekulaten an Granaten und Bomben, an Giftgasen und Pestbazillen Milliarden verdienen, und diese Blutmilliarden nationale Werte heißen, schweigen die Völker.
Der Arzt weiß, daß im Menschen, den psychische und seelische Krisen erschüttern, und der nicht ein nocht aus weiß, planlos verharrt, weglos umherirrt, Todeswünsche erwachen, die mächtiger und mächtiger werden, die ihn locken, sich besinnungslos zu verschleudern und dem Chaotischen zu verfallen.
An dieser schweren Krankheit leidet das alte Europa.
Im Tornado des Krieges, der mit steigenden Rüstungsaktien drohend sich kündet, stürzt sich Europa in den Abgrund des Selbstmords.
So war alles umsonst, geistige Bemühungen und menschliche Not, entsagende Arbeit der Edelsten und Opfer der Tapfersten, und uns bliebe nur der Weg ins Dunkel des tödlichen Schlafs?

Wo ist die Jugend Europas?
Sie, die erkannt hatte, daß die Gesetze der alten Welt zerbrochen sind, die ihren Verfall täglich und stündlich erlitt?
Sie lebte und wußte nicht wozu? Sie wollte arbeiten und die Tore der Werkstätten blieben ihr verschlossen. Sie sehnte sich nach weisenden Zielen, nach der Erfüllung ihrer großen und kühnen Träume, man tröstete sie mit dem Rausch der Leere.
Folgte sie wirklich den falschen Propheten, glaubt sie der Lüge und verachtet die Wahrheit?
Wartet sie darauf, bis der Krieg die Städte vergast, die Länder verwüstet, die Menschen vergiftet, glaubt sie, dann erst käme ihre Zeit, ihre Tat, ihr Sieg? Sieht sie nicht, daß auf zertrümmertem Grund die neue Welt anders aussähe, als sie heute träumt?

Wenn ein Schiff im Sturm treibt auf dem Atlantik, hat der Kapitän viele Mittel, den Anprall der Wogen zu dämmen und Gefahren zu bannen, Menschen helfen ihm und Maschinen, erbraucht nicht Furcht zu haben vor Hungersnot, die Kammern bergen Brot und Kleider und Kohlen. Aber wenn das Schiff zerschellte und die Menschen auf Planken treiben, was helfen dann Wille und Tatkraft und Vernunft?

Wo seid Ihr, meine Kameraden in Deutschland?
Ich sehe die Tausende, die den Verlust der Freiheit, die Brandmarkung des Geistes lärmend und festlich feiern.
Die Tausende, die betrogen und getäuscht, in Wahrhaftigkeit glauben, das Reich der Gerechtigkeit auf Erden sei nahe.
Die Tausende, die sich sehnen, der geopferten Jugend Deutschlands in Flandern es gleich zu tun und jubelnd und singend in den Tod zu marschieren.

Wo seid Ihr, meine Kameraden?
Ich sehe Euch nicht, und doch weiß ich, Ihr lebt.
Im Weltkrieg war ein Mann, unter Millionen ein Mann die Stimme der Wahrheit und des Friedens, und das Grab des Zuchthauses konnte die Stimme Karl Liebknechts nicht ersticken.
Heute seid Ihr seine Erben.
Ihr habt die Furcht überwunden, die den Menschen demütigt und erniedert. In stiller unermüdlicher Arbeit achtet Ihr nicht Verfolgung und Mißhandlung, Gefängnis und Tod.
(...)
Um ehrlich zu sein, muß man wissen. Um tapfer zu sein, muß man verstehen. Um gerecht zu sein, darf man nicht vergessen. Wenn das Joch der Barbarei drückt, muß man kämpfen und darf nicht schweigen. Wer in solcher Zeit schweigt, verrät seine menschliche Sendung.

Am Tag der Verbrennung meiner Bücher in Deutschland.

Kommentare zum Beitrag

Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 25.11.2010 um 15:16 Uhr
Ein feinsinnige Analyse der Pestzeit und ihres Verlaufs in Deutschland, viel zu Schade für ein Vorwort. Wobei immer noch die Frage, auch im Sinne Adornos zu stellen, wie in einem "aufgeklärten" Land eine solche Katatstrophe geschehen konnte. Jasagen und Rattenfänger scheinen ja eine tödliche Mischung abzugeben, hüten wir uns davor, werden wir freie Geister, die Lüge von wahrheit unterscheiden lernen, hüten wir uns vor falschen, allzu fantastischen Versprechen, Vielleicht sollten wir öften Nein(!) sagen lernen! Lernen wir unsere "niederen Istinkte" zu kultivieren...

Ich behaupte, dass Vorwörter, vor allem in Sachbüchern oft schon wichtige Hinweise geben auf das, was noch folgt...

Ich muss gestehen, dass ich diesen Toler bis jetzt gar nicht kannte, dieses Vorwort ist grandios.

Und, um mit Odo marquardt (Gießener Philosoph) zu sprechen: "Zukunft braucht Herkunft".
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 26.11.2010 um 02:42 Uhr
Oh, ein Kenner der Schriften Odo Marquardts!

Zu Ernst Toller:

Er gehört zu meinen bevorzugten Autoren und schildert in seiner Autobiographie "Eine Jugend in Deutschland" wie ein Kind in Posen aufwuchs. Wer aufgrund der Vorurteile der Eltern nicht mit wem spielen durfte, aber auch dass die Kinder dann eben heimlich miteinander spielten, sich aber dennoch im alltäglichen Umgang nicht von den Vorurteilen der Elterngeneration lösen konnten.

Bei dem begonnenen Studium in Frankreich wurde Toller vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges überrascht, überquerte die Grenze nach Deutschland und meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst.

Aus dem Krieg heimgekehrt war Toller von jeglicher Kriegsbegeisterung geheilt. Er wurde ein Teil der Münchener Räterepublik und wurde nach deren Scheitern zu Festungshaft verurteilt.

Zur Zeit als NS-Deutschland den Krieg in Spanien unterstützte, reiste Toller umher, hielt Vorträge und sammelte Geld um die andere Seite zu unterstützen.

Je nach Quelle brachte er sich in einem New Yorker Hotel um, oder wurde dort von NS-Agenten umgebracht. Die Einen argumentieren, es gäbe Hinweise, dass Toller seit längerem an Depressionen litt, die anderen argumentieren es gäbe Hinweise, dass Toller noch einige Stunden vor seinem Tod Termine vereinbart hätte.

Soweit eine kurze Zusammenfassung.

Hier ein Überblick seiner literarischen Werke:

- Die Wandlung
- Masse Mensch
- Die Maschinenstürmer
- Hinkemann
- Der entfesselte Wotan
- Das Schwalbenbuch
- Hoppla, wir leben!
- Quer Durch
- Feuer aus den Kesseln
- Die blinde Göttin
- Eine Jugend in Deutschland
- Nie wieder Friede
- Briefe aus dem Gefängnis
- Pastor Hall

Es gibt sogar einen Ernst Toller Preis. Bisherige Preisträger:

- Albert Ostermaier
- Biljana Srbljanovic
- Felix Mitterer
- Juli Zeh
- Günter Grass
- Gerhard Polt
http://www.ernst-toller.de/traeger.htm
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 26.11.2010 um 11:41 Uhr
Interessant, aber leider ist meine Leseliste viel zu lang dafür...
Christian Momberger
11.211
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 28.11.2010 um 12:29 Uhr
Danke für den Beitrag Thorsten. In der Tat ein sehr interessantes und lesenswertes Vorwort. Lernen wir von den Fehlern der Vergangenheit die Zukunft zu gestalten und sorgen wir dafür, dass sich Geschichte nicht wiederholt.
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 28.11.2010 um 15:06 Uhr
Gerne doch. Toller gerät meiner Ansicht zu Unrecht mehr und mehr in Vergessenheit. Ich stieß erstmals auf ihn durch sein Werk "Hoppla, wir leben!", das ich wärmstens empfehlen kann. Das würde ich gerne auch mal auf einer Bühne erleben, was mir bislang jedoch leider verwehrt blieb.

http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/kunst/hoppla/index.html
H. Peter Herold
28.261
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.11.2010 um 16:31 Uhr
Da hat doch noch jemand in Haft etwas geschrieben;-( Ist aber glaube ich kein "Guter" (Schreiber) gewesen. Endete am Ende des "Tausendjährigen Reiches", leider bviel zu spät. Trotz der vielen etwas laienhaften Versuche von Profis, das Ende vorzuverlegen.
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 28.11.2010 um 18:06 Uhr
Liebe Gisela Dapper,

das halte ich persönlich für einen sehr guten Plan. :-)

Lieber Peter Herold,

dem Glauben könnte man sicherlich auch Wissen entgegensetzen, auch wenn ich durchaus warnen muss. Das ist zum Großteil eben keine erbauliche keine Lektüre, sondern Schilderung des Leidens. Im Hinkemann beispielsweise begegnet uns ein Protagonist, der im Krieg war und der dort ein Körperteil verloren hat. Daraus ergeben sich natürlich seelische Folgerungen. Und natürlich kann man als um Glaubwürdigkeit bemühter Autor dann keinen Deus ex Machina "herbeizaubern". Insofern wirbt auch der Protagonist um Verständis, traut sich jedoch nicht zuzugegeben, dass ervon seiner eigenen Situation spricht und trifft folglich bei den Menschen mit denen er spricht auf Spott und Häme, da diese die Problematik gar nicht als tatsächlich vorhanden begreifen.

Ja, das ist etwas anderes als ein Arzt-Roman (um mal irgendein Beispiel zu nennen) und das liest man nicht schwärmerisch. Wem der Autor deshalb als "kein Guter" erscheint, der mag das für sich durchaus so stehen lassen.
Bernhard Kröger
377
Bernhard Kröger aus Gießen schrieb am 29.11.2010 um 23:52 Uhr
Sehr schöne Anregung, Torsten Lux. Habe sie in Facebook gestellt mit folgender Erläuterung:

Ernst Toller * 1. Dezember 1893 in Samotschin; † 22. Mai 1939 in New York. 1906 Realgymnasium in Bromberg. Feb. 14 Studium in Grenoble. August 14 Kriegsfreiwilliger. Auszeichnung und Beförderung zum Unteroffizier für Tapferkeit vor Verdun. Erste Gedichte gegen den Krieg. 1916 psychischer und physischer Zusammenbruch. 1917 als nicht mehr kv. beurteilt. Studium von Jura und Philosophie. Einladung nach Heidelberg durch Max Weber. In München Agitation gegen den Krieg mit Kurt Eisner, Felix Fechenbach, Oskar Maria Graf und Erich Mühsam. April 1919 Ausrufung der Münchener Räterepublik gemeinsam mit Erich Mühsam und Gustav Landauer. Juli 1919 Prozess vor Standgericht: Verteidiger Hugo Haase, gewichtiger positiver Zeuge Prof. Max Weber. 5 Jahr Festungshaft. Todesstrafe für Eugen Leviné. 1926 in der Gruppe Revolutionärer Pazifisten von Kurt Hiller. 1927 das Avantgardestück: Hoppla, wir leben! 1933 Emigration in die USA. Auch dort noch schriftstellerisch aktiv. Mai 1939 Freitod. Letzte Worte am Grab sprach Klaus Mann.
Literarisches Vermächtnis: „Kann Kunst die Wirklichkeit beeinflussen? Kann der Dichter vom Schreibtisch her Einfluss auf die Politik seiner Zeit gewinnen? Es gibt Autoren, die diese Frage verneinen, ich bejahe sie. Alle Kunst hat magische Wirkung. [...] Kunst erreicht mehr als den Verstand, sie verankert sein Gefühl. Sie gibt dem verankerten Gefühl geistige Legitimation. Ich glaube darum, dass der Künstler nicht Thesen begründen, sondern Beispiele gestalten soll. Kunst gehört zu jenen seltenen geistigen Mitteln, verschüttete Instinkte zu erhellen, tapfere Haltungen zu schulen, spontanes Gefühl für Menschlichkeit, Freiheit und Schönheit zu vertiefen.“ (Aus Wikipedia)
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 30.11.2010 um 00:01 Uhr
Lieber Herr Kröger,

vielen lieben Dank für die Werbung... ;o)

Das längere Zitat erinnert mich inhaltlich an das etwas kürzere:

"Wenn wir an die Macht des Wortes glauben – und wir glauben als Schriftsteller an die Macht des Wortes – dürfen wir nicht schweigen. Selbst Diktatoren fügen sich der Meinung der Welt."

(Ernst Toller)
Bernhard Kröger
377
Bernhard Kröger aus Gießen schrieb am 30.11.2010 um 00:36 Uhr
Lieber Herr Lux, eine vorbildliche Maxime. Doch den letzten Satz hätte E. T. im Lauf seines weiteren Lebens bestimmt gestrichen.
Herzlichst
BK
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 30.11.2010 um 06:41 Uhr
Lieber Bernhard Kröger,

es ist wahr, dass sich Hitler nicht durch die Macht des Wortes aufhalten ließ. Und davon ist in Ihrem Textbeitrag - vermute ich - die Rede. Die Frage scheint mir denoch interessant, was gewesen wäre, wenn mehr Menschen nicht geschwiegen hätten. Dies aber als neugierige Frage in den Raum gestellt, nicht um überheblich zu klingen: Denn wenn man nicht in der damaligen Situation zu leben gezwungen war, ist es sicherlich ein leichtes zu bekunden, dass man nicht geschwiegen hätte. Ob dies Bekenntnis im Zweifelsfall jedoch über die Willenserklärung hinaus einen Wert hat, kann man erst ermessen, wenn man die Situation erlebte...
Stefan Walther
4.537
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.12.2010 um 19:02 Uhr
Lieber Thorsten,

man kann sich dem Problem auch von der anderen Seite aus nähern:
wer schafft/schaffte es wie Diktatoren zu stürzen. Sicherlich(!) gehört "das Wort" unbedingt dazu, nur wie heißt es richtig: "Die Macht kommt aus den Gewehrläufen!"
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 01.12.2010 um 23:31 Uhr
Schelmisch wie ich ab und an bin, mag ich anmerken, dass Gewehrläufe meist aufgrund von Worten aktiv werden... ;o)
H. Peter Herold
28.261
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.12.2010 um 11:21 Uhr
Lieber Herr Lux, mit "kein Guter" meinte ich den der Mein Kampf geschrieben hat und der wirklich nicht gut, dieser Schreiber oder?
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 02.12.2010 um 15:14 Uhr
Lieber Herr Herold,

Sie hören, dass Sie keinen Widersprch meinerseits hören? Hierbei gebe ich der Ehrlichkeit halber zu, dass ich das Buch "Mein Kampf" nicht gänzlich nicht gelesen habe - bloß den Abschnitt bzgl. Propaganda, der in einem Reclam-Buch ("Manipulation durch Sprache") veröffentlicht wurde. Nach der Lektüre besagten Abschnitts musste ich jedoch feststellen, dass der Autor nicht bloß als Mensch nicht zu den Guten gehörte, sondern auch als Autor versagte - gruseliger Schreibstil, dilletantischer Satzbau, inhaltlich eher eine Nullnummer. Einzige brauchbare Aussage: Möglichst einfache Worte in möglichst einfachen Sätzen derart oft wiederholen, bis es selbst der Dümmste in der größten Menschenmasse begriffen hat, was man sagen will.

So funktionieren noch heute manche Zeitungen... ;o)
H. Peter Herold
28.261
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.12.2010 um 16:13 Uhr
QWaren wir bnicht schon mal beim Du? Ist manchmal schwierig das hier alles auseiander zu halten. Ich wußte nur, dass er den Kampf geschrieben hat. Gelesen habe ich keine Zeile und glaube nichts versäumt zu haben.
Thorsten Lux
905
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 02.12.2010 um 16:39 Uhr
Oh ja, stimmt - aber wenn ich noch ein paar Jahre warte, habe ich endlich eine adäquate Ausrede für meine partielle Vergesslichkeit... ;o)

Den Eindruck nichts versäumt zu haben, kann ich aus meiner Erfahrung mit dem "Geschreibsel" bestätigen.
H. Peter Herold
28.261
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.12.2010 um 11:08 Uhr
Also bei mir klappt das schon ganz gut mit der Vergesslichkeit ;-). Bin ja auch schon ein paar Jährchen älter ;-(
Hallo Lieber Leser
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